„Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können“

…der eigentliche Gegner des Neoliberalismus ist der Mensch, sein Selbst. Sein Hauptangriffsziel ist das Ich, er ist gegen diesen Träger der Freiheit gerichtet, er zielt auf seine Vernichtung durch die Unterjochung, über die Formung und Umlenkung seines Selbstbildes und seine Anbindung an den Materialismus in der Form des Neoliberalen Kapitalismus.
Wir hören zudem allerorten von den unsichtbar gewordenen Machtzentren gegen welche es eben daher schwer ist ein Widerstand zu organisieren. In der Öffentlichkeit wird darüber hinaus auch oft über irgendwelche geheimen Bünde der Eliten gesprochen und über Logen, die aus ihrem Hintergrund diese Entwicklungen leiten und planen. Vieles davon wird als Verschwörungstheorie abgetan, doch es sprießen Bücher, Filme, ganze Palette von Veröffentlichungen zu diesem Thema. Die Menschen versuchen sich ein vollständiges Bild über unsere Wirklichkeit zu bilden.

Hier in diesem Zusammenhang nun Ausschnitte aus drei in sich zusammenhängenden Vortägen von R. Steiner,
(diese drei Vortäge gehören ja zusammen, sodass das eine nicht ohne den anderen zu verstehen ist, aber ich hoffe, dass diese Fragmentierung hier statthaft ist, und manche vielleicht Lust bekommen sie in iherer Vollständigkeit und Ganzheit zu lesen):

„Es gibt Brüderschaften – und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt – , es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» – das «gescheite Leute» ist
jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreife, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien.

Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist.
Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! – Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! – Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen. Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen.

Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, aufweiche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er – und das dauert eine lange Zeit – gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann.
Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die – man kann es nur mit Mitleid sagen – sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum. Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.

Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein
Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die
Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.

Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen
so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann – was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt – die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-
Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.

Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um dieSache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen
(es wird gezeichnet):
Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten
soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben.
Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen – ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen,
bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.

Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon.Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sichdas Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht – diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun
schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen – das haben sie erwartet – sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. – Und sie waren dann enttäuscht, die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte – , sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. – Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen.
Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer
Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie.
Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun
haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.

Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit – und Logen sind ja auch im Irdischen – wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha.Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Weltheilung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung
führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem
Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.

Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten
Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter
kommen soll, für eine andere Wesenheit – wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.

Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche
Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen.

Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des
20. Jahrhunderts zu fälschen“.

aus R. Steiner: Individelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund. GA 178, November 1917

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s. dazu auch

Okkulte Brüderschaften, der Christus-Impuls und Schwarze Magie. Kurztext von Rudolf Steiner
hier weiter

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