Wissen schaffen: Ent-Faltung statt Aus-Bildung: „Die Erkenntnissuche war gestern. Heute geht es an deutschen Universitäten eher um den Kompetenzerwerb“

Aktuelles:

Die Uni ist heute tot
Sie wurde von der Unternehmenskultur umgebracht
Die Hochschule soll nicht Jobs verschaffen, die im Übrigen heute flexibel und prekär sind: Sie muss gebildete und fähige Menschen erziehen, die sich ihrer eigenen Geschichte und der eigenen Zukunftsaussichten bewusst sind.
Das lehrt uns der Philosoph John Stuart Mill. Er sagte 1867 in seiner Rektoratsrede an der St. Andrew Universität:
„Die Universität ist nicht darauf ausgerichtet, das Wissen zu lehren, das für eine bestimmte Weise, den Lebensunterhalt zu bestreiten, notwendig ist. Es ist nicht ihr Zweck, kompetente Anwälte, Ärzte oder Ingenieure auszubilden, sondern gebildete und fähige Menschen.“
…Zweck der Universität bleibt, laut Mill, die Förderung freier, denkender Individualitäten: Ihre Nützlichkeit besteht darin, Menschen auszubilden, die niemandem und nichts nützen, die also im höchsten Sinne des Wortes frei sind. Das Telos der Universität – nach Mills Worten – ist, das Wachstum „gebildeter und fähiger Menschen“ zu fördern: Die Betonung liegt auf „Kultur“, auf „Fähigkeit“, sich in der Welt behaupten zu können, und vor allem auf „Menschen“.
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Wissen schaffen: Ent-Faltung statt Aus-Bildung. Andreas Popp und Tilmann Wick im Gespräch mit Michael Vogt

„Die Erkenntnissuche war gestern. Heute geht es an deutschen Universitäten eher um den Kompetenzerwerb. Die Hochschulen drohen zu Berufsschulen zu werden und bringen das duale System zum Kollaps. Durch die Abschaffung des klassischen einphasigen Studiums, das in Deutschland mit einem Diplom, Magister oder einem Staatsexamen endete, sowie durch ein zweiphasiges Bachelor-Master-System nach angloamerikanischem Vorbild wurde der Bildungsauftrag der Universität und damit das kontinentaleuropäische Konzept zerstört. Dieses bestand darin, der nachwachsenden akademischen Generation eine wissenschaftliche Aufklärungs- und Erkenntniserfahrung zu ermöglichen, damit Wissen an die Stelle von Glauben und Wahrheit an die Stelle von Meinung, Offenbarung und Indoktrination trete.“ (Die Welt) Erkenntnisse bezüglich des Niedergangs des deutschen Bildungssystems durch die sogenannte Bolognareform, die inzwischen sogar im Mainstream angekommen sind:

Text und Links dazu: hier weiter

Generation Doof:

+++ergänzende Themen:

Schullust statt Schulfrust – Gerald Hüther:

Manfred Spitzer im Interview: „Wir vermüllen die Gehirne – das kann nicht gut gehen“

98% aller Kinder kommen hochbegabt zur Welt. Nach der Schule sind es nur noch 2%…
alphabet, der neue film von e. wagenhofer:

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„In den Kontext der Anregungen Steiners, den Beruf des Lehrers radikal neu zu denken, gehört auch sein Hinweis, dass unsere Nachgeborenen recht besehen immer unsere Lehrmeister sind. Auch von daher wäre eine fragende Grundhaltung in der Begegnung mit Kindern und Jugendlichen angebracht“
Erziehungskunst 11/2007 – Mut zur Disziplinlosigkeit!
Markus von Schwanenflügel
»Disziplin« nun »setzt an die Stelle des Lustprinzips das Leistungsprinzip. Jede Einschränkung ist erlaubt oder sogar geboten, die dem Erreichen eines gesetzten Zieles dient« Im Dienste der Erziehung zur Freiheit besteht also »das Recht der Jugend auf Disziplin«. Dieses Recht konkretisiert sich in der Bestrafung: »Die Frage nach der Gerechtigkeit, aber auch Fragen nach Vergehen, Sünde, Schuld, Gewissen […] erhalten […] erst durch die Androhung von Strafe und die Suche nach einem gerechten Strafmaß ihren angemessenen Ernst«…
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Was ist der beste Weg, junge Menschen in Klone zu verwandeln?
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Kinder brutal konditionieren oder Waldorfschule? Was ist eine zeitgemäße Pädagogik?
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