Die Ahrimanischen Wesenheiten und der Schwefel

Ahriman

Ahriman (mittelpersisch „arger Geist“), auch Angra Manyu (bzw. Angra Mainyu) (avestisch) oder Mephistopheles (hebr. von mephiz = der Verderber und tophel = der Lügner) genannt und in der Bibel als Satan bezeichnet, ist nach der urpersischen Überlieferung die Macht der Finsternis, der Geist der Finsternis[1], der sich als Widersacher dem lichten Gott Ormuzd (Ahura Mazdao) entgegenstellt. Nach Rudolf Steiner spielt Ahriman – sowie auch sein Gegenspieler Luzifer – eine wichtige Rolle in Bezug auf die freie Entwicklung des Menschen…

Wesensmerkmale

Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles Bösen und Erreger der 9999 Krankheiten. Sein Wohnort ist die Unterwelt, aus der er Finsternis, Tod und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem Menschen der Einblick in die geistige Welt, so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die Materie ist das Reich Ahrimans. Er bringt die Todeskräfte in die Welt (die auch ihre Notwendigkeit und Berechrtigung haben!) Ahriman verführt den Menschen zu Irrtum und Lüge, die zum Keim für Krankheitsursachen in späteren Inkarnationen werden – und er ist der Herr des Intellekts.

„Er ist ein Wissender, ein Weiser des Todes. Er ist daher auch der Herr des Intellektes.“ (Lit.: GA 211, S. 111)
Ahriman in der mythologischen Überlieferung
Die untere ahrimanische Gestalt als Teil der von Rudolf Steiner geschaffenen Holzskulptur „Der Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman“.

Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im Zurvanismus überliefert wurde, sind Ahura Mazdao und Ahriman Zwillinge und Kinder Zurvans, der unerschaffenen Zeit, auch Zaruana Akarana genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. Kain und Abel) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde in die Unterwelt verbannt, wo er als die Große Schlange für 9000 Jahre herrschen sollte.

Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen Areimanios; in der Avesta kommt noch die vollere Namensform Anromainyus vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.

In den Gâthâs, dem ältesten Teil des Avesta, wird er nur einmal ausdrücklich genannt, doch ist schon in den Gâthâs die Rede von den „beiden Geistern“, die einander in Gedanken, Worten und Werken entgegengesetzt sind und die guten und bösen Wesenheiten geschaffen haben.

Nach dem 1. Kapitel des Vendidad hat Ahuramazda (Ormazd) der Reihe nach 16 Länder geschaffen, Ahriman aber jedesmal in dieselben den Keim des Unglücks und Verderbens gelegt.

Nach dem 19. Kapitel des Vendidad hat Ahriman einen vergeblichen Versuch gemacht, den Zoroaster (Zarathustra) zum Abfall von Ormazd zu verleiten, und Zoroaster seinerseits geht ihm und seiner bösen Schöpfung mit Opfer und Gebet zu Leibe.
Dem Gebot des Ahriman sind nach der Avesta alle anderen bösen Geister, deren verschiedene Arten unterschieden werden, untertan, und die „schlechten Geschöpfe“ – Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer – wurden von ihm geschaffen.

Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.
In der Mithrareligion und im Zervanismus wird Ahriman als Gott verehrt. Ihm werden Tiere geopfert, die der bösen Macht angehören. Auf Reliefs der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.
Die Anthroposophie sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen Luzifer bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken. (Lit.: Bühler, S. 137ff)
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der alten Sonne, nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem alten Mond werden sie dadurch zu Versuchern der Angeloi.
Ahriman ist aber nicht als böse im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als Opfertat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte Weltentwicklung leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die Freiheit erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger Liebe entgelten kann.

Luzifer und Ahriman

Durch die luziferische Verführung stieg der Mensch früher und tiefer als ursprünglich geplant in die sinnliche Welt herab. Dadurch kam er in den Herrschaftsbereich Ahrimans, der aus den Erdentiefen wirkt:

„Wären diese luziferischen Geister nicht gekommen, dann würde der Mensch nicht so früh in die irdische Sphäre hinuntergestiegen sein. Seine Leidenschaft, seine Begierde für die sinnliche Welt hat es auch gemacht, daß er früher seine Augen aufgeschlossen erhalten hat, daß er früher den ganzen Umkreis des sinnlichen Daseins hat sehen können. Der Mensch hätte, wenn es regelmäßig nach den fortschreitenden Geistern gegangen wäre, erst von der Mitte der atlantischen Zeit an die Umwelt gesehen. Aber er hätte sie dann geistig gesehen, nicht so wie heute, er hätte sie so gesehen, daß sie ihm überall der Ausdruck von geistigen Wesenheiten gewesen wäre. Dadurch, daß der Mensch verfrüht herunterversetzt worden ist in die irdische Sphäre, daß ihn seine irdischen Interessen und Begierden heruntergedrängt haben, dadurch kam es anders, wie es sonst gekommen wäre in der Mitte der atlantischen Zeit.
Dadurch haben sich hineingemischt in das, was der Mensch hat sehen und begreifen können, die ahrimanischen Geister, diejenigen Geister, die eben auch mit dem Namen mephistophelische Geister bezeichnet werden können. Dadurch verfiel der Mensch in Irrtum, verfiel in das, was man eigentlich erst die bewußte Sünde nennen könnte. Also von der Mitte der atlantischen Zeit an wirkt auf den Menschen die Schar der ahrimanischen Geister ein. Wozu hat nun diese Schar der ahrimanischen Geister sozusagen den Menschen verführt? Sie hat ihn dazu verführt, daß er das, was in seiner Umgebung ist, für stofflich, für materiell hält, daß er nicht durch dieses Stoffliche hindurchsieht auf die wahren Untergründe des Stofflichen, auf das Geistige. Würde der Mensch in jedem Stein, in jeder Pflanze und in jedem Tier das Geistige sehen, er würde niemals verfallen sein in Irrtum und damit in das Böse, sondern der Mensch würde, wenn nur die fortschreitenden Geister auf ihn gewirkt hätten, bewahrt geblieben sein vor jenen Illusionen, denen er immer verfallen muß, wenn er nur auf die Aussage der Sinneswelt baut.
Ahriman in einer Inszenierung von Rudolf Steiners Mysteriendrama „Die Pforte der Einweihung“ am Goetheanum in Dornach.

Was haben nun dagegen diejenigen geistigen Wesenheiten, welche den Menschen in seinem Fortschreiten erhalten wollen, gegen diese Verführung, gegen Irrtum und Illusion aus dem Sinnlichen unternommen? Sie haben dagegen unternommen, daß der Mensch tatsächlich nunmehr erst mit Recht – natürlich ist das langsam und allmählich gekommen, aber hier liegen die Kräfte, warum das gekommen ist – sozusagen in die Lage versetzt wird, aus der sinnlichen Welt heraus wiederum die Möglichkeit zu gewinnen, über Irrtum und Sünde und das Böse hinwegzukommen, das heißt, sie haben dem Menschen die Möglichkeit gegeben, sein Karma zu tragen und auszuwirken. Haben also diejenigen Wesenheiten, welche die Verführung der luziferischen Wesenheiten gutzumachen hatten, Leiden und Schmerzen, ja auch das, was damit zusammenhängt, den Tod in die Welt gebracht, so haben diejenigen Wesenheiten, welche auszubessern hatten, was aus dem Irrtum über die sinnliche Welt fließt, dem Menschen die Möglichkeit gegeben, durch sein Karma allen Irrtum wieder zu beseitigen, alles Böse wiederum zu verwischen, das er in der Welt angerichtet hat. Denn was wäre geschehen, wenn der Mensch nur dem Bösen, dem Irrtum verfallen wäre ? Dann würde der Mensch nach und nach sozusagen eins geworden sein mit dem Irrtum, er würde unmöglich haben vorwärtsschreiten können; denn mit jedem Irrtum, mit jeder Lüge, mit jeder Illusion werfen wir uns ein Hindernis des Fort-schreitens in den Weg. Wir würden immer um so viel zurückkommen in unserem Fortschreiten, als wir uns Hindernisse in den Weg werfen durch Irrtum und Sünde, wenn wir nicht in der Lage wären, Irrtum und Sünde zu korrigieren, das heißt, wir könnten in Wahrheit das Menschenziel nicht erreichen. Es wäre unmöglich, das, was das Menschenziel ist, zu erreichen, wenn nicht die gegensätzlichen Kräfte, die Kräfte des Karma, wirken würden.

Denken Sie einmal, Sie begehen irgendein Unrecht in einem Leben. Dieses Unrecht, das Sie begangen haben, das bedeutet, wenn es so stehenbliebe in Ihrem Leben, nichts Geringeres, als daß Sie den Schritt, den Sie vorwärts gemacht hätten, wenn Sie das Unrecht nicht begangen hätten, verloren haben. Und mit jedem Unrecht würden Sie einen Schritt verlieren, und dafür wäre gesorgt, daß genügend viele Schritte zurück gemacht werden. Wenn die Möglichkeit nicht gegeben wäre, sich über den Irrtum zu erheben, so müßte der Mensch zuletzt in Irrtum versinken. So aber ist die Wohltat des Karma eingetreten. Was bedeutet diese Wohltat für den Menschen? Ist Karma irgend etwas, vor dem der Mensch sich fürchten soll, vor dem der Mensch schaudern soll ? Nein! Karma ist eine Macht, für die der Mensch eigentlich den Weltenplänen dankbar sein sollte. Denn Karma sagt uns: Hast du einen Irrtum begangen – Gott läßt seiner nicht spotten! Was du gesät hast, das mußt du auch ernten. Dieser Irrtum bewirkt, daß du ihn verbessern mußt; dann hast du ihn aus deinem Karma ausgetilgt und du kannst wieder ein Stück vorwärtsschreiten.

Ohne Karma wäre unser Fortschreiten in der menschlichen Laufbahn unmöglich. Karma erweist uns die Wohltat, daß wir jeden Irrtum wieder gutmachen müssen, daß wir alles, was wir rückwärts getan haben, wieder vernichten müssen. So trat als die Folge der Taten des Ahriman Karma auf.“ (Lit.: GA 107, S. 244ff)

Ahriman als Geist der Schwere
Ahriman wirkt auch – wie manche Urengel – als Geist der Schwere und er hat Gewalt über den Tonäther und den Lebensäther. Durch seinen Einfluss wird der physische Leib des Menschen stärker ins Physische hineingetrieben und dadurch zur männlichen Gestalt geformt. Die weibliche Gestalt wird durch Luzifer gebildet, der auch Einfluss auf den Lichtäther und den Wärmeäther hat, die beide der Leichte verwandt sind.

„Über den Ton- und Lebensäther hat besonders Ahriman seine Gewalt. Ahriman ist zugleich der Geist der Schwere. Ahriman hat das Bestreben, Luzifer entgegenzuwirken. Dadurch wird in einer gewissen Weise wesentlich das Gleichgewicht bewirkt, daß von den weise wirkenden, fortschreitenden Göttern der luziferischen Gewalt, die den Menschen hinausheben will über das Irdische, entgegengestellt wird die ahrimanische Gewalt. Ahriman will nun den Menschen eigentlich herunterziehen ins Physische. Er will ihn mehr physisch machen, als er sonst würde als Mittelmensch. Dazu ist Ahriman dadurch vorbereitet, daß er besonders Gewalt hat über den Ton- und Lebensäther. Und in Ton- und Lebensäther wirkt er und webt er, der Ahriman. Und dadurch wird nun die menschliche physische Gestalt, indem sie aus dem Äther herausgeht ins Physische hinein, in einer andern Weise physisch, als sie geworden wäre durch die bloß fortschreitenden Götter, zur männlichen Gestalt. Die männliche Gestalt wäre ohne den Einfluß Ahrimans gar nicht denkbar, gar nicht möglich. So daß man sagen kann: Die weibliche Gestalt ist herausgewoben durch Luzifer aus dem Wärme- und Lichtäther, indem Luzifer dieser Gestalt ätherisch ein gewisses Streben nach oben einflößt. Die männliche Gestalt wird von Ahriman so geformt, daß ihr ein gewisses Streben zur Erde hin eingepflanzt wird.“ (Lit.: GA 272, S. 182f)
Die Angst als ahrimanisches Phänomen

„Die Furcht ist eine unmittelbare Folge des Irrtums. — Man sieht aber auch, wie mit dem luziferischen Einflusse der Mensch unabhängig wurde von bestimmten Kräften, denen er vorher willenlos hingegeben war. Er konnte nunmehr aus sich heraus Entschlüsse fassen. Die Freiheit ist das Ergebnis dieses Einflusses. Und die Furcht und ähnliche Gefühle sind nur Begleiterscheinungen der Entwickelung des Menschen zur Freiheit.

Geistig angesehen stellt sich das Auftreten der Furcht so, daß innerhalb der Erdenkräfte, unter deren Einfluß der Mensch durch die luziferischen Mächte gelangt war, andere Mächte wirksam waren, die viel früher im Entwickelungslaufe als die luziferischen Unregelmäßigkeit angenommen hatten. Mit den Erdenkräften nahm der Mensch die Einflüsse dieser Mächte in sein Wesen herein. Sie gaben Gefühlen, die ohne sie ganz anders gewirkt hätten, die Eigenschaft der Furcht. Man kann diese Wesenheiten die ahrimanischen nennen; sie sind dieselben, die — in Goethes Sinne — mephistophelisch genannt werden.“ (Lit.: GA 13, S. 256)
Ahrimanische Einflüsse auf das Leben des Menschen nach dem Tod
Ahriman, Abguss des von Rudolf Steiner entworfenen Modells für die große Holzstatue des Menschheitsrepräsentanten.

Die ahrimanischen Wesen kämpfen darum, den Menschen zu verhärten und sich ähnlich zu machen:

„Er würde dadurch im Materiellen unendlich klug werden; unendlich gescheit, unglaublich intelligent würde er werden. Diese Wesenheiten können das nicht direkt erreichen, sie möchten es indirekt erreichen. Deshalb ist es in der Tat ihren wirklich jahrtausendealten Anstrengungen im Erdenleben schon gelungen, ein ganzes Geschlecht solcher untermenschlicher Wesenheiten auszubilden. Sie machen das so, daß sie sich der Instinktnatur der Menschen bemächtigen, wenn diese Instinktnatur besonders wüst und stark ist; sie reißen gewissermaßen diese Instinktnatur an sich. Der Mensch ist dann während seines Lebens verfallen diesen ahrimanischen Mächten.

Wenn der Mensch während seines Lebens verfallen ist den ahrimanischen Mächten, so daß er seinen Leidenschaften, Instinkten, Trieben ganz hingegeben ist, daß er ein wüster Mensch ist, dann können sie das herausreißen nach dem Tode. Und auf diese Weise gibt es nämlich schon eine ganze Bevölkerung, eine untermenschliche Bevölkerung der Erde. Die ist wirklich vorhanden, die ist im Wasser und im Irdischen vorhanden.
Und wenn wir fragen, was die ahrimanischen Wesenheiten mit dieser untermenschlichen Bevölkerung vorhaben, so ist es das, daß sie denken: Jetzt werde ich aus einem Menschen herausziehen diese Instinktnatur; daraus mache ich ein irdisch-wässeriges Wesen. – Diese irdisch-wässerigen Wesen bevölkern tatsächlich die Schichte, die unmittelbar unter der Erdoberfläche liegt. Da sind sie drinnen. Diejenigen Menschen, die in Bergwerken schauen können, die kennen diese Wesenheiten sehr gut. Es sind Wesenheiten, die dadurch vorhanden sind, daß sie dem Menschen im Momente des Todes entrissen worden sind. Und da wartet Ahriman, da warten die ahrimanischen Mächte darauf, daß die Menschen einmal in einer solchen Inkarnation herunterkommen durch ein Karma, das durch die Instinkte, Triebe, Leidenschaften bewirkt wird, daß sie herunterkommen, daß ihnen nun ein solches Wesen besonders gut gefällt, daß Menschen in einem bestimmten Erdenleben sagen: Ich will nicht wieder zurück in die geistige Welt, ich will, nachdem ich meinen physischen Körper verlassen habe, aus dem man ja doch wiederum herausgeht zu einem übersinnlichen Leben, mich verkörpern in einem solchen untersinnlichen Wesen. Dafür bleibe ich dann mit der Erde vereint. Ich sterbe nicht mehr, ich bleibe mit der Erde vereint. Ich wähle, ein untersinnliches Wesen zu sein.

Und in der Tat, so paradox es klingt – man muß darüber erstaunt sein, weil ja die ahrimanischen Wesen eben außerordentlich klug sind -, aber sie sind immer der Meinung, das kann man ganz richtig konstatieren, daß sie imstande sein werden, so viel Menschen auf diese Weise hereinzulocken in ihr Geschlecht, daß die Erde sich einmal mit lauter solchen ahrimanischen untermenschlichen Wesen bevölkern werde. Und dadurch wollen sie die Erde selbst unsterblich machen, so daß sie nicht zerstäubt im Weltenraum.“ (Lit.: GA 218, S. 146f)

Nur durch den Christus der durch das Mysterium von Golgatha in das Totenreich herabstieg, konnte die völlige Verfinsterung des nachtodlichen Lebens, die bereits zur Zeitenwende drohte, verhindert werden.

„Dieser Ahriman wirkt durch die mannigfaltigsten Mittel und Wege auf den Menschen ein. Ich habe Sie darauf aufmerksam machen können, daß es ein großer Moment war für die Entwickelung der Welt, als das Ereignis von Golgatha eintrat. Da erschien der Christus in der Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. In dieser Welt war der Einfluß des Ahriman noch viel stärker, als er in der Welt war, die hier auf der Erde zwischen Geburt und Tod zu sehen ist. Gerade in der Welt zwischen dem Tode und der neuen Geburt wirkten mit einer furchtbaren Gewalt und Macht die Einflüsse des Ahriman auf den Menschen. Und wenn nichts anderes eingetreten wäre, so wäre der Mensch zwischen dem Tode und der neuen Geburt in dem Schattenreiche – wie es mit Recht der alte Grieche empfunden hat – allmählich verfinstert worden. Eine unendliche Vereinsamung und Zurückführung auf die menschliche Egoität wäre eingetreten in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Und der Mensch würde bei der Wiederverkörperung so in sein Leben hineingeboren werden, daß er zu einem krassen, zu einem furchtbaren Egoisten geworden wäre. So ist es daher mehr als eine bloß bildliche Redeweise, daß nach dem Ereignis von Golgatha, in dem Moment, als auf Golgatha das Blut aus den Wunden rann, der Christus in der jenseitigen Welt, in dem Schattenreiche erschien und Ahriman in Fesseln legte. Wenn auch der Einfluß Ahrimans blieb, und im Grunde auf ihn alle materialistische Denkweise der Menschen zurückzuführen ist, wenn auch dieser Einfluß nur dadurch paralysiert werden kann, daß die Menschen das Ereignis von Golgatha in sich aufnehmen, so ist doch dieses Ereignis das geworden, aus dem die Menschen Kraft saugen, um dadurch wieder hineinzukommen in die geistig-göttliche Welt.“ (Lit.: GA 107, S. 171)
Ahrimanische Kultur im Westen

„Und im Westen finden wir nach der weisen Weltenlenkung überall die Seelen eingetaucht in das ahrimanische Element. Am stärksten finden wir das in Amerika. In Amerika besteht die Tendenz, eine Kultur zu entwickeln, die ganz untertaucht in das materialistische, das ahrimanische Element, die ganz durchsetzt wird – selbst da, wo nach Spiritualismus gestrebt wird – von rein materiellen Anschauungen. Selbst da, wo man nach Geistigem strebt, will man dort die Geister handgreiflich nach spiritistischer Art vor sich haben. Das wird immer stärker werden, und die Sehnsucht nach dem Handgreiflichen wird immer größer werden. Sie wird auch den Westen Europas nach und nach ergreifen. Da wird die Mission erfüllt werden, das ahrimanische Element einzuführen in die Kultur.“ (Lit.: GA 159, S. 236)

Schutz vor Ahriman

„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:

Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!

Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden; das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ (Lit.: GA 266c, S. 177)

Die Erlösung Ahrimans

Ahriman kann erlöst werden, wenn er sein Wesen im Spiegel des menschlichen Denkens wiederfindet.

„Die Erlösung des Ahriman geschieht durch das Denken. – Als Mittel gegen zu starke ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war das Wort…» und das achte Kapitel.“ (Lit.: GA 266c, S. 168)

In Rudolf Steiners viertem Mysteriendrama «Der Seelen Erwachen» weist Benedictus den Weg zur Erlösung Ahrimans:

Er strebt das Menschendenken zu verwirren,
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. (Lit.: GA 14, S. 542f)

Anmerkungen

In einem noch tieferen Sinn werden allerdings auch die Asuras, die vom rechten Weg abgewichenen Geister der Persönlichkeit, als Geister der Finsternis bezeichnet. Ihre verdunkelnde Macht überragt die Ahrimans noch bei weitem.

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Schwefel (Der Schwefel wird auch den ahrimanischen Wesenheiten zugeordnet)

Schwefel (von lat. Sulphur) mit dem chemischen Symbol S ist ein chemisches Element, das in der Natur sowohl gediegen in oft mächtigen Lagerstätten vulkanischen Ursprungs, z.B. der berühmten Solfatara bei Neapel, als auch in Form zahlreicher Verbindungen, vor allem in sulfidischen Mineralien, wie Pyrit FeS2, Kupferkies CuFeS2, Bleiglanz PbS und Zinkblende ZnS, vorkommt. Wichtige mineralische Schwefelverbindungen sind auch Sulfaten wie Gips (CaSO4·2H2O) oder Schwerspat (BaSO4). Schwefel ist relativ leicht entzündlich und verbrennt mit blauer Flamme zu Schwefeldioxid (SO2)

Zitate aus „SUBSTANZLEHRE“ von Rudolf Hauschka. Ersterscheinung 1942.
–Aus dem Vorwort zur 12. Auflage 2007: „Die Aufgabe des vorliegenden Buches ist, zu zeigen, wie die heute noch fast allgemein herrschende materialistische Naturanschauung durch eine wesensgemäße Betrachtung der Materie selbst überwunden wird. …“ Verfasser? Ohne Unterschrift!
–Aus dem Vorwort zur 2. Auflage 1942 – Der Verfasser ist ebenfalls nicht genannt. Allerdings wurde angegeben: „München-Höllriegelskreuth, im Januar 1946.“ Es darf wohl angenommen werden, dass Rudolf Hauschka es verfasste.
Seite XII: „Die sehr große Zahl von Zuschriften aus dem Leserkreis, …, zeigt das Verlangen des Publikums nach einer Betrachtungsart der Natur, wie sie in dem vorliegenden Werke versucht wurde. … Weiter Seite XIII: „Mit dem vorliegenden Werk konnte zunächst nur der Versuch einer a h n e n d e n Gestaltung unternommen werden. Es bleibt den künftigen Erkenntniskräften vorbehalten, eine endgültige Gestaltung einer Substanzlehre zu ermöglichen. …“ —
Warum schildere ich das hier vorweg? Es soll dazu dienen, sich vielleicht ein Bild zu erahnen, wann und wie Rudolf Hauschka arbeitete.

23. Kapitel – Magnesia und Schwefel –
[Magnesia lasse ich weg, obwohl auch interessant…]

Seite 197: „Mit dem Magnesium zusammen finden wir den Schwefel als Bestandteil der Meere — nämlich als schwefelsaure Magnesia. Daraus ergibt sich, welche ungeheure Menge Schwefel in den Weltmeeren gelöst sind.“ …

Weiter unten: „Vulkanischer Schwefel, auch heute noch am Ätna entstehend, stammt aus tieferen Erdschichten. Überhaupt scheint es, dass die Entstehung des Schwefels – wenn auch die Annahme der Fäulnis der schwefelsauren Salze unangetastet bleiben mag – mit der Tätigkeit der Erdentiefen im Zusammenhang stehen dürfte. Es sind doch immerhin die Schwefellager in Gegenden, die vulkanisch gewissermaßen durchwärmt sind. [Damit widerspricht R. H. der damals neueren Annahme, auch Schwefel, der vulkanischer Tätigkeit zugeschrieben wird, stamme aus dem Meere.]
Mit der Entstehungsgeschichte des Schwefels sind wir auch schon an sein Wesen herangekommen. Er ist jedenfalls ein Stoff, der Beziehungen zur Wärme hat. Er brennt nicht nur selbst mit einer sehr heißen, aber lichtlosen, dunklen Flamme, sondern er verbindet sich auch gern mit dem Träger der Wärme, dem Feuerstoff [so nennt er den Wasserstoff] zum Schwefelfeuerstoff (Schwefelwasserstoff, H2 S). Dieser ist ein bei jeder Fäulnis entstehendes charakteristisch nach faulen Eiern riechendes Gas.
Das bedeutet aber, dass Schwefel im Eiweiß vorhanden sein muss, wie überhaupt in allen organischen Stoffen, sofern sie, wenn sie durch Fäulnis verfallen, den Schwefelfeuerstoff [s.o.] entwickeln. Und er ist tatsächlich in allen lebenden Organismen, wenn auch oft nur in Spuren, vorhanden. Diese Allgegenwart gibt schon einen Hinweis auf die Bedeutung des Schwefels für alles organische Leben.“

— Jetzt schildert er die außerordentliche innere Verwandlungskraft des Schwefels in 6-7 Modifikationen, die durch Wärme ineinander umwandelbar existenzfähig sind und das in verhältnismäßig geringem Temperaturintervall.

Ferner schildert er die Farben im kolloidalen Zustand des Schwefels:
„.. von hellgelber, rötlicher, purpurner bis blauer Farbe in der Durchsicht; im reflektierten Licht sind diese Lösungen blau bis grün.“

Weiter Seite 199: „Chemisch ist der Schwefel wohl der aktivste aller Stoffe. Nicht in einer klaren Richtung wirkend, wie etwa die Halogene oder der Lebensstoff [so bezeichnet er Sauerstoff], sondern verbindlich verbindend, Möglichkeiten schaffend, brütend und wärmend, die Stoffe gewissermaßen durchkochend.

So auch dürften wir uns die Tätigkeit des Schwefels im Eiweiß vorstellen. Durch seine Neigung zum kolloidalen Zustand und damit zu allem Lebendigen, durch seine innere Wandlungsfähigkeit und seine brütende Wärme ist er der Mischer der Substanzen, vor allem im Organischen. Er ist der Träger des vitalen Aufbaues von der Substanzseite her gesehen, wohl nicht wie der Lebensstoff [Sauerstoff], der aus dem geistigen Kosmos heraus in die lebendige Erscheinung drängt, sondern als dienende Kraft, die die Weltenqualitäten im materiellen Aufbau einander geneigt macht. Der Schwefel widmet seine ganze Tätigkeit dem organischen Leben, macht es dem physischen Wirken geneigt und entzieht es dadurch seelischen oder Bewusstseinsqualitäten, die er abstößt.
Dadurch spielt er in den Stoffwechselprozessen eine wichtige Rolle. Jedermann weiß, wie abträglich seelische Affekte, Ärger, Angst, Unrast und dergleichen beim Essen sind. Verdauungsstörungen sind die Folge davon.“ ….

Weiter Seite 200: „…, dass erhöhte Schwefelzufuhr in den Organismus Schwindelgefühle und Bewusstseinsdämpfungen hervorruft. Durch diese seine Wirksamkeit wird der Schwefel geradezu ein Schlafmittel; denn der Schlaf ist jener extreme Körperzustand, in welchem sich das ganze Menschenwesen so verhält wie sonst nur der Stoffwechselorganismus. Das Seelisch-Bewusstseinsmäßige ist völlig herausgedrängt und abgetrennt von den rein vegetativen, lebendig-physischen Funktionen, die nunmehr ungestört dem reinen Aufbau obliegen.“

— Dadurch aber bekommt der Schwefel den Charakter eines Zwillingswesens.
R. H. schildert nun das Natur-Sommergeschehen, mit seinem Sprießen und Sprossen…

Weiter Seite 200, „Im Dezember hingegen, wenn die Sonne im Schützen steht, hat die Pflanze fast alles Physische-Lebendige abgestreift. Nur mehr ein kleines, fast mineralisches Samenkorn ist übrig geblieben. Ihr Wesen aber webt in den lichtvollen Höhen der Ideenwelt. Und in dieser Hinsicht ist um die Wintersonnenwende der Höhepunkt erreicht.“

Und zum Abschluss: „So sehen wir in den Substanzen Schwefel und Magnesia, in ihren Prozessen, die Natur und Mensch erfassen und durchwirken, letzten Endes kosmische Entitäten,die in den Sternbildern Zwillinge und Schütze lokalisiert sind.“

–Das Sternbild des Schützen schildert R. H. im Schwefelprozesshaften so:
„Der Centaur erhebt sich mit seinem höheren Wesen aus der Härte, aus der Verhornung, aus der Tierheit zum Licht. Er möchte seine niedere Natur abschieben, abstoßen.“ (S.200)

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R.Steiner – Das größte Ideal Ahrimans:

„Allerdings, man betritt da einen Boden, der, ich möchte sagen, aus dünnem Eis besteht, den der moderne Mensch nicht gern betreten will, weil er am liebsten mochte, dass ihm von irgendwelchen äußeren weltlichen Mächten seine Unsterblichkeit auf irgendeine Weise garantiert würde, dass er nicht irgend etwas dazu tun müsste, um in sich das aufzuwecken, was sonst einschlafen könnte, was sonst den Tod mitmachen könnte, indem der menschliche Leib durch den Tod geht. Und indem wir in der modernen Menschheit das Denken immer ähnlicher machen dem physischen Ablauf der Gehirnvorgänge, geht in der Tat diese moderne Menschheit nicht etwa nur der Gefahr entgegen, nichts mehr von der Unsterblichkeit zu verstehen, sondern die moderne Menschheit geht der Gefahr entgegen, die Unsterblichkeit zu verlieren.

Das ist ja das größte Ideal des Ahriman, den Menschen in seiner Individualität zu vernichten, ihn nicht mehr individuell sein zu lassen, aber die Kräfte, die er hat, die Denkkraft, hereinzunehmen in die irdischen Kräfte, dass, wenn einmal die Erde ein großer Leichnam sein wird, dieser Leichnam durchwoben sein wird von all den Kräften, die der
Mensch durch seine Logik der Erde einverleibt. So dass man eine große Erdenspinne haben würde, in der die etlichen siebzig Elemente vollständig zerpulvert leben würden; aber darinnen wie riesige, ineinander sich verfilzende Spinnen das menschliche Denken, nach dem Muster des bloßen abstrakten Denkens hineinverwoben. Das ist das Ideal, das Ahriman erreichen möchte: den Menschen die Individualitäten zu vernichten, um die Erde umzuformen aus der Kraft des menschlichen Denkens in ein Gewebe von riesigen Gedankenspinnen, aber
realen Spinnen. Das ist das ahrimanische Ziel, dem entgangen werden muss dadurch, dass der Mensch nun wirklich erfasst ist von der Geistsprache: «Nicht ich, sondern der Christus in mir», indem das wahre Ich lebendig in ihm wird, das unsterbliche Ich, das verstehen kann die
Worte: «Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.» Diejenige Weisheit kann nicht vergehen, die Realität ist, die jene Realität in sich fasst, durch welche, wenn die Erde ein Leichnam ist, das ganze Wesen des Menschen sich zu neuem Dasein fortpflanzt. Mit dem neuen Jerusalem in der Apokalypse soll von solchem Dasein gesprochen werden. Aber verstanden müssen diese Dinge wiederum werden. Das größte Hindernis solchen Verständnisses ist selbstverständlich alle Einsteinerei und dergleichen, all das, was heute als die große, furchtbare Abstraktionssucht durch die Welt geht, die ganz dazu geeignet ist, die Niedergangskräfte weiterzuentwickeln; während es zum Heile der Menschheit einzig und allein nur sein kann, sich der Aufgangskräfte zu bedienen, der wirklichen Leibes- und Seelen- und geistigen Kräfte.“

Rudolf Steiner in der GA 205, S. 50 f.

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Die luziferischen Wesenheiten und der Phosphor
hier weiter

Die Wesenheiten der Asuras
hier weiter

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Die Widersacher – Luzifer, Ahriman, Sorat, Asuras. Kurztexte von Rudolf Steiner
hier weiter

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„Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können“
hier weiter

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