Die Wissenschaft vom Werden des Menschen / Rudolf Steiner

Aus:

RUDOLF STEINER
Die Wissenschaft
vom Werden des Menschen,

GA 183

Neun Vorträge, gehalten in Dornach
vom 17. August bis 2. September 1918

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Es wird bei diesem Thema dringend empfohlen, sich erst mit den Grundlagen der Anthroposophie zu beschäftigen:
hier weiter
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NEUNTER VORTRAG
Dornach, 2. September 1918

Inhaltsübersicht:
Unsere ganze Erdenentwickelung ist in der Rückentwickelung. Da hören gewisse Fähigkeiten, gewisse Kräfte auf, die in der vorhergehenden Zeit der aufsteigenden Entwickelung da waren, und andere müssen für diese aufhörenden Kräfte und Fähigkeiten eintreten…
Nicht nur hat sich das Leben des Menschen auf der Erde zwischen der Geburt und dem Tode geändert mit Bezug auf solche Fähigkeiten, sondern eigentlich, und noch radikaler, hat sich das Leben der Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt geändert. Und da muß gesagt werden, daß für diesen Zeitraum, vom Tode bis zur neuen Geburt, es im gegenwärtigen Menschheitszyklus, der also schon zu den absteigenden gehört, so ist, daß die Menschen, wenn sie durch die Pforte des Todes treten, gewisse Erinnerungen haben müssen an dasjenige…
Es gehört geradezu zu den notwendigen Vorbedingungen eines rechten Lebens nach dem Tode, daß die Menschen immer mehr und mehr hier vor dem Tode gewisse Vorstellungen sich erwerben über das Leben nach dem Tode, denn nur, wenn sie sich erinnern an diese Vorstellungen, die sie sich hier erworben haben, können sie sich orientieren in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt…
Wie kommt es, daß in unserer Weltenordnung manche Menschen ganz jung sterben, schon als Kinder oder als junge Leute oder im mittleren Lebensalter, andere erst sterben, wenn sie alt geworden sind? Mit was in der Weltenordnung hängt dieses zusammen?
Würden nicht die schöpferischen Mächte sich der ahrimanischen Geister bedienen, um unser Haupt zu
formen, dann würden wir alle – verzeihen Sie, aber es ist so – zwar ein viel weicheres Haupt tragen, aber wir würden alle ein tierisches Haupt tragen…
Aber die göttlichen Mächte bedienen sich auch der luziferischen Geister. Würden sie sich dieser luziferischen Geister nicht bedienen, so würde wiederum unser Extremitätenmensch von der jetzigen zu der nächsten Inkarnation sich nicht umwandeln können…
Durch unser Haupt faßt uns Ahriman, durch unsere Extremitäten faßt uns Luzifer…
Der Zusammenhang zwischen dem Seelisch-Geistigen und dem Physisch-Ätherischen im Menschen der Gegenwart ist, möchte ich sagen, schon sehr locker geworden…
Die gegenwärtigen Ideale, die im Menschen sich bilden können, werden Natur sein, wenn alles dasjenige, was jetzt Natur ist, nicht mehr da sein wird…
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NEUNTER VORTRAG
Dornach, 2. September 1918
– Kurztext.
Die Betrachtungen, die wir gegenwärtig anstellen, betreffen Dinge, welche von vielen Menschen, die etwas in der einen oder andern Form davon wissen, als Mysterien behandelt werden. Und es wird aus gewissen Gründen das Wissen von diesen Dingen der Welt von vielen Seiten her ferngehalten, weil man der Ansicht ist, daß eben die Dinge, die in Betracht kommen, Teile sind von einem umfassenden Wissen über übersinnliche Angelegenheiten, das der Menschheit heute noch nicht mitgeteilt werden solle. Ich halte diese Anschauung mit Bezug auf gewisse Dinge, von denen hier die Rede ist, nicht für richtig, sondern mir erscheint es notwendig, daß die Menschheit den mutigen Entschluß fasse, einzutreten in eine wirkliche Betrachtung der übersinnlichen Welten. Und das kann man doch nicht anders, als wenn man das, was konkret über die betreffende Frage in Betracht kommt, unmittelbar anfaßt.

Nun möchte ich heute gewissermaßen zuerst eine Art von Vorfrage erledigen. Wir haben gestern gesprochen über die Gliederung des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Ein sehr verbreiteter Einwand gegen das Besprechen dieser Dinge, jetzt nicht von seiten der Eingeweihten, sondern von seiten der Uneingeweihten, ist der, daß man einfach sagt: Ja, wozu ist es nötig, über diese Dinge etwas zu wissen? Man könnte ja warten, bis der Mensch durch die Pforte
des Todes durchgeht, und dann werde er schon sehen, wie es da in der geistigen Welt eigentlich aussieht…

Schon die Betrachtungen, die wir in diesen Tagen angestellt haben, können Sie darauf aufmerksam machen, daß es darauf ankommt, hinzuschauen auf die absteigende Entwickelung, auf dasjenige, was gewissermaßen nicht in der Evolution, sondern in der Devolution ist, was in der Rückentwickelung ist. Unsere ganze Erdenentwickelung ist in der Rückentwickelung. Da hören gewisse Fähigkeiten, gewisse Kräfte auf, die in der vorhergehenden Zeit der aufsteigenden Entwickelung da waren, und andere müssen für diese aufhörenden Kräfte und Fähigkeiten eintreten. Und so ist es insbesondere mit Bezug auf gewisse innere seelische Fähigkeiten des Menschen.
Man kann sagen: Bis zum vierten nachatlantischen Zeitraum, bis gegen die Zeit des Mysteriums von Golgatha hin, waren in den Menschen noch die Fähigkeiten vorhanden, mit der übersinnlichen Welt einen gewissen Zusammenhang zu haben. Wir wissen, daß in der mannigfaltigsten Weise diese Fähigkeiten verschwunden sind. Sie sind nicht mehr als elementarische Fähigkeiten vorhanden, sie sind gewissermaßen dahingeschwunden. Nicht nur hat sich das Leben des Menschen auf der
Erde zwischen der Geburt und dem Tode geändert mit Bezug auf solche Fähigkeiten, sondern eigentlich, und noch radikaler, hat sich das Leben der Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt geändert.

Und da muß gesagt werden, daß für diesen Zeitraum, vom Tode bis zur neuen Geburt, es im gegenwärtigen Menschheitszyklus, der also schon zu den absteigenden gehört, so ist, daß die Menschen, wenn sie durch die Pforte des Todes treten, gewisse Erinnerungen haben müssen an dasjenige, was sie sich erworben haben hier im physischen Leibe, wenn sie die richtige Stellung und das richtige Verhältnis zu den Ereignissen, denen sie ausgesetzt sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, finden wollen. Es gehört geradezu zu den notwendigen Vorbedingungen eines rechten Lebens nach dem Tode, daß die Menschen immer mehr und mehr hier vor dem Tode gewisse Vorstellungen sich erwerben über das Leben nach dem Tode, denn nur,
wenn sie sich erinnern an diese Vorstellungen, die sie sich hier erworben haben, können sie sich orientieren in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.

Es ist sachlich unrichtig, wenn behauptet wird, man könne warten bis zum Tode mit solchen Vorstellungen über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Würden die Menschen fortfahren, in diesen Vorurteilen zu leben, würden sie
es fortdauernd ablehnen, Vorstellungen schon hier gewinnen zu wollen über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so würde dieses Leben, dieses leibfreie Leben für sie ein finsteres werden, ein unorientiertes werden; sie würden nicht – durch alles dasjenige, was ich Ihnen gestern geschildert habe – in der richtigen Weise in ihre
geistige Umgebung eindringen können.

Bis nahe zum Mysterium von Golgatha war es so, daß die Menschen sich hier ins physische Leben Fähigkeiten hereingebracht haben, die aus der geistigen Welt stammten. Daher hatten sie atavistisches Hellsehen. Dieses atavistische Hellsehen kam davon, daß gewisse geistige Fähigkeiten sich aus dem Zustand vor der Geburt hereinerstreckten in dieses Leben. Das hörte auf.
Die Menschen haben keine Fähigkeiten mehr hier im physischen Leben, die sich hereinerstrecken aus dem vorgeburtlichen Leben. Das wissen Sie ja. Aber dafür muß umgekehrt das andere eintreten: Die Menschen müssen sich immer mehr und mehr hier auf der Erde Vorstellungen über das Post-mortem-Leben, das Leben nach dem Tode, erwerben, damit sie sich erinnern können nach dem Tode, damit sie durch des Todes Pforte etwas durchtragen können.

Das ist dasjenige, was ich zu dieser Vorfrage insbesondere bemerken will. Also die bequeme Rede, daß man warten könne bis zum Tode mit solchen Vorstellungen, die gilt nicht, wenn man im Konkreten ins Auge faßt, in welchem Zeitpunkt der Erdenentwickelung wir uns eigentlich befinden. Und das muß man wirklich immer im Konkreten ins Auge fassen…

Und nun möchte ich auf einiges eingehen, das unsere Betrachtungen zu einem vorläufigen kleinen Abschluß bringen kann. Wir sind ausgegangen davon, daß der gegenwärtige Mensch eine Kluft empfindet zwischen dem, was er Ideale nennt, seien es moralische oder sonstige Ideale, was er auch Ideen nennt, und dem, was er als seine Anschauungen empfindet über die rein natürliche Weltenordnung. Die Begriffe und Anschauungen, die sich der Mensch macht über die natürliche Weltenordnung, die befähigen ihn nicht, anzunehmen, daß dasjenige, was er als Ideale in seinem Herzen trägt, reale Macht hat, sich wirklich so wie eine Naturkraft realisieren kann.
Das Wesentliche, was für diese Frage in Betracht kommt, ist nun das Folgende: Wir wissen jetzt, wie es mit der Gliederung des Menschen hier auf der physischen Erde steht. Wir wissen auch, wie esteht mit der Gliederung des Menschen in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.

Ich habe vor einiger Zeit eine Frage aufgeworfen, welche eigentlich schon als eine konkrete Frage vor die menschliche Seele tritt, wenn der Mensch das Leben betrachtet, welche aber gerade eine Frage ist, der gegenüber man gar nichts sagen kann, wenn man vor der eben charakterisierten Kluft zwischen Idealismus und Realismus steht, das ist die Frage: Wie kommt es, daß in unserer Weltenordnung manche Menschen ganz jung sterben, schon als Kinder oder als junge Leute oder im mittleren Lebensalter, andere erst sterben, wenn sie alt geworden sind? Mit was in der Weltenordnung
hängt dieses zusammen? – Weder der Idealismus auf der einen Seite, noch der Realismus auf der andern Seite, der die Ideale nicht als reale Mächte ansehen kann, können irgend etwas über solche Fragen, die aber Lebensfragen sind, ausmachen. Diesen Fragen kann man auch nur dann nahetreten, wenn man etwas ganz Bestimmtes ins Auge
faßt. Und das ist, wenn man ins Auge faßt, daß der gegenwärtige Mensch, so wie er einmal als Erdenmensch vor uns steht, verhältnismäßig leicht fertig wird mit dem Raume, aber er wird nicht in gleicher Weise fertig mit der Zeit. In dieser Beziehung bieten die sämtlichen philosophischen Anschauungen, die es bis heute gibt, eigentlich keinen
irgendwie nennenswerten Aufschluß, und die Frage nach dem Wesen der Zeit ist eigentlich bisher nur in engsten menschlichen Kreisen behandelt worden. Es ist auch nicht so ganz leicht, über die Zeit und ihr Wesen populär zu sprechen, aber vielleicht gelingt es doch, bei Ihnen eine Vorstellung hervorzurufen von dem, was ich eigentlich meine,
wenn ich die Zeit in Analogie mit dem Raume einmal zur Erörterung bringe.

Ich muß da allerdings Ihre Geduld etwas in Anspruch nehmen, weil scheinbar, aber eben nur scheinbar, die kurze Betrachtung, die ich darüber anstellen will, einen etwas abstrakten Charakter hat. Wenn Sie einfach ein Stück der Räumlichkeit überschauen, so wissen Sie, daß dasjenige, was Sie da überschauen, sich Ihnen offenbart in
einem perspektivischen Charakter. Sie müssen mit der Perspektive des Raumes rechnen, wenn Sie ein Stück Raum überschauen. Wenn Sie nun das Stück Raum, das Sie überschauen und dem Sie ganz instinktiv einen perspektivischen Charakter zuschreiben, auf eine Fläche bringen, dann berücksichtigen Sie die Perspektive dabei. Nicht wahr, wenn Sie
in eine Allee hineinschauen, so sehen Sie die entfernten Bäume der Allee kleiner und näher aneinandergerückt. Das können Sie in der Perspektive ausdrücken, und Sie können in einer gewissen Weise perspektivisch auf einer Fläche zum Ausdruck bringen, was Sie im Raume sehen.
Nun ist es klar, daß dasjenige, was Sie im Raume sehen, in der Fläche nebeneinander ist. Im Raume ist es nicht nebeneinander; da sind diese zwei Bäume da vorne und zwei Bäume sind weit entfernt. Aber indem Sie den überschaubaren Raum in die Fläche bringen, setzen Sie dasjenige, was hintereinander ist, nebeneinander.
Sie haben wiederum instinktiv die Fähigkeit, das, was Sie so malerisch oder zeichnerisch auf einer Fläche sehen, gewissermaßen in das Räumliche umzusetzen. Daß Sie diese Fähigkeit haben, das rührt davon her, daß der Mensch, so wie er jetzt einmal als Erdenmensch ist, sich von dem Raume als solchem verhältnismäßig stark losgelöst hat.
Nicht in gleicher Weise hat sich der Mensch von der Zeit losgelöst. Und das ist etwas ungeheuer Eingreifendes und Wichtiges, aber etwas leider kaum Bemerktes, kaum von der Wissenschaft Bemerktes. Der Mensch glaubt, wenn er sich in der Zeit entwickelt, die Zeit zu überschauen, die Zeit zu haben.

Aber er hat in Wirklichkeit nicht die reale Zeit. Er hat gar nicht die reale Zeit, sondern das, was Sie als Zeit er-
leben, das ist eigentlich im Verhältnis zu der wirklichen Zeit etwas, was man ein Abbild nennen kann. So wie dieses Bild (siehe Zeich-nung) in der Fläche sich zu dem Raume verhält, so verhält sich das, was der gewöhnliche Mensch Zeit nennt, zu der wirklichen Zeit. Der gewöhnliche Mensch erlebt nämlich nicht die wirkliche Zeit, sondern er erlebt ein Abbild der Zeit, er erlebt tatsächlich ein Abbild der Zeit.
Und das kann man sich so sehr schwer vorstellen. Sie können sich zum Beispiel außerordentlich schwer vorstellen,
daß dasjenige, was heute wirkt, gar nicht im jetzigen Zeitpunkt vorhanden zu sein braucht, sondern in einem viel früheren Zeitpunkte real ist und im heutigen Zeitpunkte nicht real ist. Sie sehen gleichsam dasjenige, was in sehr frühem Zeitraume vorhanden ist, perspektivisch in Ihre eigene Zeit hereinwirken.
Das, was ich jetzt gesagt habe, hat eine sehr bedeutsame Folge. Das hat nämlich die Folge, daß alles das, was wir Natur nennen, einen ganz andern Charakter trägt als alles dasjenige, was wir als einen gewissen Teil des Menschen selbst betrachten müssen. In der Natur draußen wirkt zum Beispiel auch Ahriman, beziehungsweise es wirken die
ahrimanischen Mächte; aber die ahrimanisehen Mächte wirken in der Natur draußen niemals gegenwärtig. Wenn Sie die gesamte Natur überschauen, so wirkt schon Ahriman in der Natur, aber er wirkt von einer entfernten Zeit her. Von der Vergangenheit her wirkt Ahriman.

Und ob Sie das mineralische, das pflanzliche, das tierische Reich überblicken, Sie dürfen niemals sagen, in dem, was gegenwärtig vor Ihren Augen sich ausbreitet, liege etwas, worin Ahriman tätig ist. Und doch ist Ahriman drinnen tätig; aber von der Vergangenheit her…

Und Ihnen erscheint Ahriman in der Natur, wenn Sie ihn da gewahr werden, perspektivisch. Würden Sie sagen: Ahriman wirkt gegenwärtig – dann begehen Sie der Natur gegenüber denselben Fehler, wie wenn Sie sagen würden: Überschaue ich einen Raum, so stehen die entfernten Bäume, weil sie sich perspektivisch in die Fläche hineinstellen lassen, so neben den nahen Bäumen.
Eine Grundforderung für ein reales Schauen in der geistigen Welt ist dieses, daß man zeitlich perspektivisch sehen lernt, daß man lernt, zeitlich jegliches Wesen an seinen richtigen Zeitpunkt zu setzen.
Wenn ich nun gestern gesagt habe: Das Ich wird nach dem Todegewissermaßen aus dem flüssigen Zustand heraus in eine Art festen Zustandes versetzt -, so ist das noch nicht alles, sondern es kommt noch das andere dazu. Nehmen Sie an, Sie lebten hier auf der Erde mit Ihrem Ich vom Jahre 1850 bis zum Jahre 1920, und im Jahre 1920 werden Sie Ihr Ich gewahr.

Ich meine also: Wohl werden Sie es schon früher gewahr, aber nun blicken Sie zurück, mit dem Geistselbst durch
die Hierarchien blicken Sie auf Ihr Ich zurück; da sehen Sie Ihr Ich immer als stehengeblieben vom Jahre 1850 bis 1920. Das Ich bleibt da, bleibt stehen. Das heißt: Ihre Erlebnisse gehen bald nach Ihrem Tode nicht mit Ihnen, sondern Sie sehen auf sie zurück, Sie schauen nun von einer zeitlich entfernten Perspektive auf das zurück, und Sie
sehen in die Zeitenlänge hinein, wie Sie hier in der physischen Welt in die Raumeslänge hineinsehen. Ich kann es auch so ausdrücken: Indem Sie, sagen wir, 1920 sterben, leben Sie mit alldem, was ich Ihnen gestern als die Glieder Ihres Wesens geschildert habe, dann weiter; aber Sie sehen zurück auf die Zeitstrecke, in der Sie hier auf Erden
mit Ihrem Ich gelebt haben. Und diese Zeitstrecke bleibt dort, und Sie sehen sie immer, indem Sie perspektivisch weiterleben, an der Zeitstelle, wo sie war. Und so müssen Sie sich vorstellen, daß Ahriman wirksam ist draußen in der Natur, aber von einer früheren Zeitstelle aus…

Das ist sehr wichtig. Das ist etwas, was sehr wenig berücksichtigt wird. Wenn man die Welt verstehen will, wenn man geisteswissenschaftlich von der Zeit sprechen will, so muß man durchaus die Zeit raumähnlich vorstellen und muß dieses Verbundenbleiben des Wesenhaften mit der Zeit ins Auge fassen. Das ist sehr wichtig.
Nun ist das, was ich Ihnen mit Bezug auf die ahrimanischen Mächte gesagt habe, daß sie von der Vergangenheit her wirken, für die Natur so richtig. Aber beim Menschen wird es gerade anders. Beim Menschen wird es eben, während er hier zwischen Geburt und Tod lebt, dadurch anders, daß für ihn alles in der Zeit Ablaufende eben zur Maja, zur Täuschung wird. Der Mensch lebt, während er hier lebt, selber im Laufe der Zeit drinnen, und indem er eine gewisse Anzahl von Jahren durchlebt, durchlebt er den Zeitenlauf mit. Indem die Zeit abläuft, läuft er selber mit der Zeit ab. Das ist mit dem Räume nicht der Fall. Wenn Sie eine Allee entlanggehen, bleiben die Bäume zurück und Sie schreiten vorwärts, und Sie nehmen die Bäume, die zurückgeblieben sind, also auch Ihre Eindrücke, nicht so mit, daß Sie, indem
Sie einen Schritt machen würden, die Meinung hätten, es ginge das Baumbild mit Ihnen mit. Mit dem Zeitbilde machen Sie das.
Hier im physischen Leibe machen Sie das tatsächlich so – weil Sie selbst in der Zeit sich weiterentwickeln -, daß Sie sich über die Zeit in bezug auf ihre Perspektive einer Täuschung hingeben. Sie merken die Perspektive der Zeit nicht. Und insbesondere merkt es nicht das Unterbewußtsein des Menschen. Das Unterbewußtsein des Menschen merkt erst
recht dieses Mitleben mit der Zeit nicht, gibt sich einer vollständigen Täuschung mit Bezug auf die Perspektive der Zeit hin. Das aber hat eine ganz bestimmte Folge. Das hat die Folge, daß nun in demjenigen, was im Menschen geschieht, ahrimanische Mächte als gegenwärtige Mächte wirken können. Ins menschliche Seelenleben herein wirken ahrimanische Mächte als gegenwärtige Mächte. So daß der Mensch der Natur so gegenübersteht: Indem er in die Natur hinaussieht, ist im Gegenwärtigen nichts Ahrimanisches. In ihm wirkt das Ahrimanische als Gegenwärtiges, eben gerade als Maja, als Täuschung.
Aber der Mensch ist dieser Täuschung über die Dinge, die ich Ihnen auseinandergesetzt habe, hingegeben, so daß durch den Menschen die ahrimanischen Mächte die Möglichkeit gewinnen, in die Gegenwart hereinzukriechen, in die Gegenwart hereinzuwandeln. Wir können sagen:
Die ahrimanischen Mächte – und so ist es nun auch mit den luziferischen Mächten, wenn auch von einem gewissen andern Gesichtspunkte aus, wovon wir gleich sprechen werden – wirken in der Natur so, daß sie eigentlich mit der Gegenwart nichts zu tun haben, sondern von der Vorzeit herein ihre Wirkungen erstrecken. Im Menschen wirken diese ahrimanischen Mächte gegenwärtig.

Was ist die Folge? Die Folge davon ist, daß der Mensch in seinem tiefsten Seelischen in bezug auf den eben auseinandergesetzten Punkt sich nicht verwandt mit der Natur fühlen kann. Er sieht auf sein Wesen, beziehungsweise fühlt sich in seinem Wesen, empfindet das naturgemäße Wesen. Weil in ihm ahrimanische Mächte Gegenwartsmächte sind, in der Natur ahrimanische Mächte Vergangenheitsmächte sind, erscheint ihm alles dasjenige, was naturgemäß ist, anders
als dasjenige, was sich in ihm selbst entwickelt. Den Unterschied, den der Mensch zwischen sich und der Natur merkt, den enträtselt er sich nicht in der richtigen Weise. Würde er sich ihn in der richtigen Weise enträtseln, so wäre es so, wie ich es eben auseinandergesetzt habe. Er würde sagen: Draußen in der Natur wirkt Ahriman von der Vergangenheit aus; in mir wirkt Ahriman als eine gegenwärtige Macht. –

Dadurch aber kommt es, wenn er auch den Unterschied nicht weiß, daß er sich im Sinne dieses Unterschiedes verhält, und die Natur als geistlos empfindet. Er empfindet es schon, daß in der Gegenwart die ahrimanischen Mächte nicht in der Natur unmittelbar wirksam sind, aber er empfindet die Natur als geistlos, weil er sich nicht sagt: Ahriman wirkt von der Vergangenheit her -, sondern er sieht nur auf die gegenwärtige Natur. Darinnen wirkt nicht Ahriman.

Nun ist aber Ahriman, so sonderbar das klingen mag, diejenige Macht, deren sich die allgemeine Weltenschöpfung bedient, um die Natur hervorzubringen. Wenn man von dem Geist der Natur spricht, wenn man vom reinen Geist der Natur spricht, müßte man eigentlich von dem ahrimanischen Geiste sprechen. Da ist er vollberechtigt, der ahrimanische Geist. Die Wesenheiten der normalen Hierarchien, die bedienen sich des ahrimanischen Geistes, um das hervorzubringen,
was sich als Natur um uns herum ausbreitet. Daß wir die Natur nicht durchgeistigt empfinden, das rührt eben davon her, daß im gegenwärtigen Leben der Natur der Geist nicht enthalten ist, sondern daß er von der Vergangenheit her wirkt.

Und das ist das Geheimnis, möchte ich sagen, der weltschöpferischen Mächte, daß sie sich eines Geistes, den sie stehengelassen haben auf einer früheren Stufe, bedienen zur Wirkung auf einer späteren Stufe, aber ihn von der Vergangenheit herein wirken lassen.

Wir müßten, wenn wir von der Natur sprechen, nicht von Stoff sprechen, auch nicht von Kräften sprechen, wir müßten von ahrimanischen Wesenheiten sprechen; aber wir müßten dann so sprechen, daß wir diese ahrimanischen Wesenheiten in die Vergangenheit setzten.
So daß das Sonderbare herauskommt: Nehmen Sie an, irgendein Naturphilosoph sinnt, sinnt nach, was hinter den Erscheinungen der Natur ist. Nun, da macht er sich allerlei Theorien und Hypothesen über Atomzusammenhänge und dergleichen. So ist aber die Sache nicht. Hinter dem, was sich da sinnenfällig um uns herum ausbreitet,
ist eigentlich nicht das, was die Naturphilosophen gewöhnlich vermuten, sondern hinter alldem ist die Summe der ahrimanischen Mächte, aber nicht als gegenwärtige. Ist also der Naturphilosoph genötigt, sagen wir, hinter den chemischen Elementen irgendwelche Atomstrukturen zu vermuten, so ist das falsch; hinter den chemischen
Elementen stehen ahrimanische Mächte. Aber wenn Sie das, was Sie sehen von den chemischen Elementen, abheben könnten und dahinterschauen, so würden Sie in der Gegenwart nichts dahinter sehen: da wäre es hohl, wo man die Atome sucht, und das, was wirkt, wirkt in diesen Hohlraum aus der Vergangenheit herein. So ist es in Wirklichkeit. Daher diese vielen verunglückten Theorien über dasjenige, was das «Ding an sich» ist; denn dieses «Ding an sich» ist in der Gegen-
wart überhaupt nicht da. Sondern es ist an der Stelle, wo das «Ding an sich» gesucht wird, nichts; aber die Wirkung ist dort aus der Vergangenheit herein. So daß man sagen könnte, wenn Kant sein «Ding an sich» gesucht hat, so hätte er sagen müssen: Da, wo ich an das «Ding an sich» heran will, da kann ich nicht heran. – Das hat er ja auch gesagt. Aber er ist nicht darauf gekommen, daß er da überhaupt zunächst gegenwärtig nichts gefunden hätte, und daß er, wenn er
hinter den Schleier der Dinge gegangen wäre, hätte weit zurückgehen müssen; dann hätte er ahrimanische Mächte gefunden.
Im Menschen selbst ist es anders. Gerade dadurch, daß der Mensch lebendig in die Zeit versetzt wird, dadurch ist es den ahrimanischen Mächten möglich gewesen, durch die Pforte der Menschheit in unsere Welt einzudringen und innerhalb des Menschen als solchem zu wirken.

Und die Folge davon, daß die ahrimanischen Mächte im Menschen wirken, ist die, daß der Mensch loslöst dasjenige, was er in der Gegenwart sieht, von dem Geistigen, daß der Mensch sein Gegenwartsdasein löst von dem Geistigen. Das ist die Folge dessen, daß wir die ahrimanischen Mächte innerhalb der Maja in uns tragen. So daß man sagen kann: So wie wir die Welt materiell ansehen, losgelöst vom Geiste, als bloße Naturordnung, die ihren Gipfel zu finden glaubt in
dem Gesetz der Erhaltung der Kraft und des Stoffes – was eine Illusion ist -, was wir da als eine Naturordnung sehen, es ist lediglich durch den Umstand herbeigeführt, daß wir die ahrimanischen Mächte in uns tragen, und daß sie in der Natur draußen als gegenwärtige Mächte nicht sind. –

Es stimmt deshalb dasjenige, was wir über die Natur denken, indem wir sie bloß materiell denken, nicht mit der
Natur überein, stimmt nur mit der gegenwärtigen Natur überein.
Aber diese gegenwärtige Natur ist eben ein Abstraktum, weil in ihr der vergangene Ahriman immer hereinwirkt.
Nun wirkt in den Menschen nicht nur das Ahrimanische, sondern auch das Luziferische herein. Dieses Luziferische aber, das hat gewissermaßen eine andere Tendenz im Weltenall als das Ahrimanische.
Vergegenwärtigen wir uns die Tendenz des Ahrimanischen, so wie wir die Sache jetzt ausgesprochen haben.

Die Tendenz des Ahrimanischen in uns besteht darin, die Welt materialistisch vorzustellen. Daß wir die Welt materialistisch vorstellen, daß wir uns eine bloße Naturordnung denken, ist die Folge davon, daß wir Ahrimanisches in uns tragen. Daß wir Ideale in uns tragen, welche sich loslösen von der allgemeinen Natur, nach denen wir uns in unserem gegenseitigen Verhalten richten wollen, die uns aber doch nur wie Träume erscheinen müssen innerhalb der gegenwärtigen Weltanschauung, die ausgeträumt sind, wenn nach der Naturordnung die Erde an ihrem Endzustand
angekommen ist, das ist die Folge davon, daß die luziferischen Mächte, die ebenso wie die ahrimanischen in uns leben, immerfort das Bestreben haben, den Teil von uns, der ihnen zugänglich ist, ganz aus der Naturordnung herauszureißen und vollständig zu vergeistigen. Die luziferischen Mächte haben nämlich zu ihrer Haupttendenz, insofern
sie in uns wohnen, uns so geistig wie möglich zu machen, uns womöglich loszureißen von allem materiellen Leben. Daher gaukeln sie uns solche Ideale vor, die keine Naturmächte sind, sondern die machtlos sind in der gegenwärtigen Naturordnung.

Und verfiele der Mensch ganz und gar im Laufe der zukünftigen Erdenperiode dem luziferischen Einfluß, so daß er glauben würde, Ideale seien eben nur gedachte Dinge, nach denen sich das Gemüt richten kann, so würde
dieser Mensch den luziferischen Mächten folgen. Die materielle Erde, zu der wir gehören, würde verfallen, zerstieben im Weltenall, würde ihren Zweck nicht erfüllen, und die luziferischen Mächte würden den Menschen in eine andere geistige Welt führen, in die er nicht gehört.
Dazu brauchen sie den Kniff, uns Ideale vorzugaukeln, die eigentlich bloße Träume sind. Wie uns Ahriman nach der einen Seite eine Welt vormacht, welche eine bloße Naturordnung ist, so macht uns Luzifer auf der andern Seite eine Welt vor, die rein nur in gedachten Idealen besteht.
Das ist etwas sehr Bedeutungsvolles. Und gegenwärtig wird nur ein Ausgleich, möchte ich sagen, in den Gebieten herbeigeführt, die noch im menschlichen Unbewußten liegen. Aber die Menschen müssen sich dieser Sache immer mehr und mehr bewußt werden, sonst kommen sie aus diesem Dilemma nicht heraus, kommen nicht dazu, eine Brücke zwischen dem Idealismus und dem Realismus zu bauen, welche Brücke aber notwendig ist.

Dasjenige, was gegenwärtig noch eine Art Ausgleich schafft, das ist das Folgende. Wenn gegenwärtig ganz junge Menschen sterben, zum Beispiel Kinder, so haben diese Kinder – bei jungen Menschen ist es ebenso – eben in die Welt hereingeschaut; sie haben nicht voll das Dasein hier auf dem physischen Plane ausgelebt. Mit einem auf dem
physischen Plane unausgelebten Leben kommen sie hinüber in die andere Welt, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verlebt wird, so verlebt wird, wie ich es gestern geschildert habe. Dadurch, daß sie einen Teil nur des Erdenlebens gelebt haben, bringen sie etwasvom Erdenleben mit hinüber in die geistige Welt, das man nicht hin-
überbringen kann, wenn man alt geworden ist. Man kommt anders in der geistigen Welt an, wenn man alt geworden ist, als wenn man jung stirbt. Wenn man jung stirbt, so hat man das Leben so durchlebt, daß man noch viele Kräfte in sich hat vom vorgeburtlichen Leben. Man hat als Kind und als junger Mensch das leibliche Leben so durchlebt, daß man darinnen noch viel von den Kräften in sich hat, die man vor der Geburt in der geistigen Welt hatte. Dadurch hat man eine innige
Verbindung geschaffen zwischen dem Geistigen, das man mitgebracht hat, und dem Physischen, das man hier erlebt hat. Und durch diese innige Verbindung kann man etwas, was man auf der Erde erwirbt, in die geistige Welt mit hinübernehmen. Kinder oder sonst jung gestorbene Leute nehmen von dem Erdenleben etwas in die geistige Welt mit hinüber, was gar nicht mit hinübergenommen werden kann, wenn man als älterer Mensch stirbt.

Das, was da mitgenommen wird, ist dann drüben in der geistigen Welt, und was da hinübergetragen wird durch Kinder und junge Leute, das gibt der geistigen Welt eine gewisse Schwere, die sie sonst nicht haben würde, derjenigen geistigen Welt, in der dann die Menschen gemeinsam drinnen leben, das gibt eine gewisse Schwere der geistigen Welt und verhindert
die luziferischen Mächte, die geistige Welt ganz loszutrennen von der physischen.

Also denken Sie, auf welches riesige Geheimnis wir da blicken!

Wenn Kinder und junge Leute sterben, so nehmen sie von hier etwas mit, wodurch sie die luziferischen Mächte verhindern an deren Bestreben, uns ganz loszulösen von dem Erdenleben. Das ist außerordentlich wichtig, daß man dies ins Auge faßt.
Wird man älter hier auf der Erde, so kann man in der geschilderten Weise den luziferischen Mächten die Rechnung noch nicht verderben; denn von einem gewissen Alter an hat man nicht mehr jene innige Verbindung zwischen dem, was man mitgebracht hat bei der Geburt, und dem physischen Erdenleben. Ist man alt geworden, so löst sich diese innerliche Verbindung, und es tritt gerade das Umgekehrte ein.
Von einem gewissen Lebensalter an träufeln wir in einer gewissen Weise dem innerhalb der physischen Erde befindlichen Geistigen unser eigenes Wesen ein. Wir machen die physische Erde geistiger als sie sonst wäre. Also von einem bestimmten Alter an vergeistigen wir in einer gewissen Weise, die man nicht mit äußeren Sinnen wahrnehmen
kann, die physische Erde. Wir tragen Geistiges in die physische Erde hinein, wie wir Physisches in die geistige Welt hinauftragen, wenn wir jung sterben; wir pressen gewissermaßen Geistiges aus, wenn wir alt werden, ich kann es nicht anders sagen.

Das Altwerden besteht im geistigen Sinne von einem gewissen Aspekt aus darinnen, daß man Geistiges hier auf der Erde auspreßt. Dadurch wird wiederum die Rechnung des Ahriman verhindert. Dadurch kann Ahriman nicht auf die Dauer heute schon so intensiv auf die Menschen wirken, daß völlig erlöschen könnte die Meinung, Ideale hätten doch eine gewisse Be-
deutung. Aber wir sind im heutigen Zeitraume schon sehr, sehr nahe daran, daß die Menschen in die furchtbarsten Irrtümer gerade mit Bezug auf das Gesagte verfallen. Auch Gutmeinende verfallen leicht in bezug auf das Gesagte in solche Irrtümer. Und diese Irrtümer werden immer größer und größer werden und mit zunehmender Erdenentwickelung eben riesig werden können.

…Nun ist aber im Menschen selbst ein Naturwesen, das also der Naturordnung angehört, verbunden mit einem Geistwesen, das in sich aufnehmen kann das Geistige.

…Blicken wir jetzt zurück auf etwas, was wir auch schon während des diesmaligen Aufenthaltes erwähnt haben. Wir haben gesagt, daß wir eigentlich den Menschen gliedern müssen in drei Teile, natürlich nicht so bequem, wie es am Skelett ist, das habe ich schon ausgeführt.
Aber ich habe mich ja darüber auch ausgesprochen in den Schlußnotizen zu meinem Buche «Von Seelenrätseln». Wir können den Menschen gliedern in drei Teile: den Hauptesmenschen, den Rumpfmenschen und den Extremitätenmenschen, indem zum Extremitätenmenschen alles dasjenige gehört, was inwärts der Extremitäten gelegen ist, also auch alles Sexuelle zum Extremitätenmenschen gehört.
Wenn wir den Menschen so gliedern und jetzt anwenden dasjenige, was wir schon wissen: daß die Kopfbildung, die Kopfform auf Kräfte hinweist der vorigen Inkarnation, der Extremitätenmensch hinweist auf die zukünftige Inkarnation und eigentlich nur der Rumpfmensch der Gegenwart angehört, so werden Sie nach dem, was ich heute aus-
geführt habe, es nicht mehr sehr unbegreiflich finden, wenn ich Ihnen sage: Insofern der Mensch sein Haupt trägt, weist dieses Haupt auf die frühere Inkarnation zurück, in die Vergangenheit. Ins Haupt herein wirken Kräfte der Vergangenheit, ahrimanische Kräfte, und dasjenige, was für die ahrimanischen Kräfte im allgemeinen gilt, gilt für das
menschliche Haupt im besonderen. Alles, was eigentliche Hauptesbildung im Menschen ist, gehört nicht eigentlich der Gegenwart an, sondern in das Haupt wirken hinein die Kräfte der vorgehenden Inkarnation; und die schöpferischen Mächte bedienen sich der ahrimanischen Mächte, um unser Haupt zu formen, um unserem Haupte die eigentliche Formung zu geben.

Würden nicht die schöpferischen Mächte sich der ahrimanischen Geister bedienen, um unser Haupt zu formen, dann würden wir alle – verzeihen Sie, aber es ist so – zwar ein viel weicheres Haupt tragen, aber wir würden alle ein tierisches Haupt tragen: der eine, welcher in seinem Charakter stiermäßig ist, würde ein Stierhaupt, der andere, der in seinem Charakter lammäßig ist, würde ein Lämmerhaupt tragen und so weiter. Von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte, deren sich die schöpferischen Gewalten bedienen, um uns zu formen, rührt es her, daß dieses tierische Haupt,
das wir sonst tragen würden, nicht wirklich uns aufsitzt, so wie es die Ägypter gezeichnet haben an manchen ihrer Figuren; daß wir nicht so herumgehen wie diese ägyptischen Gestalten, die ihre guten Gründe haben, weil in den ägyptischen Mysterien auch, wenn auch von einem atavistischen Standpunkte aus, solche Dinge gelehrt worden sind, wie
sie jetzt wieder gelehrt werden können; daß wir auch nicht so noch herumgehen wie in den Rosenkreuzerbildern etwa, wo jede Frau mit einem Löwenkopf, jeder Mann mit einem Ochsenkopf gemalt wird.

So ist ja das Rosenkreuzergemälde des Menschen. Die Rosenkreuzer haben mehr ein Durchschnitts-Tier gewählt und haben daher das, was für die Frauen am meisten ähnlich ist, den Löwenkopf, den Frauen aufgesetzt, und dem Manne, was ihm am meisten ähnlich ist, den Ochsenkopf, den Stierkopf. Sie sehen daher auf rosenkreuzerischen Figuren Mann und Frau nebeneinandergestellt: die Frau mit dem schönsten Löwenkopf, den Mann mit einem Stierkopfe. Dies ist aber durchaus richtig. Daß die Metamorphose – jetzt goethisch gesprochen – sich vollziehen kann, daß unser in seiner Form nach der Tierheit tendierendes Haupt so gestaltet wird, daß es Menschenhaupt ist, rührt von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte her. Würden sich nicht die Gottheiten Ahrimans bedienen, um unser knöchernes Haupt zu formen, dann würden wir mit Tierhäuptern herumgehen.

Aber die göttlichen Mächte bedienen sich auch der luziferischen Geister. Würden sie sich dieser luziferischen Geister nicht bedienen, so würde wiederum unser Extremitätenmensch von der jetzigen zu der nächsten Inkarnation sich nicht umwandeln können. Dazu sind die luziferischen Wesenheiten notwendig. Den luziferischen Wesenheiten verdanken wir es wiederum, daß, indem wir sterben, umgewandelt wird nach und nach die Form, die jetzt noch der Extremitätenmensch hat, in die weitere Form, die sie in der nächsten Inkarnation haben soll. Da muß dann in der Mitte des Weges zwischen dem
Tod und einer neuen Geburt Ahriman eintreten, um die andere Aufgabe zu übernehmen: um das Haupt wiederum in der entsprechenden Weise umzuformen. Wie wir mit Tierhäuptern herumgehen würden, wenn wir es Ahriman nicht zu verdanken hätten, daß wir einen Men-
schenkopf bekommen, so würde unsere Extremitätennatur sich nicht ins Menschliche metamorphosieren bis zur nächsten Inkarnation, sondern sie würde ins Dämonische übergehen. Unseren Kopf, wie wir ihn jetzt haben, verlieren wir ja unter allen Umständen durch den Tod, nicht nur als Materie, die sich mit der Erde vereinigt, sondern auch als Form; in die nächste Inkarnation tragen wir ja das, was Kopf wird, vom Extremitätenmenschen hinüber. Aber das würde ein dä-
monisches Wesen werden, wenn wir es nicht den luziferischen Mächten, die mit uns verbunden sind, zu verdanken hätten, daß die Umgestaltung stattfinden könne vom Dämon, der ein bloß Geistig-Seelisches wäre, in die Menschengestalt der nächsten Inkarnation.

So müssen bei unserem Menschenwerden ahrimanische und luziferische Mächte mitwirken, und es kann das Menschliche nicht begriffen werden, ohne daß das Ahrimanische und das Luziferische zu Hilfe gerufen wird. Der Menschheit kann es gegen die Zukunft hin nicht erspart werden, die Wirksamkeit Ahrimans und Luzifers wirklich zu verstehen. …

Daher wird man den Menschen nur verstehen, wenn man ihn unter diesen drei Aspekten vorstellt. Sie haben daher in unserer Mittelpunktsgruppe für unseren Bau eben diese Trinität: den Menschheitsrepräsentanten, der aber so ausgebildet ist, daß in ihm vorzugsweise die Kräfte der Atmung, des Rumpfes wirken, die Herztätigkeit und
so weiter – das ist die mittlere Figur -, dann diejenige Figur, in der alles Hauptmäßige, Kopfmäßige wirkt: Ahriman; diejenige Figur, in der alles Extremitätenmäßige wirkt: Luzifer.
Man muß das Menschliche in dieser Weise auseinandernehmen, wenn man den Menschen verstehen will, denn im Menschen ist der Mensch als solcher mit Ahriman und Luzifer vereint. Das ist gleichzeitig wohl darauf hinweisend, daß alles, was mehr oder weniger mit dem menschlichen Denken zusammenhängt, welches ja in bezug auf seinen physischen Zusammenhang an den Kopf gebunden ist – das menschliche Denken verfließt auf Grund der Wahrnehmungen als eines Äußerlich-Sinnenfälligen -, daß alles das einen ahrimanischen Charakter hat. Durch die Sinne des Kopfes nehmen wir ja vorzugs-
weise die Natur wahr, und wir bauen uns ein Naturbild auf mit dem eben vorhin geschilderten ahrimanischen Charakter, weil wir selbst das Ahrimanische in der Bildung, in der Formung unseres Kopfes an uns tragen.

Die Ideale wiederum haben innerlich, psychologisch- darauf komme ich dann in der nächsten Zeit noch zurück -, sehr viel mit der Liebe zu tun, mit alldem, was dem Extremitätenmenschen angehört. Daher hat zu den Idealen die luziferische Macht den besonderen Zutritt.
Durch unser Haupt faßt uns Ahriman, durch unsere Extremitäten faßt uns Luzifer. Durch unser Haupt verführt uns Ahriman dazu, die Natur geistlos vorzustellen; durch unseren Extremitätenmenschen verführt uns Luzifer dazu, die Ideale ohne Naturgewalt vorzustellen.
Das aber ist die Aufgabe des gegenwärtigen Menschen, dadurch, daß er solches überschaut, zu einer richtigen Übersicht zu kommen.
Denn sehen Sie: In uns ist eine gewisse Grenzscheide, gerade in unserem Brustmenschen, in unserem Rumpfmenschen, wodurch die Gewalten des Hauptes, welche ahrimanische Gewalten sind, abgetrennt werden von den luziferischen Gewalten, die dem Extremitätenmenschen angehören. Würden wir, indem wir mystisch in uns hineinschauen, uns ganz durchschauen können, dann würden wir zwar durch das Haupt die Naturordnung begreifen, aber wir würden auch durch die Naturordnung in uns selbst hineinschauen. Und würden in uns die luziferischen Mächte entscheiden, dann würden die luziferischen
Mächte uns auch über die ahrimanischen Mächte aufklären, und wir würden auf diese Weise zu einer Verbindung zwischen Naturordnung und Geistordnung kommen. Aber das können wir aus einem gewissen Grunde nicht, und zwar aus dem Grunde, weil wir ein Gedächtnis haben. Dasjenige, was wir aus der Natur aufnehmen an Vorstellungen und Begriffen, an Eindrücken, das speichern wir in unserem Gedächtnisse auf. Und wenn das da hier (siehe Zeichnung Seite 179) –
schematisch nur gezeichnet – der Hauptesmensch, das der Brust- und Rumpfmensch, das der Extremitätenmensch ist, so ist im Rumpfmenschen die Scheidewand, die dazu führt, daß dasjenige, was wir durch das Haupt aufnehmen an Naturordnung, uns wiederum als Gedächtnisstoff zurückkommt. Dadurch sehen wir nicht bis zum Luziferischen hinunter, und dadurch bemerken wir das Ahrimanische nicht, wie wir das nicht sehen, was hinter einem Spiegel ist, sondern das-
jenige, was sich spiegelt. Hier spiegelt sich die Naturordnung in dem, was zu gleicher Zeit unser Ahrimanisches von unserem Luziferischen abtrennt, und was die Grundlage ist für das sich bildende Gedächtnis, für die sich bildende Erinnerungskraft. Wenn wir uns nicht an die erlebten Dinge erinnern könnten, wenn diese Scheidewand nicht da
wäre, wenn wir uns, in uns blickend, durchschauen würden, so würden wir bis zum Luziferischen hinunterblicken in uns. Dann würden wir auch das Ahrimanische wahrnehmen.

Aber jetzt bedenken Sie: Dasjenige gerade, was uns durch diesen Spiegel erscheint, das ist ja dasjenige, was wir im Lebenslauf durchleben, das ist, worauf wir nach dem Tode zurückblicken, das ist, was aus einem flüssigen Ich zu einem festen Ich wird. Darauf blicken wir zurück. Das ist dasjenige, womit wir leben. Und Ahriman und Luzifer
wirken mit uns, wirken mit uns so, daß Ahriman uns dahin bringt, ein Menschenhaupt zu tragen, Luzifer uns dahin bringt, nicht zum Dämon zu werden, sondern die Möglichkeit zu haben, zu einer nächsten Inkarnation zu kommen.
Ich habe Ihre Geduld etwas in Anspruch genommen mit Dingen, die ja vielleicht etwas schwieriger verständlich sind, allein ich wollte zunächst wenigstens ein Gefühl dafür hervorrufen, wodurch eigentlich die Kluft entsteht zwischen Idealismus und Realismus. Sie entsteht dadurch, daß das Luziferische in uns den Idealismus erregt, der
machtlos ist in der Natur, daß das Ahrimanische in uns die bloße Naturordnung hervorruft, welche uns geistlos erscheint. So stehen eigentlich die Idealisten, die abstrakten Idealisten unter luziferischem Einfluß, die Materialisten unter ahrimanischem Einfluß. Es ist schon notwendig, daß man auf diese Dinge sich einläßt, daß man nicht bloß schematisch die sogenannte Theosophie treibt, sondern auf diese genaueren Dinge sich einläßt. Denn es ist notwendig, daß der Mensch sich bewußt werde, er müsse etwas dazu tun, um mit dem Geiste für den
Rest der Erdenentwickelung vereint bleiben zu können. Es ist eine unbequeme Wahrheit, man könnte sagen, sogar auch eine gehaßte Wahrheit, richtig eine gehaßte Wahrheit, denn sie widerspricht ja so vielem, was den Menschen sympathisch ist, aus Bequemlichkeit sympathisch ist.

Nichts wird dem Menschen heute schwieriger, als wenn man ihm sagt: Wenn du dir in Zukunft deine Verbindung mit dem
Geiste erhalten willst, so mußt du etwas dazu tun. – Es möchten ja die meisten Menschen, daß das Mysterium von Golgatha aus dem Grunde verflossen wäre, damit sie nur ja nichts zu tun haben zu ihrer Angelegenheit, damit sie durch Christus von ihren Sünden erlöst werden und ohne ihr Zutun in den Himmel kommen können. Und deshalb werden ja die meisten Theologen so wütend auf die Anthroposophie, weil das selbstverständlich von anthroposophischer Seite nie-
mals zugegeben werden kann, daß der Mensch nichts zu tun habe, um seine Verbindung mit dem Geiste aufrecht zuerhalten, daß das ganz ohne sein Zutun auch in der Zukunft der Erdenentwickelung vor sich gehen könne. Die Verbindung zwischen dem Physischen und dem Geistigen, zwischen dem, was die Glieder des Menschen sind zwischen Geburt und Tod, und dem, was die Glieder des Menschen sind zwischen Tod und neuer Geburt, diese Verbindung wird in Frage gestellt durch die zukünftige Erdenentwickelung, und sie wird nur dann nicht in Unordnung kommen, wenn sich die Menschen mit dem
Geistigen gegen die Zukunft hin wirklich befassen werden.
Dafür gibt es heute schon geisteswissenschaftliche Beweise. Diese geisteswissenschaftlichen Beweise, sie sind höchst, höchst unbequeme Wahrheiten, aber sie werfen Licht auf Wichtiges, auf Bedeutungsvolles.
Der Zusammenhang zwischen dem Seelisch-Geistigen und dem Physisch-Ätherischen im Menschen der Gegenwart ist, möchte ich
sagen, schon sehr locker geworden, und der Mensch hat es notwendig, immer mehr und mehr bei sich Wache zu stehen, damit nicht in dem Zusammenhang zwischen seinem Physisch-Ätherischen und Seelisch-Geistigen etwas geschieht, was ihn gewissermaßen aussaugen könnte, was ihn seelisch-geistig aussaugen könnte. Denn wenn solche Vorurteile immer reger werden, man brauche im Leben nichts zu wissen über die Art, wie es nach dem Tode aussieht, oder wenn die Kluft immer größer wird zwischen sogenanntem Idealismus und rein natürlicher Ordnung, ist die Gefahr, der die Menschen entgegengehen, daß sie immer mehr und mehr ihre Seele verlieren könnten.

Heute ist noch, ich möchte sagen, diesem Verlieren der Damm vorgesetzt, der dadurch gegeben ist, daß, wenn junge Leute sterben, der geistigen Welt eine gewisse Schwere verliehen wird und Luzifer die Rechnung verdorben wird, und wenn alte Leute sterben, so viel ausgepreßt wird an Geistigkeit in die physische Welt herein, daß Ahriman die Rechnung verdorben wird. Aber man darf nicht vergessen, daß dadurch, daß die Menschen sich lossagen vom geistigen Gebiet, die ahrimaninischen und die luziferischen Mächte immer mächtiger und mächtiger werden, und daß nach und nach, indem die Devolution der Erde immer weiter und weiter geht, dieser Damm nicht mehr voll wirken könnte.

Das ist dasjenige, was ich gern möchte, daß es sich als eine Art Bodensatz aus unseren Betrachtungen ergäbe wie ein Gefühl – und Gefühle sind immer das Wichtigste, was aus dem geisteswissenschaftlichen Leben hervorgehen kann – von der Notwendigkeit, sich vom gegenwärtigen Erdenzyklus ab mit dem Geistigen zu befassen. Von den verschiedensten Gesichtspunkten aus habe ich dieses betont, daß es von der Gegenwart aus notwendig ist, daß die Menschen sich mit
dem Geistigen befassen. Und anders wird man sich nicht mit dem Geistigen befassen können in der Zukunft als dadurch, daß man sich Verständnis erwirbt und sich nicht sträubt, solche auch schwierigere Betrachtungen wirklich in sich aufzunehmen, wie wir sie in diesen Tagen und insbesondere auch heute gepflogen haben. Es muß unter die Menschen kommen das Verständnis von der Perspektivität der Zeit. Wenn dieses Verständnis von der Perspektivität der Zeit unter
die Menschen kommt, dann werden sie nicht mehr sagen: Hier ist der Idealismus, der aber nur ein bloßer Traum ist, der keine Naturgewalt hat, und auf der andern Seite liegt die Naturordnung -, sondern die Menschen werden darauf kommen, anzuerkennen, daß, was als Ideale in uns lebt, Keim ist für die Zukunft, und daß, was Naturordnung ist, Frucht ist der Vergangenheit.

Dieser Satz ist eine goldene Regel: Jedes Ideal ist Keim für zukünftiges Naturgeschehen; jedes Naturgeschehen ist Frucht vergangenen Geistgeschehens.

Nur durch diese Regel findet man die Brücke zwischen Idealismus und Realismus. Aber dazu ist eines notwendig:
Irgendein Ideal könnte nie und nimmermehr Keim für ein zukünftiges Naturgeschehen werden, wenn dieses zukünftige Naturgeschehen durch das gegenwärtige Naturgeschehen verhindert würde. Wir können uns irgendeine Hypothese vor die Augen führen.
Nehmen wir die Möglichkeit an, die heute gilt, daß einmal durch das sogenannte Gesetz der Entropie die Erdenentwickelung in eine Art von allgemeiner Durchwärmung übergehe, und daß alle andern Naturkräfte aufhören,
so würde innerhalb dieses Endzustandes natürlich alles Ideale erstorben sein. Dieser Endzustand, der folgt ganz gut, wenn man annimmt, daß sich nach reiner Kausalität die gegenwärtigen physikalischen Zustände eben weiter fortsetzen werden. Denkt man so, wie die gegenwärtige Physik denkt, daß nach dem Gesetze der Erhaltung der Kraft
und des Stoffes einmal ein solcher Endzustand da sein wird, dann ist in diesem Endzustand kein Platz dafür, daß in ihm einmal ein Ideal als das zukünftige Naturgeschehen aufgehe, denn das zukünftige wird
einfach die Folge des gegenwärtigen Naturgeschehens sein. Aber so ist es nicht, so stellt es sich nicht der gegenwärtigen Naturbetrachtung dar, sondern es stellt sich dieses anders dar. Dasjenige, was heute an
Stoffen, an Kräften existiert, alles das wird in einer bestimmten Zukunft nicht da sein. Das Gesetz der Erhaltung des Stoffes und der Kraft gibt es nicht. Da, wo man den Stoff sucht, ist überhaupt nichts als ein Hereinwirken eines vergangenen Ahrimanischen, und dasjenige, was uns umgibt im Sinnenfälligen, wird in einer gewissen Zukunft
nicht mehr da sein. Und dann, wenn von alledem, was jetzt physisch ist, nichts mehr da ist, wenn das ganz aufgelöst ist, dann ist die Zeit da, wo sich die gegenwärtigen Ideale als Naturgeschehen anreihen werden an das, was jetzt zugrunde gehen wird.

So ist es im großen Weltenall. Und für den einzelnen Menschen ist es so, daß er in der nächsten Welteninkarnation wieder inkarniert wird, wenn partiell alles dasjenige überwunden ist, in das er mit der gegenwärtigen Inkarnation hineingewachsen ist, wenn also für ihn eine Umgebung hergestellt werden kann, die anders ist als die gegenwärtige
Umgebung, wenn aus der gegenwärtigen Umgebung all das heraus sein kann, was ihn jetzt hier auf der Erde hält. Wenn sich das alles so geändert hat, daß er Neues erleben kann, dann wird er wieder inkarniert. Die gegenwärtigen Ideale, die im Menschen sich bilden können, werden Natur sein, wenn alles dasjenige, was jetzt Natur ist, nicht mehr
da sein wird, sondern Neues entstanden sein wird. Aber das Neue, das entsteht, ist eben nichts anderes als das Natur gewordene Geistige…

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Die Geheimwissenschaft: Vorreden – Charakter / von Rudolf Steiner
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