Aktuelles vom 18.12.2017 und: taz und Junge Welt: Aufruf zu Mord …es geht um den Hass, die Häme und auch die Gewalt, die kritischen Journalisten in unserem Lande entgegenschlagen

Todenhöfer: „Die schlimmste Hungersnot der letzten hundert Jahre“
Der Jemen brauche dringend Frieden. Ansonsten werde sich die humanitäre Lage noch weiter verschärfen, berichtet der Publizist Jürgen Todenhöfer aus der Hauptstadt Sanaa im Dlf. Das Stadtbild sei geprägt von Kindern und alten Menschen, die bettelten, weil sie sonst verhungern würden. „Es sterben eben sehr, sehr viele Menschen durch Hunger.“
Christine Heuer: Ein Krieg, meist unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung: Seit fast drei Jahren kämpfen im Jemen Regierungstruppen gegen schiitische Huthi-Rebellen – die gelten längst als die eigentlichen Machthaber im Land. Doch hinter dem Bürger steckt auch ein Stellvertreterkrieg. Saudi-Arabien und seine Verbündeten werfen Bomben auf den Jemen, um die Regierungssoldaten zu unterstützen, der Iran agiert hinter den Kulissen zugunsten der schiitischen Rebellen. Und zwischen all diesen Spielern werden die Menschen im Jemen, wird die Zivilbevölkerung im Land zerrieben. Der Publizist Jürgen Todenhöfer bereist seit vielen Jahren Krisenregionen vor allem im Nahen und Mittleren Osten, und seit rund zwei Wochen ist er im Jemen. Wir erreichen ihn in der Hauptstadt Sanaa. Wie, Herr Todenhöfer, erleben Sie Sanaa, eine Stadt, in die ja kaum mehr ein westlicher Beobachter kommt, was ist Ihr stärkster Eindruck, welches Bild können Sie uns vermitteln aus Sanaa?
Jürgen Todenhöfer: Das stärkste Bild, was einen sehr bedrückt – ich bin immer wieder in Krankenhäusern -, sind vor Hunger sterbende Kleinkinder. Wenn dann der Arzt sagt, wenn ich frage und die Mutter fragt, hat er eine Chance, und der Arzt mir dann sagt, vielleicht 30 Prozent. Und ein weiterer Eindruck, der auf mich stark wirkte, weil ich in Sanaa vor ein paar Jahren, vor dem Krieg auch schon war und finde das für mich die schönste Stadt der Welt und eins der schönsten Länder der Welt, sind die Hunderte vor Hunger, aus Hunger bettelnden kleinen Kinder, die einen in Scharen verfolgen und am Straßenrand, auch mitten an den Hauptstraßen sitzende ältere Frauen, die nur die Hand hinhalten, weil sie hoffen, dass sie 20 Cent bekommen und sich davon irgendetwas kaufen können. Also der Hunger ist dominierend, und für einen persönlich – das ist natürlich zweitrangig – sind es die nächtlichen Bombenangriffe, die fast jede Nacht kommen und die einen aufwecken und die anderen wieder damit konfrontieren: Hallo, hier ist Krieg und hier wird bombardiert, auch wenn die Zerstörungen in der Stadt viel, viel geringer sind, als ich geglaubt hatte und als auch die Weltmedien glauben.
Quelle: Deutschlandfunk

Die ursprüngliche Studie, auf die sich Buzzfeed und andere Medien beziehen, stammt von einer unabhängigen britischen Waffenforschungsorganisation namens Conflict Armament Research (CAR), die seit Jahren ein Team von Waffen- und Munitionsexperten vor Ort im Nahen Osten hat, das Waffen und Ausrüstungen untersucht, die von ISIS und anderen terroristischen Gruppen im Irak und Syrien geborgen wurden. Anhand von Seriennummern, Kistenmarkierungen und allen verfügbaren forensischen Daten stellten die CAR-Experten fest, dass bereits in den Jahren 2013 bis 2014 ein Großteil der fortschrittlichen Waffensysteme des Islamischen Staates sowie Kleinwaffen eindeutig aus den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Westen stammen…
Waffen gingen von der CIA an ISIS in weniger als zwei Monaten
Jahre zu spät, um aktuell zu sein, kommen Mainstream-Medien wie USA Today, Reuters und Buzzfeed mit „brandaktuellen“ und „exklusiven“ Geschichten heraus…
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Wo bleibt der Protest? Nach genmanipulierten Kartoffeln aus Kanada, jetzt „strahlenden“ Reis aus Fukushima – EU und Japan schließen weltweit größtes „strahlendes“ Freihandelsabkommen ab
Sie erinnern sich an den Super-GAU in Fukushima? Und warum protestieren Sie nicht? War Ihnen nicht bekannt, da es den Medien nur eine Randnotiz wert war, dass die Europäische Union und Japan die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zur Schaffung des größten offenen Wirtschaftsraums der Welt abgeschlossen haben?
Es war genau ein Tag, nachdem wir Ihnen berichteten, dass die EU bereits reagiert hat und im Rahmen des Freihandelsabkommen die Importbeschränkungen aus Fukushima lockerte. Wie schon bei TTIP, dem Freihandelsabkommen EU mit USA, wo die Menschen noch auf die Straße gingen, fanden auch diese Verhandlungen im Geheimen statt. Im September 2016 gab es sogar einen europaweiten Aktionstag gegen CETA & TTIP . Das Freihandelsabkommen zwischen EU und Kanada (CETA) kann teilweise schon angewandt werden und ist aus den Medien verschwunden. Wer will eigentlich diese neuen genetisch modifizierten (GV-)Kartoffeln und Äpfel in seinem Einkaufwagen, dazu auch genmanipulierten Lachs aus Kanada? Und jetzt noch „verstrahlten“ Reis aus Fukushima, oder wie wäre es mit „verstrahlten“ Meeresfrüchten?
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Aufruf zu Mord …es geht um den Hass, die Häme und auch die Gewalt, die kritischen Journalisten in unserem Lande entgegenschlagen

Schluss mit lustig!
„Ich finde, da muss es Empörung geben!“ Journalist Ken Jebsen im Interview mit Rubikon-Kolumnistin Christiane Borowy über Gewaltdrohungen gegen ihn und seine Familie.
von Christiane Borowy, Jens Wernicke

In dieser zweiten Rubikon​-Videoproduktion geht es um den Hass, die Häme und auch die Gewalt, die kritischen Journalisten in unserem Lande entgegenschlagen. Und darum, wie man hiergegen Ernst macht und sich wehrt.
Wir haben darüber berichtet, wie ein angeblich bei der Tageszeitung „junge Welt“ arbeitender Redakteur ankündigte, die private Telefonnummer von Ken Jebsen zu verbreiten, und wie kurz darauf ein Video im Internet kursierte, in dem öffentlich zu Gewalt gegen Jebsens Familie aufgerufen wurde.
In diesem Video hält Jebsen dagegen. Er nennt Namen und macht klar:
Eine Duldung von hämischem Gelächter, wenn öffentlich zu Gewalt gegen Andersdenkende und deren Familien aufgerufen oder hemmungslos Hetze betrieben wird, ist keine Option.
Wenn die Wasserträger des Systems zu strafbaren Handlungen gegen andere auffordern und wir nichts tun, werden wir zu Mit-Tätern ihres Tuns.
In diesem Interview skizziert Ken Jebsen die innere Rechtfertigungslogik von Journalisten, die eine Stimmung von Hass und Gewalt säen, Gewalt verherrlichen, Hetzjagd betreiben, zu Übergriffen auffordern, Unruhe verbreiten und Andersdenkende verfolgen und bedrohen.

Er macht klar:
Es wird immer schlimmer und obendrein werden die Opfer struktureller und anderer Gewalt zunehmend zu Tätern stilisiert.
Deshalb muss man sich wehren. Angemessen, jedoch in aller Klarheit und Deutlichkeit. Müssen wir uns wehren, denn:
Sie schlagen den einen und meinen doch alle, meinen uns!
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…s. dazu auch:
NEUSPRECH und GEORGE ORWELL – 1984, mehr als ein zeitaktueller Roman/Film – das Anti-Snowden-Gesetz und das Umerziehungsprogramm
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und:

„ …wenn man das Jahr 2200 geschrieben haben wird, da wird nicht ein direktes, aber eine Art von Verbot für alles Denken ausgehen, ein Gesetz, welches den Zweck haben wird, alles individuelle Denken zu unterdrücken. (…) R.Steiner
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„Es findet eine schleichende Militarisierung der Außenpolitik statt“
„Abrüsten statt aufrüsten“ – Unter diesem Motto hat sich ein breites Bündnis bestehend unter anderem aus Politikern, Künstlern und Wissenschaftlern zusammengetan, die sich gegen eine Erhöhung des Verteidigungshaushalts der Bundesrepublik aussprechen. Im Interview mit Telepolis sagt Michael Müller, Vorsitzender der NaturFreunde Deutschlands: „Der Aufruf trifft einen Nerv“ und betont, dass sich prominente Persönlichkeiten rasch zur Unterzeichnung entschlossen haben.
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und im Original:
https://www.heise.de/tp/features/Es-findet-eine-schleichende-Militarisierung-der-Aussenpolitik-statt-3909243.html

🙂 IS-Schläfer, der Anschlag auf BER verüben sollte, an Altersschwäche gestorben
Berlin (dpo) – Es ist fast schon traurige Routine: Die Berliner Polizei wird in eine kleine Wohnung gerufen, in der offenbar bereits vor Tagen ein Mann einsam und alleine an Altersschwäche gestorben ist. Doch im Falle von Amal al-Majid ist alles anders: In der Wohnung des 74-jährigen Pakistaners finden die Beamten Unmengen von Sprengstoff sowie Aufzeichnungen, aus denen hervorgeht, dass der Verstorbene einen Anschlag auf den Hauptstadtflughafen BER geplant hat.
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Angst/Bequemlichkeit

Es gibt keinen Widerspruch zwischen Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft, sondern volle Bestätigung des Geisteswissenschaftlichen durch die naturwissenschaftlichen Tatsachen. Aber Angst haben die Leute, deren Beruf es ist, zu wissen; vor den komplizierten Gedanken, vor dem Denken überhaupt haben die Leute eine heillose Angst.

Und nur aus dem Grunde, weil heute der Mensch in bequemer Weise lernen kann und dann, wenn er ein bißchen etwas gelesen hat, eine Autorität werden kann, und nicht nur eine Autorität, sondern sogar ein großer Entdecker auf dem Pfade der Wissenschaft, entstehen so viele törichte Theorien. Denn wenn er sich ein paar Begriffe angeeignet hat und ein paar Tatsachen kennt, so kann er heute als Reformator der Wissenschaft auftreten.

Rudolf Steiner – GA 167 – Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste – Berlin, 16 Mai 1916 (Seite 251)

2 Kommentare

  1. Wenn sog. linke Journalisten anstatt – wie es sich für ihre Zunft gehört – mit sachlichen Worten zu argumentieren, zur Gewalt, ja sogar zu Mord von Kindern andersdenkender Kollegen aufrufen, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass ihnen die sachlichen Argumente ausgegangen, aber dafür die Hass- und Vernichtungsimpulse geblieben sind. In diesem Fall darf man wohl getrost davon ausgehen, dass sie nur Werkzeug in den Händen anderer Kräfte sind, weil Ken eine öffentliche Wirkung erzielt, die den „geheimen Bruderschaften“ unheimlich zu werden beginnt. Man darf in unserer Demokratie alles sagen, solange es nicht zur Wirkung gelangt. Spätestens dann zeigt sich, dass es sich nur um eine Scheindemokratie, um einen Etikettenschwindel handelt. Aber auch das scheint gewollt und (nach Hegelschem Denkvorbild) Teil der innergesellschaftlichen Spaltungsinitiative und somit gesamtgesellschaftlicher Schwächung zu sein. Kann man doch damit gleich mehrere unliebsame Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Linken mit dem ledernen neoliberalen rechten Kuckucksei, die schlafende Mehrheit mit der kalkulierten Angst und den Hauptfeind, der die Masse wecken könnte. Eigentlich genial, nur leider auf sehr böse Weise – die es zu durchschauen gilt.

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