Über das Wesen der Bienen, Wespen und Ameisen. Die Heilwirkung von Honig… Rudolf Steiner

Aktuelles:
Seit 25 Jahren. Kein Vogel fliegt. Keine Biene summt. In einem der wichtigsten Obstanbaugebiete Chinas in Sichuan lebt nahezu kein Tier mehr – weder in der Luft, noch im Boden. Was bedeutet das? Menschen müssen die Arbeit der Bienen übernehmen – andernfalls wächst kein Apfel, keine Birne, keine Beere.
In den großen Agrargebieten werden die Chemikalien per Flugzeug verteilt – man könnte beinahe von #Chemtrails sprechen? Imker sind deshalb weit ab von jeder Agrarindustrie gezogen, um ihre Völker zu schützen. Aber siehe da, auch dort fanden viele nicht mehr zu ihrem Stock zurück. Untersuchungen zeigten ein erschreckendes Ergebnis, das offensichtlich auch zur neuen „Volkskrankheit“ Demenz beim Menschen führt, nämlich ein hoher Aluminiumgehalt im Gehirn. Darüber spricht man aber nicht so gern. Aber hat eine Biene überhaupt ein Gehirn, kann sie gar denken? Oder ist das wieder so ein #Aluhut Thema?
Wie Bienenkiller die Menschheit bedrohen hier weiter

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Hinweis: Es ist empfehlenswert, sich erst mit einigen Grundlagenthemen der anthroposophischen Thematik zu befassen:
Phänomenologisches Herantasten an das anthroposophische Welt- und Menschenbild. hier weiter

Textauszug: Über das Wesen der Bienen

RUDOLF STEINER
Mensch und Welt – GA 351
Das Wirken des Geistes in der Natur
Über das Wesen der Bienen
Fünfzehn Vorträge und eine Nachbemerkung – gehalten vor den Arbeitern am Goetheanumbau
in Dornach
vom 8. Oktober bis 22. Dezember 1923

8., 13., 14. und 15. VORTRAG

ACHTER VORTRAG – Dornach, 26. November 1923

Guten Morgen, meine Herren! Ich habe vorgehabt, zu den Ausführungen von Herrn Müller einige Bemerkungen zu machen, die Ihnen vielleicht doch interessant sein können, obwohl heute natürlich in der Gegenwart nicht die Zeit dazu ist, solche Dinge schon wirklich anzuwenden in der praktischen Bienenzucht. Es ist ja auch über das Praktische der Bienenzucht sehr wenig noch zu sagen oder gar nichts eigentlich, da Herr Müller ja alles so, wie man es eben heute macht, durchaus in einer sehr schönen Weise vor Ihnen ausgeführt hat.
Es ist Ihnen aber an diesem, ich möchte sagen, Rätselwelt-Sein, wenn Sie aufmerksam zugehört haben, in bezug auf die ganze Natur der Bienen zucht etwas aufgegangen. Der Bienenzüchter, das ist ja selbstverständlich, interessiert sich zunächst für dasjenige, was er zu tun hat. Für die Bienenzucht muß eigentlich jeder Mensch das allergrößte Interesse haben, weil von der Bienenzucht wirklich mehr, als man denkt, im menschlichen Leben abhängt.
Betrachten wir die Sache einmal in einem etwas weiteren Umfange.
Sehen Sie, die Bienen sind imstande – das haben Sie ja aus den Vorträgen, die Ihnen von Herrn Müller gehalten worden sind, gesehen -, dasjenige zu sammeln, was in den Pflanzen eigentlich schon als der Honig enthalten ist.
Sie sammeln ja eigentlich bloß den Honig, und wir Menschen nehmen ihnen dann von dem, was sie in ihrem Bienenstocke sammeln, nur einen Teil weg, nicht einmal einen so sehr großen Teil. Denn man kann vielleicht sagen, daß dasjenige, was der Mensch wegnimmt, etwa 20 Prozent
beträgt. So viel ungefähr beträgt dasjenige, was der Mensch den Bienen wegnimmt.
Außerdem aber kann die Biene durch ihre ganze Körperlichkeit, durch ihre ganze Organisation den Pflanzen auch noch Blutenstaub wegnehmen. So daß also die Biene gerade dasjenige von den Pflanzen sammelt, was eigentlich sehr wenig in ihnen enthalten ist und was sehr schwer zu
haben ist. Blutenstaub wird ja in der winzigen Menge, in der er im Verhältnis vorhanden ist, von den Bienen gesammelt durch die Bürstchen, die sie an ihren Hinterbeinen haben, und wird ja auch aufgespeichert beziehungsweise verzehrt im Bienenstock. So daß wir also in der Biene zu-
nächst dasjenige Tier haben, das außerordentlich fein von der Natur zubereiteten Stoff aufsaugt und für seinen eigenen Haushalt gebraucht.
Dann aber weiter: Nachdem die Biene – und das ist vielleicht das zunächst wenigst Auffällige, weil gar nicht darüber nachgedacht wird — erst ihre Nahrung durch ihren eigenen Verdauungsapparat umgewandelt hat in Wachs – das erzeugt sie ja durch sich selber, das Wachs -, macht sie, um Eier abzulegen, aber auch um ihre Vorräte aufzubewahren, ein eigenes kleines Gefäß. Und dieses eigene kleine Gefäß, das ist eine große Merkwürdigkeit, möchte ich sagen. Dieses Gefäß schaut ja so aus, daß es von oben angesehen sechseckig ist, von der Seite angesehen also so (siehe Zeichnung), und auf der einen Seite ist es ja so abgeschlossen. Dahinein können die Eier gelegt werden oder auch die Vorräte. Da ist eines an dem
anderen. Die Dinge passen sehr gut zusammen, so daß bei den Bienenwaben durch diese Platte, mit der eine solche Zelle – so nennt man das – an die andere gefügt ist, der Raum außerordentlich gut ausgenützt ist.

Wenn man die Frage aufwirft: Wie kommt es, daß die Biene aus ihrem Instinkt heraus just eine so künstlich geformte Zelle baut? – so sagen die Leute gewöhnlich: Das ist, damit der Raum gut ausgenützt wird. – Das ist ja auch wahr. Wenn Sie sich irgendeine andere Form der Zelle denken
würden, so würde immer ein Zwischenraum entstehen. Bei dieser Form entsteht kein Zwischenraum, sondern alles legt sich aneinander, so daß der Raum dieser Wabenplatte ganz ausgenützt ist.
Nun, das ist ganz gewiß ein Grund. Aber es ist nicht der einzige Grund, sondern Sie müssen bedenken: Wenn da die kleine Made, die Larve drinnenliegt, so ist sie ganz abgeschlossen, und man soll nur ja nicht glauben, daß dasjenige, was in der Natur irgendwo vorhanden ist, keine
Kräfte hat. Dieses ganze sechseckige Gehäuse, sechsflächige Gehäuse hat ja Kräfte in sich, und es wäre etwas ganz anderes, wenn die Larve in einer Kugel drinnenliegen würde. Daß sie in einer solchen sechsflächigen Häuslichkeit drinnenliegt, das bedeutet in der Natur etwas ganz anderes.

Die Larve selber bekommt in sich diese Formen, und in ihrem Körper, da spürt sie, daß sie in ihrer Jugend, wo sie am meisten weich war, in einer solchen sechseckigen Zelle drinnen war. Und aus derselben Kraft, die sie da aufsaugt, baut sie dann selber eine solche Zelle. Da drinnen liegen die Kräfte, aus denen heraus die Biene überhaupt arbeitet. Also das liegt in der Umgebung, was die Biene äußerlich macht. Das ist schon das erste, auf was wir aufmerksam sein müssen.

Nun aber ist Ihnen ja ausgeführt worden die weitere sehr, sehr merkwürdige Tatsache: In dem ganzen Bienenstock finden sich ja verschiedenartige Zellen. Ich glaube, ein Bienenzüchter kann sehr gut Arbeitsbienenzellen und Drohnenzellen voneinander unterscheiden. Nicht wahr, das ist ja nicht besonders schwer. Und noch leichter kann er die Zellen der Arbeiterinnen und der Drohnen von den Königinnenzellen unterscheiden, denn die Königinnenzellen haben ja gar nicht diese Form; die sind eigentlich so wie ein Sack.
Es finden sich auch sehr wenige in einem Bienenstock. So daß man also sagen muß: Die Arbeiterinnen und die Drohnen – also die Männchen, das sind die Drohnen -, die entwickeln sich in solchen sechsflächigen Zellen, die Königin entwickelt sich aber eigentlich in einem Sack.

Die nimmt keine Rücksicht auf dasjenige, was solch eine flächige Umgebung ist.
Dazu kommt aber noch etwas anderes. Sehen Sie, meine Herren, die Königin braucht zu ihrer vollen Entwickelung, bis sie ganz fertig ist, eine ausgewachsene Königin ist, nur 16 Tage. Dann ist sie schon eine ausgewachsene Königin. Eine Arbeiterin, die braucht ungefähr 21 Tage, also länger.
Man könnte also sagen: die Natur verwendet viel mehr Sorgfalt auf die Ausgestaltung der Arbeiterinnen als der Königinnen. Wir werden nachher gleich sehen, daß dazu noch ein anderer Grund kommt. Also die Arbeiterin, die braucht 21 Tage. Und die Drohne, das Männchen, die am frühesten abgenützt wird – die Männchen werden, nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt haben, getötet -, die braucht sogar 23 bis 24 Tage.
Sehen Sie, das ist wiederum eine neue Sache. Die verschiedenen Bienenarten, Königin, Arbeitsbiene, Drohne, brauchen eine verschiedene Anzahl von Tagen.

Nun, meine Herren, sehen Sie, mit diesen 21 Tagen, die die Arbeitsbiene braucht, hat es nämlich eine ganz besondere Bewandtnis. 21 Tage sind keine gleichgültige Zeit in allem, was auf der Erde geschieht. Diese 21 Tage, das ist diejenige Zeit, in der sich die Sonne ungefähr einmal um sich selber herum dreht.
Denken Sie sich also, die Arbeitsbiene wird gerade just fertig in der Zeit, in der sich die Sonne einmal um sich selber herumgedreht hat. Dadurch, meine Herren, macht die Arbeitsbiene eine ganze Umdrehung der Sonne durch, kommt also dadurch, daß sie eine ganze Umdrehung der Sonne
durchgemacht hat, in all das hinein, was die Sonne an ihr bewirken kann.
Und wenn sie nun weitergehen wollte, so würde sie von der Sonne aus nur immer auf dasselbe treffen. Denn wenn Sie sich da die Arbeitsbiene vorstellen (es wird gezeichnet), da die Sonne, wenn das Ei gelegt wird, so ist dieses der Punkt, der gerade der Sonne gegenüberliegt. Die Sonne dreht sich in 21 Tagen einmal um sich selber herum. Da kommt sie wieder daher, da ist der Punkt wieder da. Wenn es jetzt weitergeht, kommt lauter Wirkung von der Sonne, die schon einmal da war. So daß die Arbeitsbiene just alles dasjenige bis zu ihrer vollen Entwickelung genießt, was die Sonne leisten kann. Würde sich nun die Arbeitsbiene weiter entwickeln, dann würde sie aus der Sonne heraus in die Erdenentwickelung hereinkommen, würde nicht mehr Sonnenentwickelung haben, weil sie die schon gehabt hat, ganz ausgekostet hat. Jetzt kommt sie in die Erdenentwickelung herein. Die macht sie aber als fertiges Insekt nur mit, als ganz fertiges Tier.
Also, sie nimmt gerade noch, ich möchte sagen, einen Moment, einen Augenblick für sich in Anspruch, und nachher ist sie abgeschlossen nach der Sonnenentwickelung und ist ganz Sonnentier, die Arbeitsbiene.
Betrachten Sie jetzt die Drohne. Die, möchte ich sagen, überlegt sich die Geschichte noch ein Stückel weiter. Die erklärt sich noch nicht für abgeschlossen nach 21 Tagen. Die begibt sich, bevor sie ausgewachsen ist, noch in die Erdenentwickelung hinein. So daß also die Drohne ein Erdentier ist.
Die Arbeitsbiene ist das fertige Sonnenkind.
Und wie ist es mit der Königin? Die Königin macht überhaupt die ganze Sonnenentwickelung nicht einmal fertig. Die bleibt zurück. Die bleibt immer Sonnentier. Also die Königin, die bleibt gewissermaßen immer ihrem Larvenzustand, ihrem Madenzustand näher als die anderen Tiere. Und am
weitesten entfernt vom Madenzustand ist die Drohne, das Männchen. Die Königin ist dadurch, [daß sie dem Madenzustand näher bleibt,] imstande, ihre Eier abzulegen. Und Sie können an der Biene richtig sehen, was das bedeutet, unter Erdeinfluß sein oder unter Sonneneinfluß sein. Denn ob eine Biene Königin oder Arbeitsbiene oder Drohne wird, das hängt bloß davon ab, ob sie abwartet einmal eine Sonnenentwickelung oder ob sie das nicht abwartet. Die Königin kann dadurch Eier legen, daß ihr die Sonnenwirkung immer bleibt, daß sie gar nichts von der Erdenentwickelung auf-
nimmt. Die Arbeitsbiene, die geht weiter, die entwickelt sich 4 bis 5 Tage weiter. Die kostet die Sonne noch ganz aus. Aber da geht sie, indem gerade ihr Körper fest genug wird, auch schon wiederum in die Erdenentwickelung ein bißchen, sagte ich, einen Augenblick über. Sie kann deshalb nicht wiederum in die Sonnenentwickelung zurück, weil sie sich ganz absorbiert hat. Dadurch kann sie keine Eier legen.
Die Drohnen sind Männchen; die können befruchten. Die Befruchtung, die kommt also von der Erde. Die Befruchtung[skräfte] erwerben sich die Drohnen durch die paar Tage, die sie noch länger im Entwickelungszustande, nicht im fertigen Zustand, der Erdenentwickelung [hingegeben] sind.
So daß man sagen kann: An den Bienen sieht man ganz klar, Befruchtung, männliche Befruchtung kommt von den Erdenkräften; weibliche Fähigkeit, Eier zu entwickeln, kommt von den Sonnenkräften…

DREIZEHNTER VORTRAG
Dornach, 12. Dezember 1923

Es wird gefragt, was für eine Verwandtschaft es zwischen Bienen und Blumen gibt, was die beiden so verbindet, und was der Honig dem Menschen sein sollte und ist. Dann wird noch einmal auf die Eiablage zurückgegriffen.
Dr. Steiner: Nun, meine Herren, darüber wollen wir im heutigen Vortrag noch einmal sprechen. Die Sache ist diese: Wir haben dieses Befruchten der Königin beim Befruchtungsflug. Da ist also die Königin zunächst befruchtet worden. Dann haben wir die Zeit in Betracht zu ziehen, die ver-
läuft von der Eiablage, bis das Insekt vollständig fertig ist, bis die Biene da ist. Diese Zeit, die beträgt bei der Königin 16 Tage, bei der Arbeitsbiene 21 Tage, bei der Drohne 22 bis 24 Tage. Also diese drei Gattungen von Bienensind zunächst verschieden voneinander dadurch, daß sie zu verschiedener Zeit fertig werden. Was ist da zugrundeliegend? Wenn aus einer Bienenmade eine Königin wird, so wird sie es namentlich dadurch, daß die Made von den Bienen selber in einer bestimmten Weise gefüttert wird. Sie werden ja etwas anders gefüttert von den Bienen, die Königinnen; dadurch wird das Wachstum beschleunigt.
Nun ist die Biene ein Sonnentier, und die Sonne braucht ungefähr so viel Zeit, um sich einmal um sich selber herumzudrehen, wie eine Drohne braucht, um sich zu entwickeln. So daß also die Königin nicht abwartet mit ihrer Entwickelung, bis die Sonne sich vollständig umgedreht hat, das
heißt, sie bleibt ganz im Bereich von einer einzigen Sonnenumdrehung.
Dadurch kommt sie dazu, sich so zu entwickeln, daß sie ganz unter den Einfluß der Sonne gelangt. Dadurch wird sie eben eine eierfähige Biene.
Also alles das, was Eierfähigkeit ist, das steht unter dem Einfluß der Sonne respektive des Weltalls auch.
In dem Augenblicke, wo nun so gefüttert wird, daß die Biene sich so schnell entwickelt, daß sie, wie bei der Arbeitsbiene, fast eine ganze Sonnenumdrehung durchmacht, da kommt die Biene schon näher unter den Einfluß der Erdenentwickelung. Je mehr die Sonne weitergeht, desto mehr kommt die Biene unter den Einfluß der Erdenentwickelung.

Jetzt ist die Arbeitsbiene zwar noch sehr stark ein Sonnentier, aber schon etwas ein Erdentier. Und jetzt ist die Drohne, die ungefähr so lange sich entwickelt wie die Sonne zu einer ganzen Umdrehung braucht, ein vollständiges Erdentier; die macht sich also von der Sonne los.
Nun haben wir dreierlei. Wir haben die Sonnenkönigin; wir haben die Arbeitsbiene, in der wir noch außerirdische Kräfte haben, und wir haben die Drohnen, die nichts mehr haben von der Sonne, die ganz Erdentiere sind. Alles, was sonst geschieht, geschieht nicht unter dem Einfluß der Erdenkräfte, sondern nur die Befruchtung selber.

Nun ist das Eigentümliche dieses. Betrachten Sie nur einmal die Befruchtungsflucht. Die niederen Tiere haben nämlich die Befruchtung gar nicht gern; sie wollen sich ihr entziehen. Das können wir überall nachweisen. Daher ist es eigentlich eine Flucht, die die Königin anstellt zur
Sonne. Denn die Befruchtung findet ja nicht statt, wenn es trübe ist.
Und da müssen die Drohnen, die das Irdische in das Sonnenhafte hineinbringen wollen, sogar kämpfen in der Luft. Und diejenigen, die dann schwach sind, bleiben zurück. Nur diejenigen, die die letzte Kraft behalten und so hoch fliegen können wie die Königin, die können die Befruchtung
leisten.
Dadurch aber, meine Herren, daß die Königin befruchtet ist, ist noch nicht jedes Ei befruchtet, sondern nur ein Teil der Eier in der Königin wird befruchtet; das werden Arbeitsbienen oder Königinnen. Ein Teil wirdnicht befruchtet im Leibe der Königin; das werden Drohnen. Wenn also
die Königin gar nicht befruchtet wird, entstehen lauter Drohnen. Wenn die Königin befruchtet wird, dann entstehen Drohnen [aus den unbefruchteten Eiern] oder Arbeitsbienen und Königinnen, weil der Keim befruchtet wird, also das Himmlische in ihm mit dem Irdischen in Berührung
kommt.
So daß also schon auch dann, wenn neben den Drohnen Arbeitsbienen sind, die Drohnen davon herrühren, daß sie also am meisten dem Irdischen dann ausgesetzt sind, weil eben eine Befruchtung nicht stattgefunden hat. Sie müssen eben dann erst recht dem Irdischen ausgesetzt werden, damit sie überhaupt lebensfähig bleiben. Sie müssen länger ernährt
werden und so weiter. Befriedigt Sie das?

Fragesteller: Ich habe vor Jahren einmal gehört, daß wenn einen eine Biene oder eine Wespe sticht und man Rheumatismus hat, so soll der Rheumatismus zurückgehen.
Dr. Steiner: Da komme ich auf eine Frage zurück, die vielleicht am letzten Montag nicht berücksichtigt worden ist. Herr Müller hat von einem Manne erzählt, der, wie es scheint, etwas herzkrank gewesen ist, umgefallen ist von einem Bienenstich.

Herr Müller: Der Arzt riet ihm, die Bienenzucht aufzugeben, da es sonst noch sein Tod wäre!
Dr. Steiner: Die Herzkrankheit, die bezeugt ja nichts anderes, als daß bei diesem Menschen die Ich-Organisation nicht ordentlich eingreift. Da kommt in Betracht, was Sie aus meinen Vorträgen kennengelernt haben.
Sie wissen, wir haben vier Teile beim Menschen unterschieden: Erstens den gewöhnlichen physischen Leib, den man angreifen kann, zweitens den Ätherleib, drittens den astralischen Leib und viertens die Ich-Organisation. Diese Ich-Organisation greift ins Blut ein, und diese Ich-Organisation treibt eigentlich das Blut, und wie das Blut getrieben wird, so
schlägt das Herz. In den Büchern finden Sie überall eine ganz falsche Darstellung. Da finden Sie dargestellt, wie wenn das Herz eine Pumpe wäre und von da das Blut überall hingepumpt würde in den ganzen Körper. Das ist Unsinn, weil in Wirklichkeit das Blut nicht gepumpt, sondern von der Ich-Organisation selber getrieben wird und infolgedessen überall in Bewegung kommt.

Wenn jemand behauptet, daß das Herz es ist, welches das Blut treibt, dann soll der Betreffende auch gleich behaupten, wenn er irgendwo eine Turbine anbringt, so treibe die Turbine das Wasser. Jedermann weiß, daß das Wasser die Turbine treibt. Geradeso hat der Mensch solche
Widerlagen. Da schlägt das Blut an und treibt das Herz. Nur daß das Blut einmal hinstößt, und indem der Sauerstoff mit dem Kohlenstoff sich verbindet, stößt es zurück; dadurch schnappt es einmal vor, einmal zurück. Dadurch entsteht der Herzstoß. Also es ist so, daß in der Blut-
zirkulation unmittelbar die Ich-Organisation des Menschen eingreift.

Nun ist es so, daß diese Ich-Organisation eigentlich im Bienengift drinnen auf eine geheimnisvolle Weise enthalten ist. Dasjenige, meine Herren, was Sie haben als die Kraft, die in Ihrem Blute zirkuliert, das ist auch im Bienengift drinnen. Und es ist interessant, daß die Biene das Bienengift in sich drinnen braucht. Die Biene braucht das Bienengift nicht etwa bloß aus dem Grunde, damit sie stechen kann. Das kommt nur zufällig noch dazu, daß sie auch stechen kann. Die Biene braucht das Bienengift in sich selber, weil die Biene dieselbe Zirkulationskraft
braucht, die der Mensch im Blut hat.
Der Bienenstock, habe ich Ihnen gesagt, ist wie ein ganzer Mensch.
Nun denken Sie sich, Sie kriegen das Bienengift in den Leib hinein, das heißt also ins Blut. Es geht gleich, wie jedes Gift, das in den Leib kommt, ins Blut über. Nun denken Sie, Sie seien ein normaler Mensch.
Ihr Blut wird dadurch mehr in Bewegung kommen. Dadurch kommen Entzündlichkeiten, aber Ihr Herz wird es vertragen. Ist aber einer herzkrank und es wird die Ich-Organisation durch das Gift verstärkt, so schlägt das auf eine etwas kranke Herzklappe auf, und die Folge davon
ist, daß ein Mensch ohnmächtig werden oder gar sterben kann. Das ist der Fall, den Herr Müller erzählte.
Nun aber ist es das Eigentümliche: Alles dasjenige, was einen Menschen krank machen oder töten kann, kann ihn auch heilen. Und das ist ja die große Verantwortlichkeit, die man bei der Bereitung von Heilmitteln hat, weil es gar keine richtigen Heilmittel gibt, die nicht, wenn sie
falsch angewendet werden, dieselben Krankheiten hervorbringen können, die man mit ihnen heilen kann.

Wenn Sie also bei einem Menschen eine gewisse Ohnmacht oder gar den Tod durch das Bienengift hervorbringen können, was geschieht denn da? Ja, sehen Sie, wenn ein Mensch ohnmächtig wird, so zieht sich aus seinem physischen Leib der astralische Leib und namentlich das Ich zurück, geht heraus wie im Schlafe, aber im Schlafe auf gesunde, in der Ohnmacht auf krankhafte Weise. In
der Ohnmacht bleibt das Ich nämlich stecken, im Schlaf geht es ganz heraus. Wenn der Mensch eine schwache Ich-Organisation hat, bringt er es nicht wieder hinein. Man muß ihn rütteln und schütteln, damit er aus der Ohnmacht aufwacht, seine Atmung stärker machen und dergleichen.
Man muß da irgendwelche künstlichen Dinge anwenden. Sie wissen ja auch: In solchen Fällen muß man die Vorderarme des Menschen nehmen, sie über der Brust kreuzen, zurücklegen, und dann wiederum nach vorne. So macht man diese künstliche Atmung bei einem Ohnmächtigen.

Diese künstliche Atmung besteht immer darinnen, daß man eben durchaus die Ich-Organisation wiederum richtig in den Organismus hineinbringen will.
Nehmen Sie nun aber an: Es hat jemand Rheumatismus oder selbst Gicht oder auch andere Ablagerungen im Körper. Da ist es so, daß man versuchen muß, die Ich-Organisation zu verstärken. Denn warum hat man Rheumatismus oder Gicht? Weil die Ich-Organisation zu schwach
ist. Sie bringt das Blut nicht in die richtige Bewegung. Sie muß angeeifert werden. Wenn das Blut nicht in der richtigen Bewegung ist, zu langsam zum Beispiel fließt für den betreffenden Organismus, dann lagern sich überall kleine Kristalle ab, und die gehen dann in die Umgebung der
Blutadern hinein. Diese kleinen Kristalle bestehen aus Harnsäure. Die füllen den ganzen Körper aus. Das ist die Gicht oder der Rheumatismus.
Da ist die Ich-Organisation zu schwach. Gebe ich jetzt dem Menschen die richtige Dosis von Bienen- oder Wespengift, wird seine Ich-Organisation verstärkt. Nur darf man nicht
zuviel geben, sonst kann die Ich-Organisation sich nicht behaupten.
Wenn man aber just so viel gibt, daß die Ich-Organisation verstärkt wird, kann man mit Bienengift oder Wespengift ein sehr gutes Heilmittel erzeugen. Nur muß man es mit einem anderen Mittel vermischen. Solche Dinge werden gemacht. Es ist zum Beispiel das alte sogenannte Tarta-
rusmittel in einer ähnlichen Weise, allerdings aus anderen Substanzen, fabriziert.
Also man kann immer gerade durch diese Giftstoffe Arzneimittel herstellen, wie zum Beispiel hier zur Verstärkung der Ich-Organisation.
Aber wenn man solch ein Heilmittel anwendet, muß man den betreffenden Patienten kennen. Sagen wir zum Beispiel, jemand hat Gicht oder Rheumatismus. Die erste Frage ist diese: Ist sein Herz gesund, das heißt, funktioniert sein Herz gut unter der Einwirkung der Blutzirkulation? –
Ist dieses der Fall, dann kann man ihn heilen mit Bienen- oder Wespengift. Ist sein Herz nicht gesund, dann muß man da unterscheiden. Bei den nervösen Herzkrankheiten, bei denen schadet es nicht so viel, aber wenn man eine Herzkrankheit hat, die von einem Klappenfehler kommt,
muß man schon sehr vorsichtig sein mit einem solchen Mittel. Es schlägt schon sehr stark an auf die Klappe, auf das Herz, mit Bienen- oder Wespengift. Ist die Klappe krank, dann können unter Umständen diese Heilmittel gar nicht verwendet werden. Das ist eben die Sache. Daher ist
es so gefährlich, im allgemeinen zu sagen, irgendein Mittel ist ein Mittel gegen diese oder jene Krankheit. Sie können ganz gut sagen: Ich mache ein Präparat, ein Heilmittel. In das tue ich Wespengift oder auch Bienengift hinein – solch ein Heilmittel haben wir sogar -, vermische es mit irgendwelchen Bindemitteln, mit gelatineartigen oder anderen Bindemitteln aus Pflanzen heraus, dann wird es in die Ampulle gegeben, und dann wird es eingeimpft, geradeso wie der Bienenstich auch eingeimpft wird.
Nur ist die Reaktion beim Bienenstich eine furchtbar viel größere. Und man kann dieses Heilmittel fabrizieren und kann sagen: ein Heilmittel gegen Rheumatismus.

Ja, meine Herren, das ist nicht die einzige Sorge, die man hat, sondern die Sorge ist diese, ob der Kranke das Heilmittel verträgt nach seinem allgemeinen organischen Gesundheitszustand. Diejenigen Mittel, die eben tiefer in den Organismus hineingehen, müssen eigentlich erst
gegeben werden, wenn man den Kranken wirklich nach seinem allgemeinen Gesundheitszustand geprüft hat. Das muß man alles wissen, wie es mit seinem Gesundheitszustand steht. Wenn Sie daher irgendwo Mittel finden, die einfach allgemein angepriesen werden als diese oder jene
Mittel, dann sind sie meistens solche Mittel, die wenig schaden können und doch nützen. Solche Mittel können in den Handel kommen. Man kann auch einverstanden damit sein, wenn in Wirklichkeit auch etwas unangenehme Folgen dabei sind. Das Kurieren hat immer unangenehme
Folgen. Der Kranke muß dann immer die Nachkur erst überwinden, wenn man ihn kuriert bei einer Krankheit.

Heute lassen sich ja sehr viele Leute kurieren, die in Wirklichkeit nicht krank sind. Und vor dem Krieg war dies noch viel mehr der Fall.
Die Ärzte leiden ja in den valutakranken Ländern am meisten, weil die Menschen sich jetzt nicht mehr so viel kurieren lassen. Früher haben sich die Gesunden, Leichtkranken, Kranken, Allerschwerstkranken kurieren lassen; jetzt können sich nur die Schwerstkranken in mitteleuropäischenLändern kurieren lassen!
Wenn nun einer ein furchtbar starker Kerl ist und er kriegt Rheumatismus – meistens ist es dann kein richtiger Rheumatismus, sondern es sind gichtartige Zustände -, dann kann ein Bienenstich, wie Herr Burle gesagt hat, außerordentlich günstig auf ihn wirken. Er kann geheilt
werden, weil er die Reaktion verträgt.
Nur ist es meistens so, daß ein gewöhnliches Menschenkind, wenn es Rheumatismus hat, zwar eine richtige Dosis Bienengift, die man ihm zubereitet, auch richtig als Heilmittel natürlich vertragen kann, auch damit kuriert werden kann. Aber von einem ganzen Bienenstich wird in
der Regel eine so starke Entzündung eintreten, daß dann die Entzündung abgeheilt werden muß, das Bienengift womöglich rasch beseitigt werden muß, und dann wird für den Rheumatismus von dem Bienengift nicht mehr viel übrigbleiben können. Das wird beim normalen Menschen schon durchaus so sein, daß da nicht viel übrigbleiben kann.
Aber nehmen wir jetzt folgenden Fall. Der Rheumatismus kann ja auch in der folgenden Weise eintreten: Ein Mensch arbeitet nicht viel, ißt aber sehr viel. Da wird er meistens auch ein recht gesundes Herz haben, wenn er nicht viel arbeitet, viel ißt, so lang, bis die Geschichte anfängtsengerig zu werden.

Das Herz ist nun ein außerordentlich widerstandsfähiges Organ und läßt sich eigentlich erst im Lauf von Jahren, wenn es nicht durch Vererbung oder von Jugend auf verdorben ist, von innen aus verderben. Aber solch ein Mensch, der außerordentlich viel ißt, der trinkt dann auch zum
Essen viel Alkohol. Dadurch wird die Ich-Organisation angeregt, die Blutzirkulation sehr heftig. Da kann das Herz mit seinen Stößen gar nicht mehr nachkommen. Es lagert sich Gift, Harnsäure und so weiter überall ab. Da ist unter Umständen sein Herz noch lange recht stark,
und überall sitzt schon Gicht und Rheumatismus. Da kann unter Umständen ein Bienenstich sogar außerordentlich gute Dienste leisten bei einem solchen Menschen.

Herr Burle: Ich weiß nicht, ob bei dem Menschen, von dem man das sagt, zu gleicher
Zeit ein bißchen Alkoholismus vorhanden war.
Dr. Steiner: Sie meinen, Sie haben es nicht untersucht?
Sie sehen, daß man gerade, wenn man solche Heilmittel hat wie das
Bienengift – und das ist ein starkes Heilmittel -, sich ganz klar darüber werden muß, daß man auf den Gesundheitszustand des ganzen Menschen eine außerordentlich große Aufmerksamkeit verwenden muß.
Herr Müller sagt, daß er Rheumatismus durch Erkältung bekommen habe, ihn mit Sonne behandelt habe, wodurch er verschwunden sei; diesen Sommer habe er sich wieder etwas eingestellt. Er war auch des Glaubens, daß man durch Bienenstiche helfen könne; aber er habe einmal einen unglücklichen Tag gehabt, an dem er an beiden Beinen gestochen worden sei und etwa zweiunddreißig Bienenstiche gehabt habe. Der einzige Nachteil, den er empfunden habe, sei gewesen, daß er acht Tage wie in Regenbogenfarben gewesen sei.
Es gebe auch nicht immer Schwellungen. Der menschliche Körper ist eben verschiedenartig
gebaut. Wie schon ausgeführt: Der eine kann bei einem Bienenstich sich den Tod holen,
während er zum Beispiel schon sechzig Stiche gehabt habe, ohne daß das Herz schneller
geschlagen hätte. Der eine sei halt widerstandsfähiger wie der andere.
Dr. Steiner: Als Sie die vielen Bienenstiche bekommen haben, haben Sie da schon lange mit Bienen gearbeitet?
Herr Müller: Viele Jahre!
Dr. Steiner: Sie erinnern sich vielleicht nicht daran, wie Sie das erste
Mal gestochen wurden. Wenn einer zum ersten Mal gestochen wird, bekommt er mehr oder weniger die Wirkung zu spüren. Der Mann, von dem Sie erzählt haben, ist sicher das erste Mal von einer Biene gestochen worden. Und wenn man so ein Gift einmal im Leibe gehabt hat, also im
Blut, wird man immer mehr und mehr fähig, gegen dieses Gift aufzukommen, immer mehr und mehr immunisiert, wie man sagt. Wenn einer also im Anfang seiner Bienenzucht ein bißchen gestochen worden ist und er ist sonst ein herzgesunder Mensch, so hat das auf ihn so gewirkt, daß
er immer unempfindlicher und unempfindlicher wird. Wenn man weiß, man ist gesund, kann man es sogar so machen, daß man einmal von einer Biene gestochen wird, damit man dann weiter sich stechen lassen kann; es treten dann die Erscheinungen ein, man kriegt also Regenbogenfarben
und so weiter, aber es läuft an der Außenseite ab. Das Blut ist immunisiert. Das hängt nicht nur von der Organisation ab, sondern davon, was man vorher ins Blut hineingebracht hat. Es wundert mich, daß der Arzt, der das beobachtet hat, was Sie erzählt haben, ihm nicht gesagt hat: Das zweite Mal wird es nicht so schlimm wirken, und das dritte Mal wird er
immunisiert sein. — Aber vielleicht war er so stark herzkrank, daß man ihn nicht der Gefahr aussetzen konnte. Das muß man auch berücksichtigen.

Nicht wahr, heute ist es nur eine gefährliche Geschichte, weil es auch Ärzte gibt, die meinen, jeder Bienenvater müßte erst, bevor er anfängt, geimpft werden. Wenn die Leute in den Krieg ziehen, so werden sie mit allen Giften durchsetzt. Das ist ja auch wieder nicht etwas, was man
empfehlen kann. Das geht natürlich auch nicht, weil das Blut zu einer Art von Unratbildung werden kann. Es wird ja das Blut immer etwas verschlechtert dadurch, daß man diese Sachen in sich bekommt. Das gleicht sich nach einiger Zeit wiederum aus. Nach einiger Zeit ist das
Blut allerdings gesund, aber es ist geschützt gegen neue Gifte, die von derselben Art sind.

Herr Müller: In bezug auf Drohnen und dreierlei Eier: Herr Doktor hat schon so weit
alles erledigt, nur ein Punkt ist vielleicht Herrn Doktor nicht bekannt. Wenn der Bienen-
stock, wie man meint, ganz gesund ist, so treten Zeiten ein, wenn die Königin minderwer-
tig ist, oder wenn die Königin zu alt wird, wo die ganze Eiablage, die die Königin legt, in
Drohnen übergeht. Er sei nach seinen dreißigjährigen Erfahrungen überzeugt davon, daß
das der Fall sein kann, daß die Königin in ihrem minderwertigen Zustand, bei Krankheit
oder Altersschwäche, noch in der Lage ist, das eine oder das andere gute Ei zu legen, daß
aber die Mehrzahl aller Eier Drohneneier seien.
Dann, wie sich das verhält mit der Honigfabrikation der Bienen, wie die ihn erzeugen,
ob der Imker mit Zucker nachhelfen müßte? Aus den Ausführungen, die hier gepflogen
worden sind, ist hervorgegangen, daß der Imker keinen Zucker gebrauchen darf oder soll.
Wenn jemand während der Tracht Zucker füttert, kommt er auf die Schwarze Liste – wie es
ist, wenn man einen Arbeiter nicht mehr haben will, der sich mißliebig gemacht hat.
Mit ausländischem Honig habe er schlechte Erfahrungen gemacht.
Dr. Steiner: Das ist natürlich schon ganz richtig, daß man da auch nicht dasselbe Produkt bekommt, wenn man Zucker in künstlicher Weise verwendet. Und wenn es ja doch so sein soll, daß irgend jemand noch extra Zucker neben dem Honig genießen will, kann er das ja selber
tun. Geradeso wie man nicht jemandem Wasser in den Wein hineintun soll, mit der Begründung, die Leute sollen nicht so starken Wein trinken, sondern es handelt sich darum, daß man dasjenige kriegt, was auf der Etikette steht. Das muß schon so sein. Und so ist in dieser Beziehung
auch die gegenseitige Kontrolle der Imker am allerbesten, weil die auch am allermeisten davon verstehen.
Was die Sache mit den Drohnen betrifft, möchte ich doch auch noch dieses sagen. Es kann schon vorkommen, daß man von vornherein eine Vermutung hat, daß die Bienenkönigin nicht ordentlich befruchtet worden ist und zuviel Drohnen ausschlüpfen. Dann könnte man, wenn
man es den Bienen nicht selber überlassen will — wenn zuviel Drohnen ausschlüpfen, werden die Bienen das nicht tun, diese Versuche sind gemacht worden —, durch eine besonders starke Fütterung noch erreichen, daß sie früher auskriechen, nicht erst mit dreiundzwanzig, vier-
undzwanzig Tagen, sondern mit zwanzig, zweiundzwanzig Tagen.
Dann können die Drohnen auch noch zu etwas vertrottelten, aber doch ähnlichen Bienen werden wie die Arbeitsbienen. Nur wird es auf die Dauer nicht gehen. Man sieht nur daraus, wie die Zeit einen Einfluß hat.
Das sind natürlich Dinge, die wahrscheinlich in der praktischen Bienenzucht gar nicht gemacht werden. Aber theoretisch sind die Dinge so.
Man kann schon sagen: Es wirkt sehr stark, wie man füttert, und es ist auch durchaus nicht in Abrede zu stellen, daß es in dem einen oder anderen Falle einmal gelungen ist, aus einer Arbeitsbiene eine spärlich eierlegende Biene zu bekommen, wenn auch keine richtige Königin.
Das alles zeigt, wie verwandelbar solch ein Tier ist. Aber das hat auf die praktische Bienenzucht nicht viel Einfluß.
Herr Müller: Man nennt das Afterkönigin. Das ist eine Krankheit im Bienenstock.
Dr. Steiner: In der praktischen Bienenzucht ist es von keiner großen Bedeutung. Aber im Bienenstock ist eben die Tendenz, daß das Volk selber durch die besondere Fütterungsmethode so etwas machen kann wie aus einer sonst bloß arbeitenden Biene eine eierlegende Biene. Das ist
eine Art Krankheit. Der Bienenstock ist eine Einheit. Es ist dann der ganze Bienenstock krank. Geradeso wie wenn Sie eine Gans nudeln.
Dann werden die Leberkräfte ganz besonders stark entwickelt, und die Leber wird übergesund und der ganze Organismus wird krank. Wenn
man eine Arbeitsbiene dazu bringt, daß sie eine Königin wird, ist sie eigentlich eine übergesunde Arbeitsbiene, aber der ganze Bienenstock istdann als krank zu betrachten.
Vielleicht fällt Ihnen in der Zukunft sonst noch etwas ein. Wir können immer wieder darauf zurückkommen. Ich möchte nun zu dem, was sich an die Frage des Herrn Dollinger anschließt, heute noch ein paar Worte sagen.
Wir können genau unterscheiden unter den Insekten, die bienenähnlich sind, die also im weiteren Sinne bienenähnlich sind: Bienen, Wespen und Ameisen. Diese Tiere sind miteinander verwandt, und ich habe ja schon das letzte Mal auf die interessante Geschichte mit den Gallwespen, die ihre Eier in die Bäume und dergleichen ablegen, hingewiesen und gezeigt, daß da eine Art innerer Honigbereitung durch diese Wespen stattfindet. Es gibt aber auch andere Wespenarten als Gallwespen. Diese anderen Arten sind wieder ähnlicher den Bienen, indem sie eine Art Waben bauen.
Da gibt es zum Beispiel eine interessante Wespenart, die in der folgenden Weise baut: Wenn da zum Beispiel irgendwo ein etwas steifes Blatt an einem Ast ist, so holt sie sich aus der Umgebung, wo sie hinfliegt, sagen wir ganz kleine Teile, die sie von Baumrinden und derglei-
chen oder von sonstigen Dingen abbeißt; die durchdringt sie mit ihrem Speichel, macht zunächst ein paar Stiele aus dieser Substanz. Dann, wenn sie diese Stiele gemacht hat, macht diese Wespe immer weiter diese Prozedur, durchzieht sie mit ihrem Speichel und macht an diesen Stielen
daran dasjenige, was ganz ähnlich aussieht wie ein einzelnes Glied einer Bienenwabe. Aber wenn man die Substanz untersucht, dann ist es doch anders. Die Bienenwabe besteht aus dem, was Sie alle als Wachs kennen.
Wenn Sie aber dieses nehmen von der Wespe: es ist gräulich, was da entsteht, und das ist sehr ähnlich dem, was wir als Papier bereiten. Es ist wirklich eine Art Papiermasse. Da setzt die Wespe dann eine zweite, dritte, vierte Zelle daran, und die sind da oben aufgehängt. Jetzt decken sie sie zu, nachdem sie belegt sind, also die Eier abgelegt sind. Und jetzt, während also die Eiablagerung noch immer andauert, macht die Wespe hier kurioserweise mit ihrem Papier so eine Schleife daran (Zeichnung S. 224) und dann wiederum eine Art Deckel; auf der einen Seite läßt sie es offen, da ist ein Flugloch, da können sie hier hinein- und heraus-
fliegen und diese Zellen bedienen.
Dann setzt sie weiter Zellen auf, macht es wiederum so, deckelt es wieder ab, setzt wiederum eine Schleife an, hier wiederum einen Deckel, hier ein Flugloch. Es kann ein ganzer langer Zapfen sein, wie ein Tannenzapfen. Sie baut sich solch ein tannenzapfenähnliches Gebilde, das aber, im einzelnen nur aus Papiermasse bestehend, dem Bienennest ähnlich ist.
Andere Wespennester sind ja, wie Sie wissen, noch mit einer Haut umschlossen. Die Wespennester haben alle mögliche Gestalt.

Jetzt bedenken Sie einmal, was da eigentlich stattfindet. Fragen Sie mich, was die Biene tut, um ihre Zellen aus Wachs zu machen, da muß ich Ihnen sagen: Die Biene fliegt auf Blumen oder auf dasjenige, was an den Bäumen ähnlich ist; mit den Rindenbestandteilen, den Holzbestand-
teilen gibt sich die Biene weniger ab. Im wesentlichen geht sie an das Blütenhafte, höchstens noch an das, was vom Blütenhaften ein bißchen im Blatthaften steckt, aber da schon weniger.
Es gibt nun einen Fall, wo solche höheren Insekten, wie die Bienen, an etwas anderes gehen als die Blüten – an Holzbestandteile und dergleichen gehen sie nicht, aber sie gehen noch an etwas anderes, was ihnen sogar außerordentlich fein schmeckt unter Umständen -, die Bienen
weniger, aber namentlich die Wespen und namentlich stark die Ameisen. Den Ameisen und den Wespen, denen schmeckt nämlich gerade, während sie auf der einen Seite die härteren Bestandteile, die schon verholzten Bestandteile zu ihrem Bau verwenden, besonders, entgegen den
Bienen, der Saft, der da herrührt von den Blattläusen. Das ist sehr interessant. Denn ja härter der Stoff ist, die Substanz, die diese Tiere für ihren Bau verwenden, desto mehr lieben sie nun nicht bloß den Blütensaft, sondern das, was auf der Blüte darauf ist, dasjenige, was noch am ähn
lichsten der Blüte ist: nämlich die Blattläuse. Das sind außerordentlich edle Tiere – verzeihen Sie, wenn ich jetzt mehr in der Ameisensprache spreche, in der Menschensprache würde ich das auch nicht so nennen -, solch eine Blattlaus ist in der Ameisensprache ein edles Tier. Das ist ganz Pflanzenblüte. Was es als Saft absondert, ist eigentlich [für die Ameisen] der feinste Honig, den es geben kann. Bei den Wespen merkt man zum Beispiel, die sind auf Blattläuse schon ein bißchen Feinschmecker.
Aber wenn wir nun zu den Ameisen kommen: Die Ameise hat nicht die Kraft, es zu einem solchen Nest zu bringen; die Ameise macht es wieder anders. Die Ameise schichtet zum Beispiel Erde auf, und in dieser Erde finden Sie überall Gänge, eine ganze Wirrnis von Gängen. Die setzt
sich dann fort. Und durch diese Gänge schleppen nun die Ameisen dasjenige herbei, was sie nun auch an härteren Stoffbestandteilen von Pflanzen, Rindenbestandteilen und so weiter gebrauchen können. Aber namentlich lieben die Ameisen dasjenige, was schon abgestorben ist am
Holz. Die Ameisen suchen das, was sie nun brauchen, um diesen Bau, den sie aus Erdstückchen aufführen, weiter auszubauen. Da gehen sie namentlich an solches Holz, wo man einen Baum schon abgesägt hat und der untere Holzstock bleibt drinnen. An dieses, was schon ganz hartes
Mark und Rinde geworden ist, darauf gehen sie namentlich, das schleppen sie herbei, und aus dem bauen sie sich das Nest aus.

Also die Ameisen verwenden das Allerhärteste zu ihrem Bau. Das kriegen sie nicht mehr bis zum Zellenbau. Der liegt ihnen schon ferner.
Sie verwenden zu hartes Material. Sie können sehen, die Bienen verwenden dasjenige Material, das in den Blumen selber drinnen ist. Sie machen sich ihre Wachszellen daraus, sind aber dadurch darauf angewiesen, die Nahrung selber aus diesem Saft der Blüte zu bekommen.
Bei den Wespen ist es schon ein härteres Material, das sie verwenden zu solchem Zellenaufbau, der dann papierähnlich ist. Das ist ein härteres Material, aber es ist ja dünn und dadurch ist es natürlich gebrechlicher als eine Honigwabe; aber es ist eben in sich härter.
Die Wespe fängt schon an, Feinschmecker zu werden für Blattläuse; aber sie nährt sich schon auch noch auf Bienenart von dem, was in den Pflanzen drinnen ist. Die Ameisen aber, die überhaupt so hartes Material verwenden, daß sie also nur noch Gänge in der Erde machen können,
daß sie Höhlen bauen, nicht mehr Waben mit den Zellen bauen, die lieben ganz besonders die Blattläuse. Und bei den Ameisen kommt es vor, daß sie die ganzen Blattläuse abfangen und in ihren Bau hineinschleppen, und dann können Sie im Ameisenhaufen die Blattläuse finden.
Das ist sehr interessant. Wenn man in ein Dorf geht, hat man eine Häuserreihe und dahinter sind überall Kuhställe, da sind die Milchkühe drinnen, da gewinnt man die Milch. Bei den Ameisen ist es ganz ähnlich:
Überall im Ameisenhaufen finden Sie kleine Bauten, da sind die Blattläuse drinnen. Für die Ameisen sind das die Milchkühe. Es ist nur eine entsprechend niedrigere Prozedur, was die Ameisen machen. Sie haben da ihren kleinen Kuhstall, aber es sind nicht Kühe drinnen, sondern
Blattläuse. Die Ameisen gehen an die Blattläuse heran und streicheln sie mit den Fühlern. Das tut der Blattlaus außerordentlich wohl, und sie läßt dann ihren Saft von sich. Und die Folge ist, daß die Ameise den Saft aufsaugen kann, den sie durch das Streicheln der Blattlaus bekommen
hat. Das Allerwichtigste, was sie zu ihrer Nahrung braucht, bekommt sie dadurch, daß sie den Saft der Blattlaus durch Streicheln erhält. Es ist ja bei den Kühen auch so etwas Ähnliches; sie müssen nur stark gestreichelt werden. Aber die Blattläuse werden von den Ameisen richtig ge-
molken. Und sie werden abgefangen an den Blumen und Blättern, wo sie
sich ansetzen, und werden von den Ameisen sehr gut gepflegt.
Und so kann man sagen: Das ist ja herrlich, daß es Blattläuse gibt. Es ist nämlich herrlich, daß es Blattläuse gibt, wenn in der Umgebung Ameisenhaufen sind. Da werden die Blattläuse sorgfältig von den Ameisen abgelesen und werden dann im weiteren im Kuhstall der Ameisen
verwertet. Das ist eine sehr geistreiche Einrichtung in der Natur, daß da bei den kleinen Tieren ein richtiger Kuhhandel um die Blattläuse stattfindet.

Nun, die Ameise, die so hartes Material zu ihrem Bau verwendet, die kann sich auch nicht mehr eigentlich mit dem bloßen Blumensaft begnügen. Die muß schon das zu ihrer Nahrung benützen, was der Blumensaft dem Tier schon gegeben hat. Der Blumensaft muß da schon durch das
Tier durchgegangen sein. So daß man sagen kann: Bei der Biene ist es reiner Blumensaft noch, bei der Wespe, da ist es Blumensaft und Tiersaft, dafür härtere Zellen. Bei der Ameise ist das eigentlich Nährende nur noch der Tiersaft; daher keine Zellen mehr. Die Ameise hat nicht mehr
die Kraft, Zellen zu bilden, sie muß überall, wenn sie auch aus Blumen noch etwas gewinnt, diesen Zusatz aus dem kleinen Tierstall haben; sonst kann sie nicht leben.

Sie sehen, was da eigentlich für eine interessante Beziehung zwischen den Blumen und diesem Getier ist. Die Bienen, die gebrauchen den Blumensaft rein. Die anderen, Wespen und namentlich Ameisen, die sind schon darauf angewiesen, diesen Blumensaft zu ihrer Nahrung
durch die Tiere durchgehen zu lassen. Dafür können sie dann zum Aufbau ihres Gehäuses das verwenden, was nicht mehr Blumensaft ist.
Es ist wirklich ein großer Unterschied zwischen der Wabe der Biene im Wachs, dem Nest der Wespe im Papier und dem Ameisenbau, der nur noch von außen gebaut werden kann und es nicht mehr bis zu der Zelle bringt. Dafür ist in der Nahrung der große Unterschied.

VIERZEHNTER VORTRAG
Dornach, 15. Dezember 1923

Guten Morgen, meine Herren! Ich werde heute noch in der Betrachtung fortfahren, die wir das letzte Mal an die Frage des Herrn Dollinger geknüpft haben. Wenn sich noch etwas anderes ergibt, können wir ja das auch noch erledigen. Ich bin das letzte Mal, um diese Frage zu beantworten, von der Betrachtung der Ameisen ausgegangen. Wir können ja sagen, das sind verwandte Tierarten: Bienen, Wespen, Ameisen; nur zeigen sie in ganz verschiedener Weise die Lebensweise, die wir an ihnen beobachten. Und aus all dem kann man eigentlich außerordentlich viel für den Haushalt in der Welt überhaupt lernen. Denn je mehr man auf diese Tiere und ihre Lebensweise eingeht, desto mehr kommt man darauf, wie weise alles gerade in der Arbeit und in dem, was diese Tiere zustande bringen, eingerichtet ist.

Ich habe Ihnen ja das letzte Mal erzählt, wie die Ameisen ihren Bau aufführen, wie sie ihn entweder aus Erdhügeln, die ja aus Erde selbst bestehen, zusammensetzen, oder aus kleinen Splitterchen, die sie aus vermodertem oder hartem, nicht mehr lebendigem Baumholz zusammen-
tragen, aus anderen Dingen, die sie daruntermischen. Dann machen sie sich ihren Erdhügel. In diesem Erdhügel sind dann die mannigfaltigsten Gänge drinnen, nach denen sie sich in ganzen Scharen, in solchen Prozessionen bewegen. Man sieht sie dann aus den Löchern herauskommen,
irgendwohin in die Umgebung gehen und dasjenige sammeln, was sie sammeln wollen.
Es kommt aber auch vor, daß diese Tiere sich nicht erst Baue aufrichten, sondern dasjenige benützen, was schon da ist. Nehmen Sie zum Beispiel an, man hat einen Baum geschlagen. Da ist der Stock noch in der Erde, von dem der Baum weggeschlagen ist. Und dann kommt eine sol-
che Ameisenkolonie und legt da drinnen irgendwo eine Kammer an, bohrt sich hinein, legt eine Kammer an, bohrt alle möglichen Gänge, die dann hinausführen (siehe Zeichnung). Da schichten sie vielleicht ein bißchen Erde auf, machen einen Gang, einen anderen Gang, wieder
einen dritten und so weiter. Die Gänge sind dann noch ineinander verbunden. Es ist ein ganzes Gewirre von Gängen da drinnen. Da bewegensich die Ameisen, holen sich dasjenige, was sie zu ihrem Bau und Futter brauchen, aus der Umgebung.
Sehen Sie, meine Herren, davon zu sprechen, daß das alles der Instinkt der Tiere ist — nun ja, gut, das ist ja ganz schön, aber es ist nicht viel damit gesagt. Denn wenn das Tier keinen solchen Baumstamm zur Verfügung hat, dann richtet es sich einen Sandhügel auf. Wenn es gerade
einen geeigneten Baumstamm findet, dann richtet es sich in der Weise ein, daß es sich die Arbeit also erspart, die dazu gehört, einen Hügel aufzurichten. Also das Tier richtet sich nach den einzelnen Fällen. Und da ist es sehr schwer, zu sagen, das Tier hat einen allgemeinen Instinkt.
Der würde ja dahin gehen, daß das Tier alles so macht, wie es eben in seinem Instinkt ist. Aber das Tier richtet sich nach den äußeren Verhält nissen. Das ist das Wichtige.
Bei uns kommt das weniger vor, aber sobald man in südlichere Gegenden kommt, da ist es mit den Ameisen eine ganz besondere Plage.
Denken Sie sich, irgendwo steht ein Haus, und in irgendeiner Ecke, wo die Hausbewohner das lange nicht bemerken, sind Ameisen, die sich eingefunden haben, tragen allerlei Zeug aus der Umgebung hin, Erdkörner, kleine Holzsplitter und bauen sich irgendwo, wo man lange nicht
hinkommt mit dem Reinemachen, zunächst ein ganz kleines Gemach, das nicht bemerkt wird. Und von da aus legen sie ihre Gänge an in die Küche, in die Vorratskammer, auf ganz komplizierten Wegen, und holen sich das, was sie zum Futter und sonst brauchen, aus der Küche und Vorratskammer, so daß es in südlicheren Gegenden vorkommt, daß ein solches Haus eigentlich ganz durchdrungen ist von einem Ameisen haufen. Sicher, man weiß gar nicht, daß man da als Kamerad von einem solchen Ameisenhaufen wohnt, merkt es erst, wenn man zufällig einmal
dahin kommt oder sieht, daß irgend etwas angefressen ist in der Vorratskammer, findet erst da die Ursprungsstelle, wenn man einem solchen Gang entlanggeht.
Wiederum ist da mit dem Instinkt nicht sehr viel getan, denn man müßte dann sagen: Die Natur hat in diese Tiere den Instinkt hineingelegt, gerade just in diesem Hause einen Bau aufzuführen. Das muß doch so aufgeführt werden, daß es just in das Haus hineinpaßt. – Also Sie
sehen, diese Tiere, die handeln da nicht eigentlich aus bloßem Instinkt heraus, sondern da ist Weisheit drinnen.
Aber wenn man wiederum so eine einzelne Ameise prüft, so kommt man nicht darauf, daß sie besonders weise ist. Dasjenige, was sie dann tut, wenn man sie von ihrer Kolonie absondert, und was man sie dann verrichten läßt, das nimmt sich nicht besonders weise aus. Die Folge
davon ist, daß man daran zu denken hat, daß da nicht die einzelne Ameise den Verstand hat, sondern der ganze Ameisenhaufen als solcher.
Der ganze Bienenstock als solcher ist weise. Und die einzelnen Ameisen drinnen im Ameisenhaufen, die sind es nicht, die den einzelnen Verstand haben. So wird also da in einer außerordentlich interessanten Weise gearbeitet.
Es gibt aber noch viel, ich möchte sagen, noch viel interessantere Sachen, die da vorkommen. Es gibt sogar eine Ameisenart, die macht es in folgender Weise. Die richtet irgendwo auf der Erde so eine Art Wall auf (siehe Zeichnung) – da ist er erhöht -, da bildet sie dann einen Kreis,
und da ist die umgebende Erde. Da bohrt sie sich dann hinein. Da drinnen sind die Ameisen. Das kann auch so werden, daß es wie ein feuerspeiender Berg aufgesetzt ist. Da drinnen sind die Gänge, und die gehen dann in die Umgebung.
Nun, diese Ameisen machen dann etwas ganz Besonderes. Diese Ameisen beißen alle diejenigen Gräser und Pflanzen, die da in der Umgebung sind, weg bis auf eine einzige Grasart. Alles, was nicht diese einzige Grasart ist, das beißen sie weg. Und manchmal ist es so, daß sie
überhaupt alles wegbeißen, so daß dann in der Mitte so eine Art Hügel ist, und ringsherum schaut es aus wie fein gepflastert. Denn dadurch, daß sie alles abbeißen, wird die Erde etwas dichter. Es ist dann sehr dichte Erde. Also da hat man so einen Ameisenhaufen und ringsherum
etwas wie gepflastert; ganz glatt, wie ein Asphaltpflaster schaut es aus, nur heller.

Nun gehen dann diese Ameisen in die Umgebung und holen sich eine bestimmte Grasart, und die bauen sie an. Sobald der Wind andere Samen hinträgt – flugs beißen sie die Geschichte ab, wenn sie herauskommt, werfen sie aus dem Gebiet hinaus, das sie glatt gemacht haben, und in
dieser ganzen Umgebung wächst nichts als diese einzige Grasart. Da hat sich also die Ameise eine Art Besitztum angelegt und richtig ringsherum die Grasart angebaut, die ihr gerade paßt. Und sie läßt nichts anderes da, wirft es heraus, beißt alles weg. Diese Grasart, die da wächst, die bekommt ein ganz anderes Aussehen, als das betreffende Gras draußen hat.
Denn das Gras draußen wächst zum Beispiel in lockerem Boden. Da schaut es ganz anders aus. Dieser Boden ist durch die Ameisen aber hart gemacht, so daß das Gras, das da wächst, das durch die Ameisen angepflanzt ist, ganz harten Samen hat, kieselsteinharten Samen hat.
Ja, meine Herren, solche Ameisenhaufen kann man finden: Ringsherum eine ganze Landwirtschaft — ackerbautreibende Ameisen sind das!
So hat sie Darwin genannt, der die Sache besonders beobachtet hat. Man findet also ringsherum diese ganze Wirtschaft, den Boden so wie kleine Reiskörner, die Samen aber furchtbar hart. Dann, wenn die ganze Sache fertig ist, kommen die Ameisen heraus, beißen die Geschichte da oben ab und tragen sie in ihren Bau hinein. Sie bleiben dann eine Zeitlang drinnen; da sieht man sie wieder nicht. Aber da sind sie tätig in ihrem Bau drinnen. Alles das, was sie nicht brauchen können, was da an den Früchten, die so kieselsteinhart sind, als kleine Halme daran ist, das beißen sie davon ab, und nach eiiger Zeit kommen die Ameisen heraus, laufen da drüber (Zeichnung S. 230) und werfen das alles aus ihrem Acker heraus, was sie nicht brauchen können, behalten in ihrem Ameisenhaufen nur den kieselsteinharten Samen, den sie dann mit ihren sehr harten Kiefern teilweise eben als Futter benützen, teilweise auch, um da drinnen weiter-
zubauen. Sie sind richtige Bauern; sie sehen sich an, ob sie das gerade brauchen können, was in der Nachbarschaft ist. Was sie nicht brauchen können, werfen sie wieder heraus. Schließlich machen es ja die Menschen auch nicht viel anders. Sie machen außerordentlich fein dasjenige, was sie für sich brauchen, diese ackerbautreibenden Ameisen.

Das ist eine Art, von der man sich sagt: Was geht denn da eigentlich vor im Grunde? – Sehen Sie, da wird ja im Grunde eine ganz neue Grasart gebildet! So kieselsteinharte Reiskörner, wie sie da wachsen, die gibt es sonst nicht. Die werden nur durch die Ameisen erzeugt. Und diese
Ameisen verarbeiten sie wieder. Was geht denn da eigentlich vor? Bevor wir an dies herantreten, wollen wir die Geschichte noch von einer anderen Seite betrachten.

Gehen wir wieder zu den Wespen zurück, da finden wir, wie ich Ihnen schon sagte, solche Tiere, die ihre Eier in Baumblätter, Baumrinden hineinlegen, wodurch dann die sogenannten Galläpfel herauswachsen, aus denen sich wiederum die jungen Wespen entwickeln.
Es kann auch anders sein. Es gibt solche Raupen, die ungefähr so ausschauen (es wird gezeichnet). Die kennen Sie alle, solche Raupen, die eigentlich ganz dicht mit Haaren bedeckt sind; ganz stachelig sind sie.
Solch einer Raupe kann das Folgende passieren. Da kommen eine oder mehrere Wespen von besonderer Art und legen einfach in diese Raupe hinein ihre Eier. Wenn diese Eier reif sind, schlüpfen aus den Eiern die Maden aus. Die Maden sind ja die erste Gestalt, in der sowohl die Bienen wie die anderen Insekten dieser Art erscheinen.
Bei den Ameisen ist es ja auch so. Sie wissen, wenn man einen Ameisenhaufen abträgt, findet man darinnen die weißen sogenannten Ameiseneier, die man gewissen Singvögeln zum Futter gibt. Aber diese Ameiseneier sind nicht wirkliche Eier, sondern Puppen. Die Eier sind klein, und
aus diesen sind erst wieder Maden herausgekommen. Man nennt die Puppen mit Unrecht Ameiseneier.
Wenn nun die Wespe ihre Eier in die Raupe hineinlegt, ist es sehr merkwürdig. Ich habe Ihnen schon einmal davon erzählt. Die Maden, die herausschlüpfen, sind sehr gefräßig. Nun sind aber in dieser Raupe unzählige drinnen. Diese Maden sind gefräßig, fressen aus dem Leib der
Raupe heraus ihre Nahrung. Und da ist es etwas sehr Merkwürdiges – wie gesagt, ich habe es Ihnen schon einmal erzählt -:
Sobald eine der Wespenmaden den Magen der Raupe anfressen würde, müßte die ganze Wespengeschichte da drinnen zugrunde gehen, könnte nicht weiterleben. Wenn das Organ, was zum Beispiel Auge oder so etwas Herzartiges ist, oder das da der Raupe zur Verdauung dient, wenn das angefressen würde, ginge das Leben gar nicht weiter. Diese kleinen Wespenmaden,
die zeigen den Verstand, nichts anzubeißen oder anzufressen, was die Raupe braucht zu ihrem Fortkommen, sondern nur die Organe anzubeißen oder anzufressen, die man lange Zeit verletzen kann. Das Tier stirbt nicht, wird nur höchstens krank. Aber die Wespenmade kann drinnen
weiterfressen.
Also weise ist es eingerichtet, daß diese Wespenmaden eben nichts von dem anfressen, was die Raupe zugrunde richten kann. Vielleicht werden Sie das auch schon gesehen haben, wie die Maden dann, wenn sie reif sind, da herauskommen. Sie kriechen heraus, und die ganze Raupe
war eigentlich die Pflegemutter, mit ihrem eigenen Leib die Pflegemutter dieser ganzen Brut. Die kriechen jetzt heraus, entwickeln sich draußen weiter zu Schlupfwespen und suchen nun ihre Nahrung von Blumen und so weiter. Und dann, wenn sie reif sind dazu, legen sie wiederum ihre
Eier in solche Raupen hinein ab.
Nun können Sie sagen: Da ist aber eigentlich etwas furchtbar Gescheites drinnen! — Und in der Tat, ich sagte Ihnen schon, man kommt, wenn man diese Dinge beobachtet, immer mehr und mehr in die Bewunderung hinein. Das ist gar nicht anders. Man kommt in die Bewunderung hinein und fragt sich dann: Was ist eigentlich in diesem Ganzen für ein Zusammenhang? – Gehen wir jetzt einmal, ich möchte sagen, der Sache auf den Grund. Wir sagen uns zunächst: Da sind aus der Erde heraus-
wachsend die Blumen. Da sind die Raupen vorhanden. Und da kommen nun diese Insekten, fressen sich voll an Blumen und an Raupen, pflanzen sich dann wiederum fort. Immer beginnt die Geschichte von neuem.
Und uns Menschen erscheint es nun zunächst so, als ob eigentlich diese ganze Insektenwelt auch wegbleiben könnte. Gewiß, wenn man die Biene anschaut, so sagen wir Menschen uns: Die Bienen liefern uns den Honig und daher ist die Bienenzucht für uns nützlich. Schön, aber das ist
vom Standpunkte der Menschen aus gesehen. Und wenn die Bienen Räuber sind, die einfach den Blumen den Honig wegnehmen, und wir Menschen das dann benützen, um uns von diesem Honig zu nähren oder sogar uns mit diesem Honig zu heilen, dann ist das für uns höchst günstig; aber vom Standpunkte der Blumen schaut das so aus, als wenn es bloß eine Räuberei wäre, und wie wenn wir Menschen bloß an der Räuberei teilnehmen würden. Es fragt sich also: Ist der Standpunkt der
Blumen derjenige, der etwa so sagt: Da außen sind diese Räuber – Bienen, Wespen, Ameisen —, die nehmen uns unseren Saft weg, und wir könnten viel besser gedeihen, wenn die uns nicht unseren Saft wegnehmen würden?

Das ist ein Standpunkt, den der Mensch gewöhnlich bei den Blumen voraussetzt. Und Sie können sogar viele Lamentationen hören bei Unkundigen, die da besagen: Ach, die armen Blumen, ach, die armen Viecher, die Raupen! Da kommen diese schrecklichen Schmarotzer, nähren sich davon, machen alles mögliche, wodurch den Blumen etwas weggenommen wird. – So ist es aber nicht. So ist es ganz und gar nicht, sondern die Sache ist ganz anders. Wenn man nämlich an eine Blume
herankommt und man sieht da das Insekt, sagen wir eine Biene, sitzen und aus der Blume oder aus den Weiden den Saft heraussaugen, dann muß man sich sagen: Wie wäre es mit der Pflanze, wenn die Biene oder Wespe oder ein anderes Insekt nicht herankäme und diesen Saft heraus-
saugen würde? Wie wäre es dann? — Das ist natürlich eine Frage, die schwerer zu beantworten ist als die Geschichte mit der einfachen Räuberei, weil man da schon in den ganzen Haushalt der Natur hineinblicken muß. Und da ist es so, daß man zu gar keiner Ansicht kommt, wenn man
nicht in frühere Zustände der Erdenentwickelung zurückschauen kann.

Die Erde war ja nicht immer so, wie sie heute ist. Wenn überhaupt die Erde immer so gewesen wäre, wie sie heute ist, daß man da draußen toten Kalk, toten Quarz findet, toten Gneis, Glimmerschiefer und so weiter, da herauswachsend aus den heutigen Samen die Pflanzen, da die
Tiere und so weiter – wenn die Erde immer so gewesen wäre, könnte überhaupt das Ganze nicht sein, könnte gar nicht sein! Die Menschen, die eigentlich ihre Wissenschaft nur bei demjenigen anfangen, was heute da ist, die geben sich einer vollständigen Täuschung hin; denn das kann
überhaupt nicht bestehen. Meine Herren, derjenige, der die Geheimnisse, die Gesetzmäßigkeiten der Erde aus dem sucht, woraus die heutige Wissenschaft sie sucht, der ist geradeso, wie wenn ein Marsbewohner auf die Erde hier herunterkommen würde und keinen Sinn hätte für den
lebendigen Menschen, und nur in eine Totenkammer ginge und sich da die Toten anschaute. Diese Toten könnte es ja nicht geben, wenn sie nicht zuerst lebendig gewesen wären! Den Marsbewohner, der noch keinen lebenden Menschen gesehen hätte und nur die Toten sieht, den müßte man erst zu den Lebendigen hinführen. Dann würde er sich sagen können: Nun ja, jetzt verstehe ich, daß die Toten eine solche Form haben, aber früher habe ich es nicht verstanden, weil ich nicht das Le-
bendige, das vorangegangen ist, kannte. – Und so muß man, wenn man die Gesetze der Erdenentwickelung kennenlernen will, zu früheren Zuständen zurückgehen. Sehen Sie, der jetzigen Erde ist eine ganz andere Gestaltung vorangegangen. Ich habe sie immer Mondgestaltung
genannt, und in meinem Buch «Die Geheimwissenschaft im Umriß» ist sie Mondgestaltung genannt, weil der heutige Mond ein Rest ist von dieser alten Erde. Und ebenso sind andere Zustände der Erde vorangegangen. Die Erde hat sich verwandelt, war ursprünglich etwas ganz anderes.

Nun gab es einmal auf der Erde einen solchen Zustand, daß solche Pflanzen und solche Insekten, wie die unsrigen jetzt sind, überhaupt nicht vorhanden waren, sondern die Sache war so: Sehen Sie, da war, sagen wir, dasjenige, was sich mit der heutigen Erde vergleichen läßt. Da
heraus wuchsen, sagen wir, pflanzenähnliche Gebilde, aber solche pflanzenähnliche Gebilde, die fortwährend verwandelt werden, die fortwährend andere Formen bekommen, wie die Wolken. Es waren solche Wolken da in der Umgebung der Erde (es wird gezeichnet). Aber es waren nicht solche Wolken, wie die heutigen Wolken draußen sind, die tot sind, scheinbar wenigstens tot sind, sondern es waren lebendige Wolken, wie die heutige Pflanze lebt. Wenn Sie sich vorstellen würden, die heutigen Wolken gewännen Leben und würden grünlich, dann würden Sie eine Vorstellung haben von der damaligen Pflanzenwelt.
In dieser Beziehung sind ja manche Herren von der Wissenschaft furchtbar komisch. Neulich konnten Sie eine ungemein drollige Zeitungsnotiz lesen. Da ist wiederum einmal eine neue wissenschaftliche Entdeckung gemacht worden, so ganz nach dem heutigen Stil. Es war
furchtbar drollig! Da hatte sich nämlich herausgestellt, daß, in einer gewissen Weise hergerichtet, die Milch ein gutes Mittel gegen Skorbut ist, gegen eine sehr häßliche Krankheit.
Nun, meine Herren, was tut ein heutiger Wissenschafter? Ich habe Sie schon aufmerksam gemacht darauf: der analysiert die Milch. Nun findet er, daß in der Milch die und die chemischen Bestandteile sind.
Aber ich habe Sie auch aufmerksam darauf gemacht, daß man Mäuse mit irgendwelchen solchen chemischen Bestandteilen, wenn sie in der Milch drinnen sind, nähren kann; wenn man sie ihnen aber allein gibt, dann krepieren die Mäuse nach ein paar Tagen! Das haben die Schüler des
Professors Bunge eben auch festgestellt und haben eben einfach gesagt:
Nun ja, da ist halt ein Lebensstoff drinnen in der Milch und im Honig auch: Vitamin! – Sie wissen, ich habe Ihnen das Beispiel schon einmal angeführt. Es ist gerade so, wie wenn man sagen würde: Die Armut kommt von der Pauvrete. So sagt man hier: Da ist Vitamin drinnen.
Man hat also eine wichtige Entdeckung gemacht: In der Milch sind allerlei Stoffe, die sehr künstliche Namen haben, drinnen. Und nun ist in gewissem Sinne zubereitet, die Milch ein Heilmittel gegen Skorbut. Aber nun ist auf recht gelehrte Weise untersucht worden, ob der Skorbut auch geheilt wird, wenn man diese Dinge mit den gelehrten Namen, die in der
Milch drinnen sind, aliein den Kranken, den Skorbutkranken gibt. Von nichts wurden sie geheilt, von all den Bestandteilen nicht! Aber wenn die Bestandteile zusammen sind in der besonders zubereiteten Milch, dann können sie den Skorbutkranken heilen. Jeder einzelne Bestandteil für
sich, der heilt nicht; nur das Ganze heilt.
Was bleibt denn aber übrig, sagt sich der Gelehrte, wenn man alle diese Bestandteile wegrechnet, was bleibt übrig? – Denn jetzt rechnet er sie alle weg. Daß diese Bestandteile in einem Ätherleib sind, das gibt er nicht zu; aber er rechnet sie alle weg, und was bleibt? Er sagt: Das Vitamin! – Das Vitamin, das also den Skorbut heilen muß, das ist in allen
diesen Bestandteilen nicht drinnen. Wo ist es denn also? Und nun kommen die Leute mit der schönen Sache: Das ist nun im Wasser der Milch drinnen, weil es in allem anderen nicht drinnen ist. Und daher ist für den Skorbut das Wasser das Heilende!
Es ist das ungeheuer drollig, aber es ist eine sehr gelehrte Sache heute.
Denn wenn das Wasser das Vitamin enthält, so wären wir ja schon mit der Gelehrsamkeit angelangt da, wo die Wolken draußen leben würden.

Denn da müßten wir hinausschauen und sagen: In dem Wasser ist überall Vitamin drinnen. Dann wären wir nämlich dort, wie die Erde einmal war. Nur ist es heute nicht mehr so.
Also es war da so, ich möchte sagen, eine Pflanzenheit, eine lebendige Pflanzendecke. Und diese lebendige Pflanzendecke, die wurde überall von der Umgebung herein befruchtet. Es waren auch nicht abgeschlossene Tiere da; da kamen nicht Wespen her, sondern da kam von der Umgebung eben nur solche Substanz, die tierisch lebte (es wird gezeichnet). So daß einmal unsere Erde in einem Zustand war, den man ungefähr so beschreiben könnte: Sie war mit Wolken umgeben, die
Pflanzenleben in sich hatten, und an diese Wolken kamen aus dem Umkreis heran andere Wolken; die befruchteten sie, und die waren tierischer Art. Und aus dem Weltenraum kam die Tierheit und von der Erde herauf die Pflanzenheit.

Das hat sich alles verändert. Die damaligen Pflanzen sind zu unseren festbegrenzten Blumen geworden, die aus der Erde herauswachsen, die keine großen Wolken mehr bilden. Aber es ist diesen Blumen das geblieben, daß sie von der Umgebung einen Einfluß erleben wollen. Da wächst
aus der Erde heraus eine Rose (es wird gezeichnet). Da ist das Rosenblatt, da ein anderes Rosenblatt, ein drittes und so weiter. Dann kommt eine Wespe. Diese Wespe nagt geradezu aus dem Rosenblatt ein Stückchen heraus, trägt es in ihr Wespennest und baut damit oder gibt den
Jungen Nahrung und so fort. Das wird da einfach von der Wespe abgenagt und wird dorthin getragen. Nun, wie gesagt, Wolken sind unsere Rosenstöcke nicht mehr; sie sind scharf begrenzte Dinge geworden.

Aber dasjenige, was da drinnen gelebt hat und was da verbunden war mit dem, was von überall her als Tierheit gekommen ist, das ist trotzdem in den Rosenblättern und -bluten geblieben! Das sitzt da drinnen. In jedem Rosenblatt ist etwas, was gar nicht anders sein kann, als gewissermaßen befruchtet zu werden von der ganzen Umgebung.
Und sehen Sie, meine Herren, dasjenige, was diese Blumen brauchen, was sie ganz notwendig brauchen, das ist ein Stoff, der auch im menschlichen Körper eine große Rolle spielt. Wenn Sie nämlich den menschlichen Körper untersuchen, so finden Sie in diesem menschlichen Körper
die verschiedensten Stoffe. Alle diese Stoffe verwandeln sich fortwährend. Aber überall im menschlichen Körper verwandeln sich die Stoffe zuletzt in etwas, was in gewissen Mengen immer im menschlichen Körper enthalten ist. Der menschliche Körper braucht es. Das ist die Amei-
sensäure.
Wenn Sie hinausgehen zu einem Ameisenhügel und Sie sammeln Ameisen, quetschen sie aus, so kriegen Sie einen Saft. Dieser Saft enthält Ameisensäure und etwas Alkohol. Dieser Saft ist in den Ameisen drinnen. Aber diesen Saft haben Sie in ganz feiner Verteilung auch in Ihrem
Körper. Was Sie essen in Ihrem Leben, verwandelt sich immer – nicht ausschließlich, es ist auch anderes natürlich da, aber in geringen Teilen – zu Ameisensäure. Diese Ameisensäure füllt Ihren ganzen Körper aus.
Und wenn Sie krank sind und nicht genug Ameisensäure in sich haben, dann ist das für den Körper nämlich etwas sehr Schlimmes. Denn dann kommt Ihr Körper dazu, gerade weil Sie nicht genug Ameisensäure in sich haben – und jetzt komme ich noch auf die Frage des Herrn Müller
zu sprechen, zugleich als Antwort darauf -, gichtisch oder rheumatisch zu werden. Er bildet zuviel Harnsäure aus und zu wenig Ameisensäure.
Die Ameisen haben also das in sich, was der menschliche Körper auch braucht. Aber die Ameisensäure, die ist überhaupt etwas, was in der ganzen Natur gebraucht wird. Sie können eigentlich keine Baumrinde finden, ohne daß in der Baumrinde etwas Ameisensäure ist. Im ganzen
Baum ist überall, wie im menschlichen Körper, Ameisensäure. In jedem Blatt, überall muß Ameisensäure drinnen sein. Aber nicht nur Ameisensäure muß drinnen sein, sondern verwandt mit der Ameisensäure ist das, was die Wespen haben, auch dasjenige, was die Bienen in sich haben, was dann zum Bienengift wird. Diese Insekten tragen alle einen gewissen Stoff in sich, der giftig ist. Sticht einen eine Biene, bekommt man Entzündungen; sticht einen die Wespe, ja, da geht es einem manchmal recht schlimm. Diese Geschichte mit den Wespenstichen, das ist etwas ganz
Schauerliches. Da erzählt der Brehm eine niedliche Szene, wie solche Insekten einmal recht schlimm den Menschen und den Tieren mitgespielt haben.
Es war ja wohl so: Ein Kuhhirt, jung war er noch, hatte eine Menge Kühe auf der Weide gehabt, und diese Weide war durchsetzt mit Insektenbauten. Der Hirtenhund lief herum. Plötzlich wird dieser Hirtenhund verrückt, läuft herum wie ein Verrückter, und man weiß gar nicht,
was mit ihm ist. Er läuft, was er nur kann, zum Bach in der Umgebung und stürzt sich da hinein in den Bach, schüttelt sich und schüttelt sich.
Der Hirtenjunge war ganz bestürzt dadurch, kommt dem Hund zu Hilfe, aber von auswärts. Er springt nicht in den Bach hinein, sondern will ihm von auswärts helfen. Unglückseligerweise stellt er sich auf einen Insektenbau, wie vordem der Hund wohl, und nun stechen ihn diese.
Jetzt läuft er nun auch wie verrückt herum und springt zuletzt auch in den Bach hinein. Dadurch nun, daß der Hund weg ist, der Hirte weg ist, kommt nach und nach eine Verwirrung in die Kuhherde. Diejenigen Kühe, die auf einen solchen Insektenbau treten, werden auch gestochen
und gebärden sich wie verrückt. Und schließlich ist auch ein großer Teil
der Herde in dem Bach drinnen, wie verrückt! Also solche Stiche von Insekten können einem schon übel mitspielen.
Alle diese Tiere haben schließlich so etwas Giftiges in sich. Und schließlich, wenn Sie von einer Ameise gebissen werden, da gibt es auch eine kleine Entzündung, denn da läßt sie die Ameisensäure in die Wunde einfließen. Diese Ameisensäure ist aber wiederum in der richtigen Verdünnung in allem Lebendigen drinnen.

Meine Herren, wenn es nun keine Ameisen, keine Bienen und Wespen gäbe, die eigentlich die Zubereiter dieser Gifte sind, was würde dann geschehen? Dann würde ganz dasselbe geschehen, was mit der Fortpflanzung der Menschheit geschehen würde, wenn Sie plötzlich einmal
alle Männer köpften und nur die Frauen auf der Erde ließen. Dann würde sich die Menschheit nicht fortpflanzen können, weil eben der Samenstock der Männer nicht da wäre. Nun, diese Insekten haben alle extra noch Samen, aber trotzdem ist zu ihrem Leben dasjenige notwen-
dig, was von diesen Giften kommt, denn diese Gifte sind geblieben von dem, was da in der Umgebung des alten Mondes war. Fein verteilt Bienengift, Wespengift, Ameisensäure ist einmal da aus dem Weltenraum über die Pflanzen hereingekommen. Der Rest davon ist noch heute da.
Wenn Sie also gehen und sehen irgendwo auf einem Weidenbaum oder auf einer Blume eine Biene sitzen, dann sagen Sie nicht: Das Insekt wird der Blume bloß etwas rauben -, sondern sagen Sie: Während das Bienlein da drauf sitzt und saugt, da ist es der Blume so wohl, daß sie nach der
Stelle, wo die Biene saugt, einen Saft hinfließen läßt. Das ist sehr interessant, meine Herren! Wenn die Biene da saugt, läßt die Blume diesen Saft da hinfließen. Und da fließt in diesem Saft, während die Biene der Blume etwas wegnimmt, durch die Biene der Blume hinzu von der Biene Gift.
Und auch während die Wespe [Gallwespe] sticht, fließt Wespengift ein; und insbesondere während die Ameise sich hermacht sogar über die Baumstämme und so weiter, die schon gar nicht mehr leben, fließt Ameisensäure ein. Da verbindet sich also, wenn eine Ameise kommt, der Saft
der Blume mit dem Ameisensaft. Das ist notwendig. Denn geschähe das nicht, gäbe es nicht diese Bienen, Wespen und Ameisen, die fortwährend über diese Blumenwelt kommen und sie anfressen, so flössen nicht die nötige Ameisensäure und die nötigen Gifte zu diesen Blumen, und die
Blumen müßten nach einiger Zeit aussterben.
Sehen Sie, solche Stoffe, die man gewöhnlich Lebensstoffe nennt – ja, diese Lebensstoffe, die schätzt der Mensch. Aber eigentlich sind nur
solche Stoffe wie die Ameisensäure wirkliche Lebensstoffe. Wenn der Mensch an die Tollkirsche geht, dann hat er drinnen ein Gift. Das ist ein schädlicher Stoff. Aber was tut die Tollkirsche? Sie sammelt gerade den Geist aus der Weltenumgebung. Die Gifte sind Geistsammler. Daher sind Gifte auch Heilmittel. Und im Grunde genommen werden die
Blumen fortwährend immer kränker und kränker, und diese Bienlein und Wespen und Ameisen sind fortwährend kleine Ärzte, die den Blumen die Ameisensäure zubringen, die sie brauchen, und die wiederum die Krankheit ausheilt, so daß man alles wieder heilen kann. Sie sehen:
Diese Bienen, Wespen und Ameisen sind nicht bloß Räuber, sondern 240
bringen zu gleicher Zeit dasjenige, was den Blumen die Möglichkeit gibt, zu leben.
Und so ist es schließlich sogar mit den Raupen (es wird gezeichnet).

Die würden auch aussterben, würden nach einiger Zeit nicht mehr da sein. Nun ja, Sie werden vielleicht sagen, das ist ja gar kein großer Schaden; dann würden halt diese Raupen aussterben. – Aber von solchen Raupen nähren sich wiederum die Vögel und so weiter! Die ganze Natur
steht ja in einem solchen inneren Zusammenhang. Und wenn wir da sehen, wie zum Beispiel die Ameisen mit ihrer Ameisensäure alles
durchdringen, dann sehen wir hinein in den Haushalt der Natur. Das ist etwas ganz Großartiges. Überall geschieht etwas, was absolut zur Erhal-
tung des Lebens und der Welt notwendig ist.
Sehen Sie, da gibt es den Baum. Der Baum hat seine Rinde. Jetzt vermodert diese Rinde, wenn ich den Baum abschlage. Da gibt es Moder
(es wird gezeichnet). Nun sagen die Menschen: Lassen wir das ruhig vermodern. – Und die Menschen schauen ruhig zu und lassen im Walde
alles das, was da übrig bleibt, vermodern. Was vermodert alles im Jahre
an Laubblättern und dergleichen im Walde! Die Menschen lassen das alles vermodern. Aber in der Welt ist das anders eingerichtet. Da sind
überall in der Nähe diese Ameisenhaufen. Aus diesen Ameisenhaufen kommt in den Waldesgrund die Ameisensäure hinein.
Wenn Sie hier einen Waldesgrund haben und da einen Ameisenhaufen, so ist es gerade so, wie wenn Sie hier ein Wasserglas voll Wasser
hätten; jetzt geben Sie einen Tropfen von irgend etwas hinein, der füllt gleich das ganze Wasser aus. Wenn Sie Salz hineintun, ist gleich das
ganze Wasser salzig (es wird gezeichnet). Wenn Sie da einen Ameisen
haufen haben, so geht die Ameisensäure gerade so in den ganzen Wal-
desgrund, in den Moder hinein, und der ganze Waldesgrund, der schon im Absterben ist, wird von dieser Ameisensäure durchtränkt. Also nicht
nur ins Innere der heutigen Pflanzen, die noch leben, und der heutigenRaupen, die noch leben, geht die Ameisensäure hinein, oder auch das
Bienen- oder Wespengift, wenn die Biene auf der Blume sitzt und die Blume aufsaugt das, was sie nun kriegt von der Biene, sondern auch in
den absterbenden Boden.
Das alles kann man eben nur durch Geisteswissenschaft erkunden.
Denn die andere, die physische Wissenschaft kümmert sich nur um das-
jenige, was die Biene der Blume wegnimmt. Aber die Bienen würden nicht jahrtausendelang auf den Blumen sitzen können, wenn diese sie nicht wieder züchteten, indem sie sie anbeißen.
Und so ist es selbst mit dem leblosen Material im Walde. Denken Sie sich nur einmal, meine Herren: Selbst die physische Wissenschaft, wie sie heute ist, nimmt ja an, daß die Erde einmal ganz tot werden wird. Sie würde es auch, denn es müßte ja einmal ein Zustand kommen, wo das Vermoderte überhandnehmen würde und wo die Erde abgestorben wäre. Er wird aber nicht kommen, weil die Erde überall, wo sie vermodert, zu gleicher Zeit durchsetzt wird von dem, was Bienen, Wespen und Ameisen geben. Die Bienen geben es allerdings nur den lebenden Blumen, die Wespen auch fast nur den lebenden Blumen. Aber die Ameisen geben das, was sie da hergeben in der Ameisensäure, zugleich dem vermoderten Toten, und sie regen es dadurch in einem gewissen Grade zum Leben an, und sie tragen dazu bei, daß die Erde in ihren vermoderten Dingen überhaupt lebendig bleibt.
So kann man schon sagen: Man bewundert den Geist, der in alledem drinnen ist. Aber wenn man näher eingeht auf die Geschichte, ja, dann sieht man, daß das alles eine große Bedeutung hat.
Schauen wir jetzt diese ackerbautreibenden Ameisen an, die da ihre kleinen Felder anlegen, die Pflanzen ganz anders herrichten. Ja, der Mensch könnte sich von dem, was da angebaut wird, nicht nähren. Denn wenn der Mensch diese kleinen Reiskörner, die kieselsteinhart sind, genießen würde, würde er erstens merkwürdige Krankheitszustände davon kriegen, weil er dann zuviel Ameisensäure in sich kriegte; aber außerdem würde er sich die Zähne sehr stark ausbeißen, daß eine Zeitlang die Zahnärzte sehr viel zu tun hätten. Nachher aber würde der
Mensch elendiglich zugrunde gehen an diesen kieselsteinharten Reiskörnern, die da auf diese Weise gewonnen werden.
Aber die Ameisen, der Ameisenhaufen eigentlich, der sagt sich das Folgende: Wenn wir nur hinausziehen in die freie Natur und dasjenige aus den Pflanzen saugen, was da überall ist, dann kriegen wir in uns viel zu wenig Ameisensäure, und dann können wir auch der Erde wiederum viel zu wenig Ameisensäure abgeben. Also machen wir das, daß wir uns nur diejenigen Pflanzen auswählen, die wir so aufziehen können, daß alles ganz dicht ist, steinhart zusammenhängt, und wir daher viel Ameisensäure aus diesem Dichten herauskriegen. – So daß also diese ackerbautreibenden Ameisen dies machen, damit sie möglichst viel Ameisensäure herauskriegen. Und diese Ameisen sind es wiederum, die viel in die Erde hineinbringen von dieser Ameisensäure. So ist der Zusammenhang.

Sie können also daraus sehen, daß Gifte, wenn sie entzündlich wirken oder dergleichen, eigentlich zugleich die fortwährenden Heilmittel sindgegen das Absterben. Und man kann sagen: Gerade die Biene ist in dieser Beziehung ungeheuer wichtig, damit sich alles in den Blumen erhält, denn es ist eben eine tiefe Verwandtschaft zwischen den Bienen und den
Blumen.
Und dieses Erhalten zeigt eigentlich, daß jedesmal, wenn die Insekten sich in dieser Weise in der Erde ergehen, daß da die Erde wiederum auf gegiftet wird, möchte ich sagen. Das ist die geistige Beziehung. Ich möchte niemals, wenn jemand fragt, wie da die geistigen Beziehungen
sind, bloß sagen, das ist so und so, sondern ich führe Ihnen dann die Tatsachen an, und aus den Tatsachen können Sie selber beurteilen, ob es einen Sinn hat oder nicht. Denn die Tatsachen verlaufen eben so, daß man sieht, es ist überall Sinn darinnen. Nur erzählen Ihnen das die Leu-
te, die sich heute Gelehrte nennen, nicht. Aber im Leben spielt das eine gewisse Rolle. In unseren Gegenden wird es vielleicht weniger respektiert, aber sobald man mehr nach dem Süden kommt, da kann man schon hören, wie die Bauern, einfache Leute, wiederum mit einer in-
stinktiven Wissenschaft sagen: Diese Ameisenhaufen, die darf man nicht zerstören, denn diese Ameisenhaufen, die tragen dazu bei, daß der Moder nicht so schädlich wird. – Und die ganz Gescheiten in solchen Gegenden, die sagen noch etwas anderes. Wenn man mit denen spazie-
rengeht im Walde, namentlich in einem Walde, wo ein Baumschlag ist, wo also gerade Bäume weggeschlagen sind und die jungen Bäume nachwachsen, da gehen diese Leute – die sind nämlich gescheit, nicht oben, sondern in der Nase; man kann nämlich in der Nase auch gescheit sein –
durch solch einen Baumschlag, wo die jungen Bäume wieder nachgezogen werden sollen, kommen an eine Stelle und sagen: Nun, das wird ganz gut gedeihen, da riecht es nicht so moderig wie oftmals, da muß ein Ameisenhaufen in der Nähe sein, der seine Nützlichkeit erweist. – Das
riechen nämlich die Leute; die sind mit der Nase gescheit. Aus solchem Gescheitsein mit der Nase rührt manche volkstümliche Wissenschaft her, die ganz nützlich ist.
Leider hat die neuere Zivilisation bloß die Gehirnkultur betriebenund diese Instinktdinge weggelassen. Aber der Instinkt ist dadurch auch ein bloßes Wort geworden. Die Tiere hier, namentlich in ihren Zusammenrottungen als Bienenstock, als Ameisenhaufen, die wissen nämlich
im Grunde genommen das alles. Und das ist durch eine Art von Geruch bewirkt. Und wie gesagt, in mancher instinktiven Wissenschaft, da ist Gescheitheit der Nase drinnen.
Nun, wir werden in der nächsten Woche die Stunde fortsetzen. Ich wollte heute nur sagen: Die Bienen, Wespen und Ameisen nehmen der Natur nicht nur etwas weg als Räuber, sondern geben ihr auch die Möglichkeit, weiter zu leben und zu gedeihen.

FÜNFZEHNTER VORTRAG
Dornach, 22. Dezember 1923

Guten Morgen, meine Herren! Eigentlich müssen wir noch etwas über die Frage des Herrn Dollinger sprechen. Er wollte ja in Ihrem Namenwissen – denn das ist wohl für jeden interessant -, wie der Zusammenhang in geistiger Beziehung ist zwischen dieser Herde von Insekten, die
sich bewegt, an die Pflanzen herankommt, und dem, was sich in den Pflanzen befindet.

Sehen Sie, meine Herren, ich habe Ihnen ja schon früher gesagt: Es istum uns überall vorhanden nicht nur so etwas wie Sauerstoff und Stickstoff, sondern es ist in der ganzen Natur vorhanden Verstand, richtigVerstand. Kein Mensch wundert sich, wenn man sagt: Wir atmen die Luft ein -, weil die Luft überall ist und sozusagen die Wissenschaft heute schon so stark in die Schulbücher hineingekommen ist, daß den Leuten gesagt wird: Überall ist Luft, und du atmest die Luft ein. –
Aber ich habe zum Beispiel schon Leute gekannt draußen auf dem Lande, die haben das
als eine Phantasie betrachtet, weil sie eben nicht gewußt haben, daß draußen Luft ist, ebenso wie die Leute heute nicht wissen, daß überall Verstand ist. Die betrachten es als eine Phantasie, wenn man sagt: Geradeso wie wir mit den Lungen die Luft einatmen, so atmen wir zum Beispielmit der Nase oder mit dem Ohr Verstand ein. – Und ich habe Ihnen ja früher schon reichlich Beispiele gezeigt, an denen Sie sehen konnten, daß Verstand überall ist. Wir haben ja in der letzten Zeit von einem ganz besonders interessanten naturwissenschaftlichen Kapitel gesprochen, von den Bienen, Wespen und Ameisen. Vielleicht kann man durch wenig
von dem, was in der Natur ist, so gründliche Blicke hineintun in die Natur selber wie durch das Treiben der Insekten überhaupt. Die Insekten sind nun einmal ganz merkwürdige Tiere und sie werden noch manches Geheimnis an den Tag bringen.
Es ist ja merkwürdig, daß wir sozusagen unser Insektenkapitel gerade in der Zeit besprechen, in der der hundertste Geburtstag des bedeutenden Insektenforschers Jean-Henri Fabre ist, der am 22. Dezember vor einem Jahrhundert geboren worden ist, und der gerade in die materialistische Zeit hineinfiel, daher alles materialistisch ausgelegt hat, der aber ungeheuer viele Tatsachen aus dem Leben der Insekten ans Licht gebracht hat, so daß es schon ganz natürlich ist, daß wir heute, wo wir über Insekten sprechen, an ihn erinnern.
Nun will ich Ihnen zunächst einmal ein Beispiel von einer Insektenart anführen, die Sie gerade im Zusammenhang mit den Bienen außerordentlich interessieren kann. Die Biene arbeitet ja in einem hohen Grade vollkommen, und es ist schon das Merkwürdigste an der Biene nicht das,
daß sie schließlich den Honig hervorbringt, sondern daß sie diese wunderbar gebauten Zellenwaben ganz aus sich selber heraus macht. Sie muß ja dasjenige, was sie als Material verwendet, an sich selber in den Bienenstock hineintragen. Und sie arbeitet eigentlich so, daß sie das Material gar nicht mehr ursprünglich benützt, sondern daß sie das ganz verwan-
delt in den Bienenstock hineinbringt. Aus sich selber heraus arbeitet sie
so.
Nun gibt es aber eine Bienenart, die nicht in dieser Weise arbeitet, die aber gerade durch ihre Arbeit zeigt, was für ein ungeheurer Verstand in der ganzen Natur ist. Wollen wir einmal diese Bienenart, die man gewöhnlich die Holzbiene nennt, die nicht so beachtet wird wie die Haus-
biene, weil sie den Menschen meistens lästig wird, in ihrer Arbeit betrachten. Das ist ein ungeheuer fleißiges Tier, und ein Tier, das wirklich, damit es leben kann – nicht das einzelne Tier, aber die ganze Art leben kann -, ungeheure Arbeit zu verrichten hat. Dieses Tier sucht sich Holz auf, das nicht mehr an den Bäumen ist, sondern das schon aus den
Bäumen herausgenommen und verarbeitet ist. Sie können diese Holzbiene mit ihren Nestern, die ich Ihnen gleich beschreiben werde, finden,sagen wir, wenn Sie Pflöcke irgendwo eingeschlagen haben, also wo ebendas Holz aus den Bäumen herausgenommen ist und scheinbar unbelebtes
Holz ist, Pflöcke oder Säulen, die aus Holz sind. Da drinnen können Siedie Holzbiene finden, auch in Gartenbänken oder Gartentüren. Also da, wo man Holz benützt hat, da macht die Holzbiene ihr Nest hinein, aber auf eine ganz sonderbare Weise.
Denken Sie sich einmal, das wäre solch ein Pfosten (siehe Zeichnung). Das ist also das Holz, das aus dem Baum bereits heraus ist. Jetzt kommt die Holzbiene und bohrt zunächst von außen so in schräger Weise einen Gang hinein. Und wenn sie da drinnen angekommen ist,
den Gang ausgeholzt hat, so eine Art Kanal ausgebohrt hat, dann fängt sie an, in ganz anderer Richtung zu bohren. Dann bohrt sie so, daß da zunächst eine kleine ringförmige Höhlung entsteht. Jetzt fliegt das Insekt fort, holt allerlei aus der Umgebung und polstert diese Höhle aus.
Und dann, wenn es sie ausgepolstert hat, legt es das Ei hinein, aus dem die Made wird. Das liegt jetzt da drinnen. Wenn es das Ei abgelegt hat, kommt das Bienlein und macht darüber einen Deckel, in dem da in der Mitte ein Loch ist. Und jetzt fängt es an, da oben über diesem Deckel
weiterzubohren, legt da drüber eine zweite Wohnung an für eine zweite auskriechende Holzbiene, und legt, nachdem es sie ausgepolstert hat, ein Loch gelassen hat, wiederum ein Ei hinein. Das setzt die Holzbiene fort, bis sie solche übereinandergelegten Höhlungen zu zehn oder zwölf über-
einander gebaut hat. Überall ist ein Ei drinnen.

Jetzt kann die Made sich da drinnen in diesem Holzstock entwickeln.
Überall legt das Insekt noch Futter neben die Made. Die frißt zuerst von dem Futter, das ihr zubereitet war, und wird dann reif zum Auskriechen. Aber jetzt kommt die Zeit, wo das Insekt sich verpuppt hat und sich verwandelt hat in die geflügelte Biene, die nun ausfliegen soll.
Da drinnen ist das so, daß die Made sich nun entwickelt und nach einiger Zeit richtig ausfliegen kann. Wenn die Zeit ist, wo die Made reif ist, sich verpuppt hat und Insekt wird, ist es ja jetzt so, daß das fertige Insekt durch diesen Gang herausfliegen kann. Dadurch ist durch die Geschicklichkeit der Holzbiene erreicht, daß durch den Gang, der zuerst
hineingebohrt worden ist, das fertige Insekt wiederum herausfliegen kann.

Ja, schön. Aber wenn jetzt das zweite Insekt hier kommt, das ja etwas jünger ist, und das dritte oben ist wieder etwas jünger, weil das Muttertier
erst diese Wohnungen machen muß, da finden diese Tiere keinen seitlichen Ausgang, um herauszukommen. Und die fatale Geschichte bestünde jetzt darin, daß die oberen Tiere allmählich da drinnen zugrunde gehen müßten. Aber das verhindert das Muttertier dadurch, daß es das
Ei so legt, daß, wenn die Made, die jünger ist, auskriecht, sie da dieses Loch findet, von dem ich Ihnen erzählt habe; sie läßt sich da herunterfallen und kriecht da aus. Das dritte Tier läßt sich durch die zwei Löcher herunterfallen und kriecht so aus. Und dadurch, daß jedes später auskriechende Tier etwas später kommt, stört es das früher auskriechende
Tier unter ihm nicht. Sie kommen nie zusammen, sondern das frühere ist immer schon ausgeflogen.

Sie sehen, das ganze Nest ist so vernünftig angelegt, daß man nur staunen kann darüber. Wenn Menschen heute maschinell etwas nachmachen, so sind meistens die Dinge, die die Menschen nachmachen, solchenDingen nachgeahmt, aber sie sind meist weit weniger geschickt gemacht.
Die Dinge, die in der Natur vorhanden sind, sind außerordentlich geschickt gemacht, und man muß schon sagen: Da drinnen ist durchaus Verstand, richtiger Verstand. – Und davon, daß in dieser Art, wie die Insekten bauen, wie die Insekten bei der Arbeit sich benehmen, davon,
daß da Verstand drinnen lebt, könnte man Hunderte und Tausende von
Beispielen anführen. Denken Sie sich nur, wieviel Verstand in dem liegt,
was ich Ihnen neulich von der Ackerbauameise gesagt habe, die ihre
ganze Wirtschaft anlegt und alles mit einem ungeheuren Verstand anlegt.
Nun haben wir aber noch eine andere Sache betrachtet, gerade als wir
diese Insekten, Bienen, Wespen und Ameisen, ins Auge faßten. Ich habe
Ihnen gesagt, alle diese Tiere haben in sich etwas, was eine Art giftiger
Stoff ist, und dieser giftige Stoff, den alle diese Tiere in sich haben, der ist
zu gleicher Zeit, wenn man ihn richtig dosiert, in richtiger Dosis gibt, ein
ausgezeichnetes Heilmittel. Das Bienengift ist ein ausgezeichnetes Heil-
mittel. Das Wespengift ist ein ausgezeichnetes Heilmittel. Und die
Ameisensäure, die von den Ameisen abgesondert wird, ist erst recht ein
gutes Heilmittel. Aber ich habe Ihnen auch das schon angedeutet: Diese
Ameisensäure, die kriegen wir, wenn wir an einen Ameisenhaufen her-
angehen, die Ameisen herausnehmen, sie dann zerquetschen. Also die
Ameisen haben diese Ameisensäure in sich; durch das Zerquetschen der
Ameisen kriegen wir die Ameisensäure heraus. Diese Ameisensäure findet sich also eigentlich vorzugsweise bei den Ameisen. Aber wenn Sie wüßten, wieviel – verhältnismäßig natürlich – Ameisensäure in diesem Saal drinnen ist, Sie würden eben recht staunen! Sie werden sagen: Wir
können doch nicht hier in einer Ecke einen Ameisenhaufen suchen. – Meine Herren, soviel Sie da sitzen, sind Sie in Wirklichkeit selber solch
ein Ameisenhaufen! Denn überall in Ihren Gliedern, Muskeln, in Ihren anderen Geweben, im Herzgewebe, im Lungengewebe, im Lebergewebe, im Milzgewebe namentlich – überall da drinnen ist Ameisensäure, allerdings nicht so konzentriert und stark wie im Ameisenhaufen. Aber
dennoch, Sie sind so, daß Sie ganz ausgefüllt sind mit Ameisensäure – ganz ausgefüllt. Ja, sehen Sie, das ist etwas höchst Merkwürdiges.
Wozu haben wir denn eigentlich in unserem Körper diese Ameisensäure? Wenn ein Mensch zuwenig hat, so muß man das erkennen.
Wenn irgendein Mensch als kranker Mensch auftritt – und die Menschen sind ja meistens eigentlich ein bißchen krank -, so kann er ja hunderterlei Krankheiten haben, die äußerlich alle gleich ausschauen.
Man muß erkennen, was ihm eigentlich fehlt; daß er blaß ist, oder daß er nicht essen kann, das sind ja nur äußerliche Dinge. Man muß darauf kommen, was ihm eigentlich fehlt. Und so kann es bei manchem Menschen sein, daß er einfach in sich selber nicht genug Ameisenhaufen ist,
nicht genug Ameisensäure produziert. Geradeso wie im Ameisenhaufen Ameisensäure produziert wird, so muß einfach im menschlichen Körper, in allen seinen Gliedern, besonders in der Milz, stark Ameisensäure erzeugt werden. Und wenn der Mensch zuwenig Ameisensäure erzeugt,
muß man ihm ein Präparat beibringen, ein Heilmittel, wodurch man ihm äußerlich hilft, genug Ameisensäure zu erzeugen.
Nun muß man aber beobachten, was mit einem Menschen geschieht, der gerade zuwenig Ameisensäure hat. Diese Beobachtungen, die können eben nur dann eintreten, wenn die Leute, die das beobachten wollen, wirklich gute Menschenkenner sind. Man muß sich dann eine Vorstel-
lung darüber bilden, was in der Seele eines Menschen vorgeht, der zuerst genügend Ameisensäure in sich gehabt hat und der nachher zuwenig Ameisensäure in sich hat. Das ist sehr merkwürdig. Solch ein Mensch, der wird Ihnen, wenn Sie ihn in der richtigen Weise fragen, über seine Krankheit das Richtige aussagen. Nehmen Sie an, Sie haben zum Beispieleinen Menschen, der sagt Ihnen, indem Sie ihn auf die Spur bringen:
Ach, Donnerwetter, vor einigen Monaten, da ist mir alles gut eingefallen, da habe ich alles gut ausspintisieren können. Jetzt bleibt es aus. Es geht nicht mehr. Wenn ich mich auf etwas besinnen will, da geht es nicht
mehr. – Meine Herren, das ist oftmals ein viel wichtigeres Zeichen, als
alle äußeren Untersuchungen Ihnen geben können, was man ja heute, mit
Recht selbstverständlich, auch tun muß. Aber Sie können heute den Urin
untersuchen auf Eiweiß, auf Eiter, auf Zucker und so weiter, Sie kriegen
natürlich ganz interessante Resultate heraus; aber unter Umständen kann
viel wichtiger sein, daß einem ein Mensch so etwas sagt, was ich Ihnen
erzählt habe. Denn dann, wenn er Ihnen so etwas erzählt, müssen Sie
natürlich noch einiges andere kennenlernen; aber da können Sie heraus-
kriegen: Es ist in der letzten Zeit die Ameisensäure zuwenig geworden in
seinem eigenen Körper.
Jetzt kann einer sagen, der noch äußerlich denkt: Der Mensch hat zuwenig Ameisensäure. Ich quetsche Ameisensäure aus oder stelle sie auf andere Weise her und gebe ihm Ameisensäure ein in entsprechender Dosierung. – Sie können das dann eine Zeitlang machen, und der Patient
kommt zu Ihnen und sagt: Aber das hat mir gar nichts geholfen. – Was liegt da wiederum vor? Es hat ihm wirklich nichts geholfen. Es war ganz richtig, er hatte zu wenig Ameisensäure; Sie haben ihm Ameisensäure gegeben und es nützte nichts, hat gar nichts genützt. Was liegt da vor?
Ja, sehen Sie, wenn Sie weiterforschen, so kommen Sie darauf: Bei dem einen Menschen hat die Ameisensäure nicht geholfen, bei anderen Menschen hat sie aber fortwährend geholfen. – Nun, Sie merken nach und nach den Unterschied. Diejenigen Menschen, bei denen die Amei-
sensäure hilft, die werden namentlich Verschleimungen in der Lunge zeigen. Diejenigen Menschen, bei denen die Ameisensäure nichts hilft, die zeigen die Verschleimungen in der Leber oder in den Nieren oder in der Milz. Es ist das eine sehr eigentümliche Geschichte. Es ist also ein
großer Unterschied, ob der Lunge zum Beispiel die Ameisensäure fehlt, oder ob der Leber die Ameisensäure fehlt. Der Unterschied ist der, daßmit dieser Ameisensäure, die im Ameisenhaufen drinnen ist, die Lunge sogleich etwas anfangen kann. Die Leber kann mit der Ameisensäure gar
nichts anfangen.
Und jetzt kommt etwas anderes, meine Herren! Jetzt müssen Sie, wenn Sie bemerken, daß der Mensch an der Leber oder namentlich in den Gedärmen nicht ganz in Ordnung ist und ihm die Ameisensäure nichts hilft, trotzdem er zu wenig Ameisensäure in sich hat, ihm Klee-
säure geben. Das heißt, Sie müssen den gewöhnlichen Sauerklee oder den Klee überhaupt, der auf den Äckern ist, zerpressen, diese Säure herausnehmen und ihm eingeben. Also Sie sehen: Bei einem, der in der Lunge etwas hat, müssen Sie Ameisensäure eingeben; bei einem, der in der
Leber oder in den Gedärmen etwas hat, müssen Sie Kleesäure eingeben.
Das Eigentümliche ist aber das, daß nun der Mensch, dem Sie die Kleesäure eingeben, aus der Kleesäure in sich selber nach einiger Zeit, nachdem Sie ihm die Kleesäure eingegeben haben, Ameisensäure macht!
Also es kommt darauf an, daß man nicht bloß von außen her die Dinge in den Menschen hineinbringt, sondern man muß wissen, was der Organismus selber aus sich macht. Wenn Sie ihm die Ameisensäure eingeben, sagt der Organismus: Das ist doch nicht für mich, ich will arbeiten — man gab ihm die fertige Ameisensäure -, an der habe ich nicht zu arbeiten, die
schaffe ich nicht in die Lunge herauf. – Natürlich müssen Sie das in den Magen geben. Da kommt es in die Därme zuletzt. Da sagt der seinerseits dem menschlichen Körper, der nun arbeiten will: Was setzt man mir vor? Ich soll nicht erst selber Ameisensäure schaffen, sondern die Amei-
sensäure, die man mir vorsetzt, soll ich aus dem Magen in die Lunge schaffen? Das tue ich nicht. – Er will Kleesäure haben, und aus dieser macht er die Ameisensäure.
Ja, meine Herren, das Leben besteht aus der Arbeit, nicht in Stoffen, und das ist das Allerwichtigste, daß man weiß, daß das Leben gar nicht im Verzehren von Kohl und Rüben besteht, sondern darin, was der Körper tun muß, wenn in ihn der Kohl und der Rübenstoff hinein-
kommt. Jedenfalls darf er aber nicht wieder Kohl fabrizieren aus seinem Kohl heraus. Das ist aber dasjenige, was unserer heutigen Zivilisation ganz besonders merkwürdig zugrunde liegt.
Sie sehen aber daraus, was für eine merkwürdige Beziehung in der Natur besteht. Da sind draußen die Pflanzen. Der Klee ist ja nur besonders charakterisiert. Kleesäure findet sich aber in allen Pflanzen, ist beim Klee nur am meisten vorhanden; deshalb reden wir von «Kleesäure».
Aber geradeso wie Ameisensäure überall in der Natur und überall im menschlichen Körper sich findet, so findet sich überall in der Natur und im menschlichen Körper die Kleesäure.
Nun gibt es etwas anderes Interessantes. Nehmen Sie an, Sie nehmen eine Retorte, wie man sie im chemischen Laboratorium hat; Sie machen darunter eine Flamme und geben nun in diese Retorte Kleesäure hinein – das ist so salzige, bröselige Asche -, dann geradesoviel Glyzerin. Das
mischt man durcheinander und erhitzt es. Dann dampft mir die Geschichte da herüber (siehe Zeichnung). Ich kann das, was ich da bekomme, auffangen. Aber zu gleicher Zeit merke ich: Da geht Luft weg. Die geht da überall weg. – Wenn ich diese Luft, die da weggeht, untersuche,
so finde ich: Diese Luft ist Kohlensäure. Also da geht überall Kohlensäure heraus. Und hier, wo ich auffange, bekomme ich dann Ameisensäure. Da ist jetzt Ameisensäure drinnen. Da, in der Retorte, habe ichKleesäure und Glyzerin drinnen gehabt. Das Glyzerin bleibt liegen; das
andere geht da herüber, die flüssige Ameisensäure tropft da herunter und
die Kohlensäure geht hier fort.

Nun, schauen Sie sich die Geschichte da nur einmal ordentlich an, dann werden Sie sagen können: Nehmen wir einmal an, statt dieser Retorte wäre hier die menschliche Leber oder, sagen wir, irgend etwas, ein menschliches oder tierisches Gewebe (es wird gezeichnet), irgendein
Organ des tierischen Unterleibes, Leber, Milz oder so etwas. Ich bringe durch den Magen Kleesäure herein. Die Glyzerinkraft hat der Körper selber. Da habe ich ja in meinen Gedärmen drinnen zusammen Kleesäure und Glyzerin. Und was geschieht? Nun, schauen Sie sich jetzt den
menschlichen Mund an, dann kommt da Kohlensäure heraus und von der Lunge herunter tropft überall in den menschlichen Körper die Ameisensäure gegen die Organe herein. Also das Ganze, was ich Ihnen hier aufgezeichnet habe, haben wir in unserem eigenen Körper. Wir erzeugen
immerfort in unserem Körper aus Kleesäure Ameisensäure.
Jetzt denken Sie sich die über die Erde ausgebreiteten Pflanzen. Da ist überall Kleesäure drinnen. Und jetzt denken Sie sich die Insekten. Bei denen kommt das nur in der merkwürdigsten Weise heraus. Denken Sie sich zunächst die Ameisen. Die gehen an diese Pflanzen und so weiter
heran, oder sie gehen auch an das heran, was aus den Pflanzen vermodert. Da ist also überall diese Kleesäure drinnen, und diese Tiere machen sich gerade so, wie sie sich der Mensch selber macht, daraus Ameisensäure. Und die Ameisensäure ist überall vorhanden. Durch die Insekten ist
überall Ameisensäure vorhanden.
Ja, da schaut der Philister so in die Luft hinein und sagt dann: In der Luft, da ist Stickstoff, Sauerstoff. – Aber, meine Herren, in ganz geringer Menge ist dadurch, daß die Insekten die Luft durchschwirren, immer Ameisensäure vorhanden. Das heißt, wir haben auf der einen Seite den Menschen. Der ist eine kleine Welt. Der macht in sich Ameisensäure und
durchdringt namentlich seinen Atem fortwährend mit Ameisensäure.
Und in der großen Welt draußen, da ist statt dessen, was im Menschen vor sich geht, das Heer der Insekten. Es wird der große Atem der Luft, der um die Erde herum ist, fortwährend mit Ameisensäure durchdrungen, die aus der Kleesäure der Pflanzen gemacht wird. Es ist schon so.

Wenn man richtig beobachtet und sich den Unterkörper des Menschen anschaut mit den darinnenliegenden Gedärmen, dem Magen, der Leber, den Nieren, der Milz, dann weiter drinnen liegen die Gedärme, so ist es schon so, daß da fortwährend die Kleesäure in die Ameisensäure
verwandelt wird, und diese Ameisensäure geht mit der Luft, die der Mensch einatmet, in alle Teile des Körpers über. So ist es im Menschen.
Draußen auf der Erde haben Sie überall die Pflanzen. Dann haben Sie die Insekten in der verschiedensten Weise, die darüber flattern. Da drunten haben Sie die Kleesäure. Die Insekten flattern heran, und durch ihre Begegnung entsteht die Ameisensäure und die füllt die Luft aus. So daß wir immer auch aus der Luft Ameisensäure einatmen. Dasjenige, was nun die Wespen haben, das ist ein der Ameisensäure ähnliches Gift, nur etwas umgewandelt. Und was die Bienen als Bienengift in ihrem Stachel haben – aber eigentlich hat es ihr ganzer Körper -, ist wieder umgewandelte Ameisensäure, höher verwandelte Ameisensäure. Wenn man dies anschaut, da sagt man sich: Wir schauen uns diese Insekten an, Ameisen, Wespen, Bienen; die führen äußerlich etwas ungemein Gescheites aus. –
Warum führen sie etwas ungemein Gescheites aus? Wenn die Ameise keine Ameisensäure hätte, würde sie all das, was ich Ihnen als etwas so Schönes geschildert habe, ganz dumm schaffen. Nur dadurch, daß die Ameisen so beschaffen sind, daß sie die Ameisensäure erzeugen können,
erscheint alles so vernünftig und verständig, was sie bauen. Ebenso bei den Wespen und bei den Bienen.

Haben wir jetzt nicht alle Veranlassung, wenn wir selber in uns diese Ameisensäure erzeugen, uns zu sagen: Draußen in der Natur ist überallVerstand; der kommt durch die Ameisensäure. In uns ist auch überall Verstand, weil wir die Ameisensäure haben. – Und die Ameisensäure
wäre nicht da, wenn nicht zuerst die Kleesäure da wäre. Nun ja, da flattern die Tierlein über den Pflanzen herum und sind die Veranlassung, daß die in den Pflanzen befindliche Kleesäure sich in Ameisensäure verwandelt, eine Metamorphose eingeht.
Diese Dinge, die begreift man erst, wenn man sich jetzt fragt: Ja, wie ist es mit der Kleesäure? Sehen Sie, die Kleesäure ist überall da, wo Leben sein soll. Wo etwas lebt, ist die Kleesäure da. Da ist aber auch ein Ätherleib. Der Ätherleib macht, daß die Kleesäure eben gleich erneuert wird. Aber die Kleesäure wird niemals für den menschlichen oder tieri-
schen Organismus brauchbare Ameisensäure, wenn sie nicht durch einen Astralleib aus der Kleesäure in die Ameisensäure umgewandelt wird.
Denn die Ameisensäure, die ich hier aus der Retorte genommen habe, die hilft dem menschlichen und tierischen Leib nichts. Da täuscht man sich, wenn man glaubt, daß die etwas Wirkliches hilft, die ist tot. Die Ameisensäure, die hier und hier – im Menschen und durch die Insekten –
erzeugt wird, die ist lebendig, und die tritt überall auf, wo Empfindung,
wo Seelisches auftritt. Der Mensch muß Ameisensäure in sich entwickeln, wenn er aus dem bloßen Leben, das in seinem Unterleibe ist, wo die Kleesäure eine große Rolle spielt, das Seelische hervorbringen will.
Dann lebt in der Ameisensäure im Atem das Seelische und geht hinauf nach dem Kopfe und kann im Kopfe weiter wirken. Das Seelische braucht diese Verarbeitung der Kleesäure in die Ameisensäure im Menschen.
Was geschieht denn da eigentlich, wenn die Kleesäure in die Ameisensäure umgewandelt wird? Sehen Sie, das kann das erste, was ich Ihnen gesagt habe, lehren. Diese Holzbiene, von der ich sprach, ist ganz besonders interessant, denn sie arbeitet ja in das Holz hinein, das nicht
mehr ein lebendiges ist. Und wenn diese Holzbiene nicht dieses Holz ordentlich brauchen könnte, dann würde sie eben woanders ihren Aufenthalt suchen. In die Bäume hinein macht gerade diese Biene ihr Nest nicht, sondern in vermoderndes Holz, wo schon die Pfosten und Pfeiler
anfangen zu vermodern, da legt sie die Eier hinein, nachdem sie sich ihr
Nest gebaut hat.
Wenn man nun den Zusammenhang des Vermodernden mit den Holzbienen studiert, dann kriegt man heraus, daß das, was da vor sich geht im vermodernden Holz, im menschlichen Körper fortwährend vor sich geht. Er fängt an zu modern, und wenn er zu stark modert, dann stirbt er. Und was da draußen vor sich geht, das muß der Mensch fortwährend tun: er muß die Zellen aufbauen. Und das kann er nur dadurch, daß er das Pflanzliche, das von der Kleesäure durchdrungen ist, in die
Ameisensäure umwandelt, in dasjenige umwandelt, was von der Ameisensäure durchdrungen ist.
Jetzt können Sie sagen: Was hat denn das ganze für eine Bedeutung für die Natur? – Nun, meine Herren, denken wir einmal an einen solchen Pfeiler oder Pfosten, der aus Holz ist und der vermodert. Wenn da niemals eine solche Holzbiene an einen Pfosten herankommt, so ist das
dem Menschen sehr angenehm, denn sie breiten sich ziemlich aus, und der Pfosten fällt das nächste Jahr um, weil sie ihn hohl machen. Den Menschen ist das nicht sehr angenehm, aber der Natur ist es um so angenehmer. Denn wenn alles Holz, das aus den Pflanzen kommt, ohne diese
Bienennester weiterexistieren würde, wo würde dieses Holz nach und nach – Sie sehen ja das dem Moder an – zerbröckeln, verstauben und würde ganz unbrauchbar werden. Das Holz aber, worinnen eine Holzbiene gearbeitet hat, das zerstiebt nicht, sondern das belebt sich wieder-
um. Und aus all dem Holz, das durch diese Holzbienen ein bißchen wiederum belebt wird, entsteht vieles von dem – ebenso aber durch die anderen Insekten -, was macht, daß unsere Erde einmal nicht ganz vermodert, im Weltenraum zerstäuben wird, sondern weiterleben kann,
weil sie von diesen Insekten belebt wird. Wir Menschen atmen die Amei-
sensäure ein. In der Natur wirkt die Ameisensäure, die von diesen Insek-
ten aus der Kleesäure der Pflanzen bereitet wird, so, daß die Erde über-
haupt weiterleben kann.
Betrachten Sie jetzt den Zusammenhang. Hier haben wir den Menschen, hier die Erde (es wird gezeichnet). Betrachten wir zuerst den Menschen. Nehmen wir an, er ist ein junges Kind. Er verwandelt, wenn er ein junges Kind ist, mit Leichtigkeit die im Unterleib befindliche
Kleesäure in Ameisensäure. Die Organe kriegen genug an Ameisensäure.
Die menschliche Seele entwickelt sich im Kinde. Wir haben also die Ameisensäure als die Grundlage für Seele und Geist. Und wenn der Mensch alt wird und nicht mehr genügend Ameisensäure entwickeln kann, gehen die Seele und der Geist fort. Die Ameisensäure also, die
zieht Seele und Geist heran; sonst geht der Geist fort. Es ist sehr interessant.

Wenn Sie zum Beispiel einen Menschen, der sehr viel innere Eiterprozesse hat, richtig beobachten, so können Sie finden, daß ihm die Ameisensäure hilft, diese Eiterprozesse zu überwinden. Dann tritt das rechte Verhältnis ein zwischen dem Astralleib und seinem Körper, was
durch die Eiterprozesse verhindert war. So daß immer die Ameisensäure gebraucht wird gerade in der richtigen Weise als die Grundlage für Seele und Geist. Wenn der Körper eben zuwenig Ameisensäure hat, vermodert er und kann die Seele nicht mehr haben; der Körper wird alt, die
Seele muß fort.
Nun haben wir auf der einen Seite hier den Menschen, auf der anderen Seite die Natur. In der Natur wird auch fortwährend aus Kleesäure Ameisensäure gebildet, so daß die Erde immerfort die Möglichkeit hat, umgeben zu sein nicht nur von Sauerstoff und Stickstoff, sondern auch
von Ameisensäure.
Diese Ameisensäure, die macht nun, daß die Erde überhaupt nicht, ich möchte sagen, jedes Jahr abstirbt, sondern weiter jedes Jahr sich beleben kann da oben. Dasjenige, was unter der Erde ist, das sehnt sich als Same nach der Ameisensäure, die da oben ist. Und in dem besteht das
Wiederaufleben. Jedesmal im Winter ist es so, daß der Geist der Erde selber eigentlich bestrebt ist, wegzugehen. Und im Frühling ist es so, daß der Geist der Erde sich wiederum belebt. Der Geist der Erde macht die Erde erstarren im Winter; im Frühling belebt er sie wieder. Das macht,
weil dasjenige, was als Same unter der Erde wartet, an die Ameisensäure herankommt, die erzeugt worden ist im letzten Jahr durch den Verkehr der Insektenwelt mit der Pflanzenwelt. Und jetzt kommen die Samen nicht nur herauf in Sauerstoff, in Stickstoff und in Kohlenstoff, sondern
jetzt kommen die Pflanzen herauf in Ameisensäure. Und diese Ameisensäure, die regt sie an, selber wiederum Kleesäure zu entwickeln, wodurch die Ameisensäure im nächsten Jahr da sein kann. Geradeso aber wie die Ameisensäure im Menschen die Grundlage sein kann für Seele
und Geist, so ist die Ameisensäure, die im Weltenall ausgebreitet ist, die
Grundlage für das Geistige und Seelische der Erde. So daß wir also sagen können: Auch bei der Erde ist die Ameisensäure die Grundlage für Erdseele und Erdgeist (es wird gezeichnet).
Es ist tatsächlich viel schwerer zu telegraphieren in einer Gegend, wo gar keine Ameisenhaufen sind, als in einer Gegend, wo Ameisenhaufen sind, weil die Elektrizität und der Magnetismus, die zum Telegraphieren-Können gehören, von der Ameisensäure abhängen. Wenn die Tele-
graphendrähte durch Städte gehen, wo keine Ameisen sind, dann muß
schon von außen, wo sie durch die Felder gehen, die Kraft darinnenlie-
gen, daß sie überhaupt durch die Städte durchgehen, die magnetischen
und die elektrischen Strömungen. Aber natürlich breitet sich ja die
Ameisensäure aus und erfüllt auch die Luft der Städte.

Nun, sehen Sie, meine Herren, so können wir sagen: Was im Menschen drinnen ist — auch in bezug auf die Erzeugung der Ameisensäure —, das ist auch draußen in der Natur. – Der Mensch ist eine kleine Welt.
Nur ist es beim Menschen so, daß er während seines Lebens bis zum Tode hin geeignet ist, aus Kleesäure Ameisensäure zu machen. Dann wird er ungeeignet, dann stirbt sein Körper ab. Er muß erst wieder einen Körper bekommen, der im Kinde in der richtigen Weise aus der Kleesäure Ameisensäure macht. Bei der Natur geht es immer weiter: Winter, Sommer; Winter, Sommer. Es wird immer Kleesäure in Ameisensäure umgewandelt.
Wenn man so einen sterbenden Menschen betrachtet, so hat man eigentlich das Gefühl: er probiert zunächst, indem er stirbt, ob sein Körper noch genügend geeignet ist, Ameisensäure zu entwickeln. Dann, wenn er nicht geeignet ist, tritt eben der Tod ein. Dann geht der Mensch
in die geistige Welt über und er hält es eben in seinem Körper nicht mehr
aus. So daß wir sagen können: Ein Mensch stirbt in einem gewissen Zeit-
punkt. Dann vergeht eine lange Zeit und er kommt wiederum in einen anderen Körper. Dazwischen ist er in der geistigen Welt.
Wenn nun im Bienenstock eine junge Königin ausschlüpft, dann ist, wie ich Ihnen gesagt habe, etwas in den Bienen, was diese Bienen stört.

Vorher leben die Bienen in einer Art Dämmerung. Dann sehen sie diese junge Königin aufleuchten. Was ist denn verknüpft mit diesem Aufleuchten dieser jungen Königin? Mit diesem Aufleuchten der jungen Königin ist das verknüpft, daß die junge Königin der alten Königin die Kraft des Bienengiftes wegnimmt. Und das, meine Herren, ist die Furcht des ausziehenden Schwarmes, daß er das Bienengift nicht mehr hat, sich nicht mehr wehren, retten kann; er zieht weg. Geradeso wie die menschliche Seele wegzieht im Tode, wenn sie nicht mehr die Ameisensäure haben kann, so zieht die alte Bienenbrut weg, wenn nicht genug verwandelte Ameisensäure – Bienengift – da ist. Und wenn man jetzt den Bienenschwarm anschaut, so ist der zwar sichtbar, aber er schaut just so auswie die Menschenseele, die den Körper verlassen muß. Es ist ein großartiges Bild, so ein fortschwärmender Bienenschwarm. Wie die Menschenseele den Körper verläßt, so verläßt, wenn die junge Königin herangewachsen ist, die alte Königin mit ihrem Anhang den Bienenstock, und
man kann richtig am ausziehenden Schwärm ein Bild von der ausfliegenden Seele des Menschen sehen.
Ach, meine Herren, das ist furchtbar großartig! Nur, die Menschenseele, die hat es nie dazu gebracht, ihre Kräfte bis zu kleinen «Viecherln» auszubilden. In uns ist fortwährend auch die Tendenz dazu; wir wollen lauter kleine «Viecherl» werden. Wir haben eigentlich das in uns, daß wir uns innerlich immer in krabbelnde Bazillen und Bakterien umbilden wollen, in solche kleinen Bienen, aber wir unterdrücken das wieder.
Dadurch sind wir ein ganzer Mensch. Aber der Bienenstock ist kein ganzer Mensch. Die Bienen können nicht den Weg in die geistige Welt hinein finden. Wir müssen sie in einem anderen Bienenstock zur Wiederverkörperung bringen. Das ist direkt ein Bild von dem sich wieder-
verkörpernden Menschen. Und der, der so etwas beobachten kann, der hat einen ungeheuren Respekt vor diesen schwärmenden alten Bienen mit ihrer Königin, die eigentlich sich so benimmt, wie sie sich benimmt, weil sie in die geistige Welt hinein will. Aber sie ist so materiell physisch
geworden, daß sie das nicht kann. Und da schmusen sich die Bienen zusammen, werden ein einziger Körper. Sie wollen zusammen. Sie wollen aus der Welt heraus. Sie wissen ja: Während sie sonst fliegen, setzen sie sich nun an einen Baumstamm oder so etwas an, kuscheln sich zusammen, um zu verschwinden, weil sie in die geistige Welt hinein wollen. Und dann werden sie wieder der richtige Bienenstock, wenn wirihnen helfen, wenn wir sie wieder zurückbringen in den neuen Bienenstock.

Also man kann schon sagen: Die Insekten lehren uns geradezu das Allerhöchste in der Natur. Daher hat immer der Anblick von den Pflanzen die Menschen, die in alten Zeiten noch Instinkte gehabt haben über das, was ich Ihnen da auseinandergesetzt habe, was der heutigen Wissen-
schaft ganz verlorengegangen ist, in der richtigen Weise aufgeklärt. Diese Menschen haben in besonderer Art hingeschaut auf die Pflanzen…

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